Die gastronomische Kultur der Branauer Ungarndeutschen im Fokus

Quelle: Zentrum

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VI. Ungarndeutsches Backcamp
der Hartianer Jugendlichen

Das ungarndeutsche Backcamp des Freundeskreises Schwäbischer Jugendlicher Hartian blickt schon auf eine fünfjährige Erfolgsgeschichte zurück. Die neuartige Idee, jungen Mädchen und Frauen unsere gastronomische Kultur in Form eines einwöchigen Camps weiterzugeben, ging eigentlich aus einem Hausgarten hervor.

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Nach zwei Jahren, mit dem Aufbau des Handwerkhauses „Eulennest” in Hartian eröffnete sich die Möglichkeit, die Zielgruppe der Backwoche zu erweitern. In den letzten drei Jahren ist sie schon ein überregionales Programm geworden. Da die jungen Mitglieder unseres Vereins schon die Anfertigung von fast allen ungarndeutschen Spezialitäten Hartians erlernt haben, haben wir gemeint, dass wir heuer was ganz Neues ausprobieren möchten. So fiel die Wahl auf die Branauer Gemeinde Litowr, die wohlbekannt für ihre Gastronomie und Gastfreundschaft ist.

Das Backcamp in Litowr war aber dieses Jahr nicht nur dem Kochen und Backen gewidmet, wir wollten auch die reiche Geschichte und Kultur der Branauer Ungarndeutschen näher kennenlernen.

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An jedem Vormittag bereiteten wir mit unseren Gastgebern, mit der Familie Markesz, eine Suppe, ein Hauptgericht und ein typisches Gebäck zu. Im Laufe der Woche machten wir zum Beispiel Kraut und Knedel, Ohrwaschl, Bohnensuppe mit Hefeknedl, Schmerkipfel und Strudel. Interessant war, dass wir doch viele Ähnlichkeiten mit unserer Gastronomie entdeckten. Viele Spezialitäten haben nur eine andere Bezeichnung – beispielsweise Ohrwaschl wird bei uns Zimetkrofni genannt -, oder wir fanden nur winzige Unterschiede in den Rezepten. Die Grundzüge sind also in den Küchen der beiden Ortschaften gleich, die Sparsamkeit und die Handlichkeit sind in den Vordergrund gestellt, es gibt nur wenige Fleischgerichte, Gemüse wie Bohne, Kraut, Tomate werden besonders häufig und gerne aufgearbeitet. Frau Kathi und Resi waren immer sehr hilfsbereit und nett zu uns, sie brachten uns Vieles bei. Die Mädchen wurden öfters gelobt, weil sie geschickt und selbstständig arbeiteten, sie hatten in Hartian gute Grundlagen bekommen.

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Wie gesagt, das diesjährige Backcamp war nicht nur ein gastronomisches Camp, sondern auch eine Art von Volkskundecamp und Teamweiterbildung. Der Teamgeist wurde zum Beispiel mit einer speziellen „Überlebenstour“ mit vielfältigen Aufgaben zum Thema Ungarndeutschtum gefördert. Nachmittags besuchten wir die ungarndeutschen Ortschaften in der Nähe. Zuerst stellte uns István Markesz Litowr vor. In Schomberg beschritten wir in der Begleitung von Frau Katalin Berek einen der ersten ungarndeutschen Lehrpfade. In Fünfkirchen erzählte uns ifa-Kulturmanagerin Sandra György über die Tätigkeit des Lenau-Hauses. Natürlich durfte der nagelneue und sehr interaktive Fekeder Lehrpfad aus unserem Programm nicht fehlen, diese neue Sehenswürdigkeit zeigte uns Frau Réka Peck. Danach trafen wir uns in Bawaz mit dem Tóth-Kresz Duo. Vivi und Toni empfingen uns besonders herzlich im Schwabenhof. Nach der Besichtigung des schön renovierten Kolonistenhauses lehrten sie uns typische Bawazer Tänze und ungarndeutsche Volkslieder. Am letzten Tag vor der Heimreise besuchten wir noch Ofala und Altglashütte. In Ofala führten wir mit Bürgermeisterin Elisabeth Bechli ein Rundtischgespräch über die Bewahrung der Ofalaer Mundart.

Herzlichen Dank an Alle, die unseren Aufenthalt in der Branau so schön gestalteten! Wir bedanken uns bei dem Ministerium für Humanressourcen für die Förderung des Programms!

Nach unseren Plänen kehrt das ungarndeutsche Backcamp nach Hartian zurück, aber in das übernächste Jahr werden wir wieder ein anderes Reiseziel wählen.

Martin Surman-Majeczki

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