Würdige Erfolge der deutschen Volksmusik

Quelle: Landesrat

Möchten Sie über ähnliche Themen erfahren?
Drücken auch Sie ein Like auf die –> Zentrum Facebook-Seite

KÓTA-Preise für Mitglieder des Landesrates

Jedes Jahr, am 22. Januar wird der Tag der ungarischen Kultur im ganzen Land und in ungarischen Gemeinden auf der ganzen Welt mit Konzerten, Ausstellungen und literarischen Veranstaltungen gefeiert. An diesem Tag vollendete der ungarische Dichter Ferenc Kölcsey sein Gedicht Hymnus, das später die ungarische Nationalhymne wurde.

2018-01-21 KÓTA

Bereits am 21. Jänner feierte KÓTA (Magyar Kórusok, Zenekarok és Népzenei Együttesek Szövetsége – Verband Ungarischer Chöre, Musikgruppen und Volksmusikensembles) diesen Tag mit der feierlichen Überreichung der KÓTA-Preise an mehr als dreißig verdiente Persönlichkeiten und Kulturgruppen. Die feierliche Übergabe fand im Festsaal des Zisterzienser Sankt-Emmerich-Gymnasium in Budapest statt.

Nach der ungarischen Hymne – gespielt vom Seksarder Kammerorchester – ergriff die Festrednerin Dr. Zsuzsanna Mindszenty, mit dem Liszt-Preis gekrönte Chorleiterin und Vorsitzende von KÓTA, das Wort. Sie erinnerte an den Tag der ungarischen Kultur sowie an die Gründung des KÓTA-Preises im Jahre 2004, und eröffnete feierlich die Veranstaltung.

2018-01-21 KÓTA

Nun kam es zur Übergabe der Preise.

Zur Eröffnung spielte das Seksarder Kammerorchester, geleitet von Lajos Földesi, von Bálint Kövi Arthur „Orpheus und Eurüdiké“ und von Ferenc Farkas „Aria Rondo all ungarese“. Dieser Chor wurde auch mit dem KÓTA-Preis geehrt.

In der Kategorie Nationalitäten hat neben dem Obergallaer Nationalitätenchor auch der Heimatklang-Chor aus Waschludt den großen Preis von KÓTA erhalten. Der Preis wurde von Klará Márkus-Natter mit freundlichen und anerkennenden Worten übergeben. Der Heimatklang-Chor wurde im Jahre 2012 mit der Absicht gegründet, die letzten Volksliedüberlieferungen aus dem riesigen Liederschatz der Ahnen zu heben, zu bewahren und an die nächste Generation weiterzugeben. Waschludt war schon immer für seine guten Sänger mit außergewöhnlich schönen Stimmen bekannt. Die Nachkommen dieser Menschen verfügen auch über diese wunderschöne Gabe. Die DNSV unterstützte dieses Vorhaben und im Chor singen nur Mitglieder, die ungarndeutsche Wurzeln haben. Im Chor singen jetzt 11 Personen.

2018-01-21_KoTA_PREIS_._L1010921_019

Die vier Männer und sieben Frauen verleihen der Gruppe einen sehr guten Klang. Zur Begleitung wurde der Harmonikaspieler Josef Bauernhuber gewonnen, dessen Ahnen auch aus Waschludt stammen und dem die traditionelle deutsche Musik sowie die Aufbewahrung hiervon auch sehr am Herzen liegt. Er spielte 45 Jahre lang in der ungarndeutschen Kapelle und ist gemeinsam mit seinen Söhnen auch heutzutage ein fester Bestandteil von Nationalitätentreffen. Im April erreichte der Chor bei dem vom Landesrat veranstalteten Qualifikationswettbewerb die Qualifikationsstufe Rosmarein. Bei der Landesgala für Chore in Wetschesch erhielt der Chor den „Festivalpreis“, der ihm die Möglichkeit gibt, bei der LdU-Gala im Jahre 2019 aufzutreten. Er ist nicht nur in seiner Heimat, sondern auch im Ausland würdiger Botschafter der ungarndeutschen Volkslieder und Kirchenlieder aus der Wesprimer Region. Die künstlerische Leitung hat Hajnalka Pfeifer-Takács, begleitet wird das Ensemble von Josef Bauernhuber auf der Harmonika.

Nun wieder ein musikalisches Zwischenspiel. Der Zither-Volksmusikverein „Rezeda“ aus Dunaszegi brachte zwei Liedersträuße zu Gehör. Der Leiter der Gruppe war László Kozsma.

2018-01-21 KÓTA

In der Kategorie „Posthum” ging ein Preis an unseren leider viel zu früh verstorbenen Vorsitzenden der Sektion Chöre im Landesrat, Franz Kreisz.

Franz Kreisz wurde am 29. Oktober 1942 in Taks geboren und verstarb im Jahre 2016. Um die Traditionen der Deutschen in Taks und Umgebung zu sammeln, zu pflegen und zu bewahren, gründete er im Jahre 1968 den Männerchor. Mit etwa 23-24 Mitgliedern hatte er jede Stufe der Chorqualifikationen durchlaufen und 1985 die Goldstufe belegt, welche er seitdem mit diesem Chor noch mehrmals erworben hatte. 1971 gründete er den Frauenchor sowie im Jahre 1995 den Gemischtchor in Taks, die hohe Qualifizierungen errungen haben. Gesangslehrer, Chorleiter und eifriger Sammler altes ungarndeutschen Liedgutes war er seit der Gründung des Landesrates der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen im Jahre 1996 bis zu seinem Tode.

2018-01-21 KÓTA

Unter seiner Leitung hat der Landesrat die Qualifikationskriterien für Chöre ausgearbeitet, die Qualifikationswettbewerbe erfolgreich eingeführt, die auch heute zur Weiterentwicklung der Chöre dienen. Als Vorsitzender der Sektion Chöre hat er seine reichen Erfahrungen in der Traditionspflege der ungarndeutschen Kultur für die Chöre erfolgreich vermittelt. Im Jahre 2007 hat der Landesrat seine Verdienste mit dem Stefan-Kerner-Preis anerkannt. Außerdem war er auch Träger der Preise „Für Taks/Taksony“ und „Pro Cultura Minoritatum Hungariae“. Trotz seiner schweren Krankheit ließ er es sich nicht nehmen, bei den fünf Chorqualifikationen des Landesrates im Jahre 2013 dabei zu sein, und führte seinen Frauenchor bei der Qualifikation in Mesch/Mözs zu „Gold mit Rosmarein“ – die höchste Qualifikationsstufe, die es gibt.

Die Auszeichnung wurde von József Birinyi, dem Mitvorsitzenden von KÓTA und Volksmusikforscher, mit warmen, anerkennenden und mitfühlenden Worten an Landesrat-Vorsitzenden László Kreisz, in Vertretung der Familie, überreicht.

2018-01-21_KoTA_PREIS_._L1010927_025

Der nächste Programmpunkt war der Auftritt des Mädchenchores des Fachgymnasiums Szent István Király für Musikkunst geleitet von Tünde Tőkes. Von Zoltán Kodály hörten wir „Fancy dal“ und „Pünkösdölő“. Solisten waren Luca Csőrgő und Dorottya Nagy. Lang anhaltender Applaus war der Dank für diese hervorragende Darbietung. Auch dieser Chor wurde mit dem KÓTA-Preis geehrt. Der letzte Punkt im Festprogramm war der Auftritt des Zentralchores der Baptisten. Geleitet von Gábor Óhla hörten wir von diesen herrlichen Stimmen gesungen Sándor Szokolays „Örvendjetek az Úrnak“, den „131. Gesang/zsoltár“ von Ferenc Farkas, von Lajos Bárdos „Fohászkodom hozzád, Uram“ und den „124. Gesang/zsoltár“ von Emil Ráduly. Glänzende Stimmen bestätigten wieder einmal den Ruf der Baptisten-Chöre, dass sie zu den Besten der Welt gehören.

2018-01-21 KÓTA

Die verbindenden Worte sprach Dr. Anikó Fehér, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Ungarischen Kunstakademie.

Der Landesrat gratuliert allen Ausgezeichneten. Möge Gott ihnen noch lange Kraft geben, um die magyarische und ungarndeutsche Kultur singend zu verbreiten.

2018-01-21 KÓTA

Bei einem abschließenden Empfang konnten bei entspannter Stimmung über die Preise diskutiert, Freundschaften erneuert und neue Kontakte geknüpft werden.

Text u. Bilder Manfred Mayrhofer, Zsuzsanna Ledenyi

Magyarwechsle die Sprache

Schlagwörter:

Zum Thema:

© 2004 - 2018 • Ungarndeutsches Kultur- und Informationszentrum, alle Rechte vorbehalten!
logo