„Unter fremdem Himmel – auf russischem Lande verquält…“

Quelle: Neue Zeitung

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Sonderausstellung im Ungarndeutschen Museum

Die Sonderausstellung „Unter fremdem Himmel – auf russischem Lande verquält…“ wurde am 29. September im Ungarndeutschen Museum in Totis/Tata eröffnet. Die Ausstellung erinnert an die Jugendlichen, die zwischen 1944 und 1949 zur Zwangsarbeit nach Russland verschleppt wurden. Die Besonderheit der Sammlung ist, dass dieser tragische Schicksalsschlag der Ungarndeutschen im 20. Jahrhundert durch persönliche – oft optimistische – Erinnerungen veranschaulicht wird. Die alten Fotos, die auf Säcke gedruckten, kurzen, aber alles zusammenfassenden Zitate, die im Lager benutzen Originalgegenstände, die einzelnen rührenden und erschütternden Texte erzählen vieles, was man über diese Zeit wissen kann.

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Die doppelte Bedeutung des Waggons betonte der Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen Otto Heinek in seiner Eröffnungsrede. Das traurige Symbol des 20. Jahrhunderts ist der Viehwaggon, in dem Millionen von Menschen in den Tod gefahren worden sind. Denken wir aber auch daran, dass die Waggons, die die Ungarndeutschen zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion transportierten, doch auch einen Rückweg hatten. Diese positive Botschaft hat die Ausstellung, die Bejahung des Lebens – trotz der unmenschlichen Umstände.

Die Kuratorin der Ausstellung, Frau Judit Walter Müller, beschäftigt sich seit elf Jahren mit diesem Thema. Ihre Führung durch die Ausstellung brachte oft Tränen in die Augen der Besucher: Sie erzählte viele Geschichten, die sie aus Gesprächen mit Überlebenden erfuhr, und stellte die Gegenstände (z.B. eine Scheibe Brot, einen Blechbecher oder Kleidungsstücke) vor, die von den Gewährsleuten stammen.

Totis-Müller

Die Eröffnungsfeier wurde durch die wunderschönen Volkslieder des Deutschen Nationalitätenchors Kirne und durch die vom Jungen Traditionspflegenden Verein in Woj gebackenen, feinen Kuchen zu einem musikalischen und gastronomischen Genuss.

Dorottya Bach

Der Artikel ist erschienen in: Neue Zeitung 41/2017

Foto: Edit Varga

Die Sonderausstellung ist bis Ende März 2018 im Ungarndeutschen Museum (Tata, Alkotmány Straße 1) zu besichtigen.

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