Heiliger Gerhard, Vorbild auch am Anfang des 3. Jahrtausends

Quelle: Zentrum

Möchten Sie über ähnliche Themen erfahren?
Drücken auch Sie ein Like auf die –> Zentrum Facebook-Seite

Deutsche Festmesse des St. Gerhards-Werks
in der Felsenkirche

Oft kann man die Feststellung in verschiedenen Foren hören, dass die Lage der deutschsprachigen Messe in den ungarndeutschen Gemeinden ziemlich problematisch ist. Eben deshalb ist die Bedeutung einer deutschen Festmesse, wie die jährlich im September in der Felsenkirche stattfindende Gerhardsmesse, groß. Ein Beweis dafür, dass auch in unseren Tagen der Anspruch besteht, die deutschen kirchlichen Traditionen zu bewahren und zu pflegen.

Gerhardsmesse 2018-

Aus den schwäbischen Ortschaften, wo in der Kirche kaum ein deutsches Wort zu hören ist, kommen die Pilger besonders gern zu den vom St. Gerhards-Werk (Verein der Katholischen Ungarndeutschen) organisierten Veranstaltungen. Trotz des schlechten, regnerischen Wetters kamen zahlreiche Gläubige am 22. September nach Budapest in die von den Paulinern gepflegte Felsenkirche, wo wir jedes Jahr unseres Namensgebers, des Märtyrerbischofs St. Gerhard, gedenken.

Die Stimmung ist in der romantischen Kirche immer familiär, gleichzeitig aber auch feierlich. Die Festmesse zelebrierte der Wiener Pfarrer, Bernhard Kollmann, aus der St. Elisabeth Gemeinde, der mit seiner Tätigkeit in Budapest, in der Fő Straße in der Kirche zu den Wundmalen des Heiligen Franziskus gerade vor einem Jahr begann.

Gerhardsmesse 2018 -8

Erfreulicherweise melden sich Jahr zu Jahr ungarndeutsche Chöre, dass sie bei der Festmesse mitwirken möchten, und der Vorstand des St. Gerhards-Werks hält es für wichtig, dass jedes Jahr ein anderer Gastchor für die musikalische Umrahmung sorgt. Diesmal war der Lyra-Chor aus Budaörs/Wudersch unter der Leitung von Margit Udvarnoky-Komjád an der Reihe. Die Texte werden immer im Voraus kopiert und verteilt, so können auch die Gläubigen mit den Chormitgliedern singen. Beim Gottesdienst erklang die Schubert-Messe und ergriffen sangen die Pilger mit dem Chor „Wohin soll ich mich wenden, wenn Gram und Schmerz mich drücken?”. Natürlich konnte eines der schönsten Marienlieder, „Mit frohem Herzen will ich singen” auch nicht fehlen. Während der Kommunion ertönte „Aus Lieb’ verwund’ter Jesu mein” mit 4 Strophen. Wallfahrer aus elf Ortschaften feierten, beteten und sangen zusammen: Das ist immer ein berührendes, tiefes Erlebnis und zeigt, dass trotz aller pessimistischen Feststellungen unsere deutschen kirchlichen Traditionen noch lebendig sind.

Gerhardsmesse 2018 -6

Die größte Pilgergruppe (zirka 50 Leute) kam aus Berkenye/Berkina und Szendehely/Sende unter der Leitung von Anna Gill. Der Vorstand des St. Gerhards-Werks dankt ihr für ihre Hilfe und Aktivität.

In seiner Predigt, die diesmal von dem Pastoralassistenten, Otto Szűcs auch in ungarischer Sprache vorgelesen wurde, sprach Pfarrer Bernhard Kollmann über die Parallelität zwischen der Tätigkeit des Märtyrerbischofs St. Gerhard und der heutigen Situation, wo Christen in vielen Ländern Verfolgung erleiden müssen. Unser Glauben in Jesus hat auch Konsequenzen, die uns von den anderen Menschen unterscheiden. Heiliger Gerhard kann für uns ein Vorbild sein, der mit seinem Beispiel zeigt, dass wir nicht auf Irrwege geführt werden können.

Vor dem Erklingen des Abschlussliedes „Großer Gott wir loben dich” hat sich der Vorsitzende des St. Gerhards Werks, Dr. Paul Klincsek, bei allen Mitwirkenden bedankt, die dazu beigetragen haben, dass die Festmesse so schön gelungen ist. In erster Linie hat er seinen Dank dem Zelebranten, Pfarrer Kollmann, und den Ministranten, Otto Szűcs und Henrik Dauner, ausgesprochen. Herzlich willkommen hieß er Anna Kerner, die Abgeordnete von der Deutschen Selbstverwaltung Budapest, und dankte gleichzeitig für die Förderung der Gerhardsmesse. Er dankte dem Paulinerorden dafür, dass er die Kirche für die Feier zur Verfügung gestellt hatte. Er dankte weiterhin dem Gastchor Lyra für die musikalische Gestaltung.

Gerhardsmesse 2018 Gruppenbild

Er begrüßte alle Pilgergruppen aus Berkenye/Berkina, Szendehely/Sende, Budakeszi/Wudigeß, Budaörs/Wudersch, Kerecsend aus dem Komitat Hewesch, Pilisszentiván/Sanktiwan bei Ofen, Solymár/Schaumar, Soroksár/Schorokschar, Tököl/Tekele, Szár/Saar, Szentendre/Sankt-Andrä und aus der Budapester St. Elisabeth Gemeinde. Er berichtete kurz über die diesjährigen Veranstaltungen des Vereins und drückte seine Hoffnung aus, dass die Wallfahrer nach dieser wunderschönen Festmesse im Glauben gestärkt heimkehren.

Maria Herein-Kőrös

stellv. Vorsitzende des St. Gerhards Werks Ungarn

Magyarwechsle die Sprache

Schlagwörter:

Zum Thema:

© 2004 - 2018 • Ungarndeutsches Kultur- und Informationszentrum, alle Rechte vorbehalten!
logo