Literatur mal anders erleben

Quelle: Zentrum

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Am milden Altweibersommer-Abend am 18. Oktober fand bereits das dritte Programm der fünften Saison der Veranstaltungsreihe Zentrum Programme im HdU statt, welches der ungarndeutschen Literatur gewidmet wurde.

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Diesmal wurde ein Hörbuch von den darauf Mitwirkenden selbst vorgestellt. Nach der Eröffnungsrede von Zentrum-Direktorin Monika Ambach, die sich sehr freute, dass die CD Hilfsverbissima im Haus der Ungarndeutschen uraufgeführt werden konnte, übergab sie Zoltán Ágoston das Wort. Er sprach über die Entstehung des Hörbuches. Als praktizierender Literaturredakteur, aber ohne ungarndeutsche Wurzeln hat er sich wie Pontius Pilatus im Credo bei der Auswahl der Werke gefühlt. Er war jedoch bestrebt solche Werke auszuwählen, in denen es um die Schicksalsprobleme der Ungarndeutschen geht. Andererseits war aber sein Auswahlkonzept, dass es in den Werken allgemeine menschliche Fragen – wie Vergänglichkeit oder Liebe – behandelt werden sollen, weil diese von der jeweiligen historischen Situation unabhängig sind. Humorvoll und spielerisch sollen sie auch sein, damit sie den Hörern auch in schwersten geschichtlichen oder persönlichen Umständen Kraft geben.

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Die Zusammenstellung soll einerseits die Ungarndeutschen ansprechen, andererseits wird sie auch einem breiteren Publikum gewidmet. Dabei ist es ebenso wichtig, dass die Auswahl den Menschen von heute und  auch die jüngeren Generationen ansprechen kann. Den größten Teil des Materials machen die Werke ungarndeutscher Dichter und Schriftsteller der vergangenen Jahrzehnte aus, aber es sind frühere deutsche Werke mit ungarischem Bezug wie z.B. einige Gedichte von Nikolaus Lenau darauf zu hören.
Die Anzahl der männlichen Autoren in der ungarndeutschen Literatur ist viel größer. Um ein Gleichgewicht zwischen den Geschlechtern anzustreben, wurde das Lebenswerk von Valeria Koch besonders hervorgehobe

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Bei der erlebnishaften Rezeption des literarischen Materials hilft einem über die sachkundige schauspielerische Vorführung hinaus auch die hervorragende musikalische Untermalung. Die schon bekannten musikalischen Formen wie der Tango, die Polka, oder der Walzer wurden in einer sogenannten „weltmusikalischen Auffassung” von Tamás Rozs komponiert. Er ist einer der kreativsten Schöpfer zeitgenössischer Theatermusik und ein Mitglied des Ensembles „Szélkiáltó”. In dieser Auffassung wurde auch ein Gedicht in der Form eines Raps bearbeitet und von Raul Ionescu auf der CD vorgetragen. Bei der Aufnahme wurde darauf geachtet, dass die Werke männlicher Autoren von einem Schauspieler und die von Autorinnen von einer Schauspielerin vorgetragen werden. So sind Kilian Klapper und Ildikó Frank auf der Platte zu hören.

Im Rahmen der Veranstaltung  las Ildikó Frank die Werke vor. Zwischen den Gedichten und Kurzprosawerken wurden auch einige musikalische Stücke von den auf der CD mitwirkenden Musiker Tamás Rozs (Cello), Péter Puskás Wágner (Akkordeon) und János Mazura (Tuba) vorgetragen bzw. das Volkslied Die Donau fliesst begleitet. Folgende Gedichte waren zu hören: Ahnerls Lied von Erika Áts, Fazit, Hilfsverbissima sowie Lenaus Lied von Valeria Koch. Der Vortrag einer professionellen Schauspielerin ermöglichte eine ganz andere Wahrnehmung der Bedeutung der Werke, als wenn man sie still für sich liest. Die Prosawerke Unser Tisch von Christina Arnold und Bekenntnisse eines Birkenbaumes von Valeria Koch dienten dem Publikum auch zur besseren Vorstellung, nach was für einem Konzept die CD zusammengestellt wurde.

Beim anschließenden Empfang erfuhr man auch, dass die Schöpfer des Hörbuches auch das pädagogische Ziel haben, die Schüler und Studenten zu erreichen.
Die CD wird nicht in den Handel kommen, aber wird Bildungsinstitutionen zur Verfügung gestellt. Bald wird sie auch in der Ungarndeutschen Bibliothek zugänglich sein.

Nándor Frei

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