Hauptstädtische Adventsfeier

Quelle: Zentrum

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Traditionell schließt die Deutsche Selbstverwaltung Budapest das Jahr mit einer Adventsfeier. Gestaltet wird das Kulturprogramm jährlich von eingeladenen Mitwirkenden, und an der Veranstaltung wird die Auszeichnung „Für das Deutschtum in Budapest” übergeben.

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Die Körperschaft der Selbstverwaltung hat die Entscheidung getroffen, dass sie dieses Jahr posthum das Lebenswerk von Beate Dohndorf würdigt. Die Auszeichnung übernahm Claudia Bartyik, die Tochter der Redakteurin. (Die Laudatio ist am Ende des Berichts zu lesen.)

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Die eingeladenen Kulturgruppen kamen dieses Jahr aus dem III. Bezirk der Hauptstadt. Zuerst trat die Schwäbische Tanzgruppe Braunhaxler aus Altofen auf die Bühne. Die vor fünf Jahren gegründete Gruppe hat jährlich 10-12 Auftritte, organisiert Tanzhäuser für die Interessierten und bereitet sich schon fürs nächste Jahr vor, da die Tänzerinnen nach Portugal reisen, um an der 55. Europeade teilzunehmen. In ihrem Repertoire stehen ungarndeutsche, deutsche, aber auch ungarische Tänze.

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Mit fünf Weihnachtsliedern bereitete sich der Chor vom Krottendorf-Verein für diesen Nachmittag vor. Seine Geschichte geht bis Anfang der 1990er Jahre zurück, als er unter der Leitung von Ludwig Hollós, als erster deutschsprachiger gemischter Chor des III. Bezirks von Budapest gegründet wurde. Die erfolgreiche Arbeit des Singkreises zeigt, dass er in den vergangenen Jahren bei den Wertungsspielen des Landesrates der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen mehrmals mit der Qualifikation Gold ausgezeichnet wurde.

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Fürs bunte Programm am 4. Dezember sorgten noch Dóra Börcs und Eszter Komlódi, die Schülerinnen des Deutschen Nationalitätengymnasiums, und die GJU Budapest. „Identität in der Hauptstadt” lautet das Motto des vor 2 Jahren gegründeten hauptstädtischen Freundeskreises der Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher. Vorsitzende Loretta Wágner sprach über die Programme der GJU Budapest wie zum Beispiel „Lernen wir tanzen!”, ungarndeutsche Jugendabende oder Flashmobs an den TrachtTagen, die dem Ziel dienen, Jugendliche die Möglichkeit zu geben, ihre ungarndeutsche Identität zu pflegen und sich mit Gleichgesinnten zu treffen.

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Gast der Veranstaltung war auch Emmerich Ritter, der auf die Relevanz der Parlamentswahlen 2018 hinwies. Mit genügend Stimmen kann nämlich die deutsche Nationalität Ungarns einen vollberechtigten ungarndeutschen Abgeordneten ins Hohe Haus wählen, der sich mit noch mehr Rechten und politischen Möglichkeiten für seine Volksgruppe im Parlament einsetzen könnte, als ein Parlamentssprecher. Mehr zum Thema finden Sie auf der Zentrum-Seite unter dem Menüpunkt Wahl 2018.

Lajos Grund

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Laudatio auf Beate Dohndorf

Mit der Auszeichnung Für das Deutschtum in Budapest würdigen wir in diesem Jahr posthum das Lebenswerk einer kreativen, zuverlässigen, fleißigen, gewissenhaften Redakteurin, die sich besonders für den Deutschunterricht eingesetzt hat. Als langjährige Büroleiterin des Bundes Ungarndeutscher Schulvereine und Herausgeberin von BUSCH-Trommel hat Beate Dohndorf wesentliche Impulse für die Verbesserung des Deutschunterrichts, für die Fortbildung der Deutschpädagogen (zum Beispiel BUSCH-Akademie an der Budapester Eötvös-Loránd-Universität) gegeben. Mit der Gründung von NZjunior in 1994 und von DKjunior in 1996 schuf sie wichtige Foren für und über die Deutsch lernenden jungen Generationen.

Beate Dohndorf stammte aus der DDR, studierte an der ELTE in Budapest, arbeitete seit September 1979 in der Redaktion Neue Zeitung. 1994 wurde die Idee von NZjunior geboren, um die Deutsch lernenden SchülerInnen zum Mitmachen anzuregen. NZjunior wird von Anfang an von den SchülerInnen mitgestaltet – Tausende von Einsendungen zu verschiedenen Themen gingen und gehen in der Redaktion ein. NZjunior wird sowohl von den Kindern als auch von den Pädagogen gern gelesen und im Unterricht eingesetzt.

Von 1995–2012 erschien die BUSCH-Trommel als Beilage der Neuen Zeitung viermal im Jahr und bot als Sprachrohr des Bundes Ungarndeutscher Schulvereine Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch unten den Deutschlehrern und Deutsch-Kindergärtnerinnen und befasste sich ausführlich mit der Lage des deutschen Nationalitätenunterrichtes z.B. einschlägige Gesetze, Verordnungen, Fortbildungen, neue pädagogische, methodische Verfahren.

Beate Dohndorf hat uns am 6. November für immer verlassen. NZjunior und DKjunior leben weiter im Geiste ihrer Gründerin.

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