„Jung, luschtich, schwowisch“

Quelle: Zentrum

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Die ehemalige Zentrum-Praktikantin Viktória Nagy aus Újbarok/Neudörfl arbeitete als ifa-Hospitantin bei der Landsmannschaft der Banater Schwaben e.V. Im Rahmen ihrer Tätigkeit erhielt sie auch die Aufgabe drei Tanzgruppen zu besuchen und über sie zu berichten. So besuchte sie die Kindergruppe der Banater Trachtengruppe München – diese ist die deutsche Partnergruppe der Saarer Tanzgruppe, in der Viktória Mitglied ist -, sowie die Tanzgruppen in Ingolstadt und Augsburg. 

Im Folgenden veröffentlichen wir ihren Bericht über die Kindergruppe der Banater Trachtengruppe München. Der Artikel ist in der Banater Post erschienen.

 

„Jung, luschtich, schwowisch“

Die Kindertanzgruppe der Banater Trachtengruppe München
probt mit viel Spaß und Freude

Das Motto der Banater Trachtengruppe München (BTGM) ist ein Vorsatz, der sich auch in der Realität widerspiegelt. Die drei Begriffe stehen in dieser Reihenfolge für die drei Gruppen, die es innerhalb der Münchner Trachtengruppe gibt: Kinder, Jugend und Erwachsene, wobei alle ein bisschen „jung, luschtich, schwowisch“ sind. Anlass meines Besuches war die Vorstellung der neuen Kindergruppe, die im vergangenen Jahr gegründet worden ist.

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Seit April 2008 gibt es eigentlich eine Kindertanzgruppe innerhalb der BTGM, aber im Laufe der Zeit wurden die mitwirkenden Kinder älter und 2014 in die Jugendgruppe integriert. Es ist gelungen, eine neue Kindergruppe ins Leben zu rufen, sodass auch die Kleineren die Möglichkeit bekommen, die Traditionen ihrer Ahnen kennenzulernen und zu pflegen, aber auch in die Gemeinschaft hineinzuwachsen. Alle Kinder haben, familiär betrachtet, einen Bezug zu den Banater Schwaben. Da macht es keinen Unterschied, ob die Eltern noch im Banat oder schon in Deutschland geboren sind, die Identitätsproblematik ist die gleiche.

Heutzutage ist das Interesse von Kindern an mobilen Medien groß; sehr oft ist zu hören, dass Kinder für andere Beschäftigungen nur schwer zu motivieren seien. Diese Behauptung trifft jedoch nicht auf die Kinder zu, die in der Banater Trachtengruppe München mitwirken. Hier fühlt sich keiner gezwungen mitzumachen, den Kindern macht es Riesenspaß bei den Proben und sie freuen sich, wenn sie die einstudierten Tänze und die schönen, bunten Trachten bei verschiedenen Auftritten präsentieren dürfen.

Die Leiterinnen der Kindertanzgruppe sind Lisa Klingler und Bettina Wagner. Wenn sie es nicht zur Probe schaffen, springen andere aus der Jugend- oder Erwachsenengruppe ein. Zurzeit gehören der Gruppe acht Kinder an im Alter von vier bis vierzehn Jahren. Selbstverständlich könnten es einige mehr sein, aber die Gruppe ist noch relativ neu und befindet sich noch im Auf bau. Newcomers sind immer gern gesehen. Das größte Problem ist – wie bei vielen anderen Tanzgruppen auch – der Mangel an Jungen. Von den acht kleinen Tänzern ist nur einer ein Junge, der aber nichtsdestotrotz tapfer mitmacht. Die Kinder treffen sich einmal wöchentlich zu Proben, die immer freitags von 19 bis 20 Uhr bei der Freien Turnerschaft München Süd (Engelhardstraße 26, 81369 München) stattfinden. Bei den Proben wird selbstverständlich vor allem getanzt, aber ein bisschen Zeit zum Spielen bleibt immer. Die Kinder sind immer voller Energie und mit Interesse bei der Sache, sie können sogar – sollte mal die Technik ausfallen – die Tänze auch ohne Musik proben.

Bei meinem Besuch war Lisa Klingler mit den Kindern da. Sie selbst gehört der Banater Trachtengruppe München an und wirkt aktiv in der Jugendtanzgruppe mit. Es ist bemerkenswert, wie einfühlsam eine 17-Jährige mit den Jüngsten umgehen kann. Die Kinder haben sich während der ganzen Probe gut benommen, sie haben interessiert mitgemacht und Kompromissfähigkeit bei der Einteilung der Probenzeit gezeigt. Sie tragen durch ihr Mitwirken nicht nur dazu bei, Brauchtum und Tradition der Banater Schwaben zu pflegen und aufrechtzuerhalten, sondern machen sich auch mit dem Wertesystem der Banater Trachtengruppe München vertraut, das sie Schritt für Schritt verinnerlichen. Dazu gehört zum Beispiel auch, dass keiner ausgelacht werden darf, zumal auf gegenseitigen Respekt und eine familiäre Atmosphäre Wert gelegt wird.

Schon als die Kinder in Begleitung ihrer Eltern eingetroffen sind, wirkten sie alle wie eine große Familie, in der jeder jeden gut kennt. Die Eltern genießen die Zeit der Proben gemeinsam und bleiben solange im Gemeinschaftsraum, bis die Kinder fertig sind.

Die Vorbereitungen waren intensiv, denn am 25. Juni wirkte auch die Kindertanzgruppe der Banater Trachtengruppe München bei der Feier zum 65-jährigen Jubiläum des Kreisverbandes München mit Kirchweihfest mit. Der Zusammenhalt innerhalb der Gemeinschaft ist unerlässliche Voraussetzung dafür, dass Traditionen bewahrt und weitergegeben werden können. Diesen Zusammenhalt konnte ich bei meinem Besuch spüren. Mein Fazit: Auch für Kinder, die in die digitale Welt hineingeboren sind, können Volkstanz und Tracht attraktiv sein.

Viktoria Nagy, ifa-Hospitantin

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