Fasching anderswie: Kneipen-Olympiade

Quelle: Zentrum

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In vielen Ortschaften wurde vor der Fastenzeit die alte Tradition des Faschingsbegräbnisses wiederbelebt. So war es vor Kurzem auch in Tarian. Dieses Jahr fand der Deutschklub eine neue Idee aus: Seine Mitglieder organisierten am 11. Februar einen Wettbewerb, zu dem alle Vereine und Zivilorganisationen eingeladen wurden. Martin Schneider, Erfinder des Programms erzählte über den Nachmittag.

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Woher kam die Idee für eine Kneipen-Olympiade? Was ist eigentlich dieser Wettbewerb?
Er ist die Kombination des Vereinsfaschings, einer seit längeren bestehenden Veranstaltung und einer neuen Idee, um unseren breiteren Freundeskreis mit etwas Neuem zusammenzutrommeln. Diese zweite Vorstellung dehnten wir auf alle zivilen Vereine des Dorfes aus. Wir versuchten solche Spiele zu finden, bei denen Alter und Geschlecht keine Vor- oder Nachteile haben. Ich hatte noch mit meiner Uroma Karten gespielt, aber ich denke, viele Teilnehmer karteten mit Leuten anderer Generationen zuerst hier. Ich kann deswegen stolz behaupten, dass die Veranstaltung ihr Hauptziel, die Altersunterschiede zu überbrücken, erreicht hat.

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Wie und mit wem hast du die Disziplinen erfunden?
Wir wollten eine unterhaltsame Veranstaltung auf die Beine stellen. Wir haben uns deswegen mit ein paar Freunden zusammengesetzt und Spiele gesammelt, die die Kriterien erfüllen: Denk- und Geschicklichkeitsspiele wie Poolbillard, Karte, Kegel oder Tischfußball. Nach ein paar Minuten war der gemeinsame Nenner auch klar: All diese werden in der Kneipe geübt, daher die Benennung. Die erste Disziplin, was wir sofort aufnahmen, war „Zsírozás”, das wohlbekannte Kartenspiel mit ungarischem Blatt.

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Über Hufeisenwerfen habe ich leider nur Geschichten gehört, aber mit einer kleinen Modifizierung konnte man sich in dieser Disziplin auch auf die Probe stellen: Holzreifen wurden auf Stangen geworfen. Heutzutage wird Darts immer beliebter, es gefiel uns auch, deswegen haben wir es als drittes Spiel gewählt. Damit wir auch eine „Kuriosität“ haben, die wahrscheinlich niemand kennt, vertiefte ich mich in die deutsche Kneipenkultur. So stieß ich auf Prömpeln (das Schnipsen des herabhängenden Deckels einer Bügelflasche) und so wir hatten endlich das vierte Spiel.

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Wie verlief der Abend für dich?
Während der Tage vor Sonntag war ich sehr aufgeregt. Es war die erste solche Veranstaltung, die wir mit einen Handvoll Menschen in zwei Wochen herausgefunden, organisiert und angekündigt haben. Am Ende der Ballsaison ist es aber leider nicht so einfach die Einwohner zu bewegen. Sogar am Mittwoch war noch alles still, es gab kaum Bewerber, nur drei Gruppen. Aber als um 4 Uhr immer mehr Leute ins Kulturhaus kamen und die Zahl der Teilnehmer nach einer halben Stunde mehr als hundert war, war ich erleichtert. Dann kam eben die nächste Herausforderung, so viele Menschen zu koordinieren.

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Was würdest du anders machen, was verbuchst du als Erfolg?
Am Freitag, während der Vorbereitungsarbeiten haben wir jedes Spiel modelliert, wie viel Zeit es in Anspruch nimmt. Das hat sich gelohnt. Die dreistündige Wettkampfsdauer überschritten wir nur um sieben Minuten! Es gab aber viele, kleine Sachen, die noch flotter hätten gehen können, hätten wir noch mehr Routine gehabt. Manchmal herrschte getarntes Chaos, aber alle tolerierten es. Die größte Freude und Anerkennung war für mich, als ein Teilnehmer sagte, dass er überhaupt nicht habe kommen wollen, aber froh sei, dass er letztendlich nicht so etwas Dummes gemacht hat.

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Wie weiter? Was sind deine Pläne mit der Veranstaltung?
Ich möchte in der Zukunft noch mehr Menschen ansprechen und miteinbeziehen. So werden wir entweder mehr Spiele oder mehr Raum brauchen, so dass niemand sich nur für eine Sekunde auch langweilen kann!

Katinka Árendás

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