Fortbildung auf dem höchsten Punkt von Budapest

Quelle: Zentrum

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Der Deutsche Schulverein der Komitate Pesth und Naurad organisierte am 5. Oktober eine Studienreise mit Fortbildung bei wunderschönem Herbstwetter zum Aussichtsturm auf dem Johannisberg.

Janos-hegy 2018

Der Johannisberg ist mit 528 Meter über dem Meeresspiegel der höchste Punkt und gleichzeitig der schönste Aussichtspunkt der Haupstadt. Seine charakteristische Form kann man schon aus der Ferne sehen, egal aus welcher Richtung man sich Budapest nähert. Mit dem Elisabeth-Aussichtsturm an der Spitze – der nach der Königin Elisabeth (Sisi) benannt wurde – war und ist dieser Berg auch heute noch nicht nur unter der haupstädtischen Bevölkerung, sondern auch unter den Ausländern sehr beliebt.

Erzsebet- kilato

Das Ziel der Studienreise war einerseits die Lage der schwäbischen Ortschaften im Ofner Bergland von oben zu beobachten, andererseits wollte der Vorstand des Vereins für die Deutschlehrer im Nationalitätenunterricht im Café des Turmes einen Vortrag zum Thema veranstalten, deshalb lud er den bekannten Lokalhistoriker Dr. András Salamin ein.

Da dieses Gebiet ein Naturschutzgebiet ist (es ist verboten mit dem eigenen Auto hineinzufahren), konnten die Vereinsmitglieder den Aussichtsturm mit dem elektrischen Kleinbus erreichen, der die Strecke vom Wetterbaum/Normafa bis zu der Spitze in weniger als zehn Minuten zurücklegte.

Schulverein 2018 Aussicht von oben

Der 26 Meter hohe, von Frigyes Schulek entworfene, im Jahre 1910 im romanischen Stil gebaute Elisabeth-Aussichtsturm hatte auch für uns, Budakesser/Wudigesser immer eine große Bedeutung. Und wie stark die Bindung zu diesem Ort – man kann ihn auch Denkmal nennen – sein kann, zeigt die Geschichte meiner Tante, Stefánia Bercse-Herein, deren letzter Wunsch war, noch einmal auf den Johannisberg hinaufzukommen und von dort das Dorf Budakeszi/Wudigeß, den „Schauplatz” ihrer Kindheit zu sehen. Im Mai 2013 besorgten wir die nötigen Erlaubnisse und organisierten eine kleine Reise für eine sechsköpfige Budakesser Frauen-Gesellschaft. Da meine Tante eben Geburtstag hatte, nahmen wir einen großen Tisch und Stühle mit, und bewirteten unsere Gäste auf dem Platz vor dem Turm. Über diese „ungewöhnliche”, aber unvergessliche Geburtstagsfeier berichtete auch die Zeitung „Budakeszi Hírmondó”.

Schulverein Mitglieder 2

Auch die Vertriebenen, deren Kinder, Enkelkinder, die zu Besuch in ihrem Heimatdorf, Budakeszi sind, kommen gerne hierher.

Nachdem die Deutschpädagogen und die eingeladenen Gäste von den drei offenen Terassen das Panorama – viele behaupten, dass man beim klaren Wetter bis Pozsony/Pressburg sehen kann – bewundert hatten, begann der Lokalhistoriker im Café seinen Vortrag „Bildungsinstitutionen einst auf dem Bergland”. Er sprach zuerst über die erste, im Jahre 1910 gegründete Waldschule, über das Heilpädagogische Kindersanatorium Margit Révész (SZANI), im Remete-Weg 18. Wir bekamen einen interessanten Einblick, wie die reichen Kinder von Pesth, deren Eltern keine Zeit hatten, sich mit ihren Kindern zu beschäftigen, in dieser Bildungsinstitution mit viel Liebe und Aufmerksamkeit erzogen wurden. Dazu diente die aus sechs Joch bestehende Wald-Umgebung mit frischer Luft als ein entsprechender Ort.

Schulverein 2018 eloadas 2

Die alte, ursprünglich ebenerdige, im Jahre 1898 gegründete Grundschule in Zugliget/Auwinkel (Zugligeti-Weg 113) erlebt heute ihre Blütezeit, nachdem das Schulgebäude mit einem Stockwerk und mit Turnhalle erweitert worden ist.

Wir erfuhren von Dr. András Salamin ferner, dass die Schüler des im Jahre 1949, im Gebäude des Gasthofes „Auge von Gott” (Isten szeme) gegründeten Kossuth-Kinderheimes im eigenen Teich (fast unglaublich auf einem Karstgebiet!), dessen Wasser aus zahlreichen Quellen speiste, baden konnten.

Schulverein Mitglieder 2018

Das Gründungsjahr der Jókai Mór Grundschule auf dem Schwabenberg (Diana-Weg 4) ist 1858, damit ist sie die älteste Schule auf dem Bergland. In ihrem im Sezession-Stil erbauten Schulgebäude gibt es seit mehr als 20 Jahren einen erfolgreichen deutschen Nationalitätenunterricht.

Für viele war es unbekannt, dass vor dem Zweiten Weltkrieg im Gebäude der späteren Polizei-Hochschule (Farkasvölgyi-Weg 12-14), im Kloster des Ordens „Mädchen der Göttlichen Liebe” auch Hausfrauen ausgebildet wurden.

Dem hochinteressanten Vortrag folgte bei Kaffee und Kuchen ein Rundtischgespräch über die heutigen Schulen, inzwischen wurde allen Teilnehmern von dem Autor, Dr. András Salamin, je ein Büchlein mit dem Titel „SZANI” als Geschenk übergeben.

Unser kurzer Ausflug mit dem wertvollen Vortrag an dem angenehmen Herbstnachmittag diente dazu, dass die Deutschpädagogen unsere nähere Umwelt mit deren Geschichte und Werten besser kennen lernten und diese Kenntnisse an ihre Schüler weitergeben.

Maria Herein-Kőrös

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