Wenn wir Wurzeln haben, können wir auch Flügel geben

Quelle: Zentrum

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Zu ihrer traditionellen Herbstveranstaltung lud die Deutsche Selbstverwaltung Budapest die Interessenten am 28. September 2018 ein. Veranstaltungsort der Feierlichkeit war das Deutsche Nationalitätengymnasium und Schülerwohnheim im XX. Bezirk. Der Europa-Tag der Deutschen in Budapest war wie gewohnt mit der feierlichen Schuljahreseröffnung der hauptstädtischen Schulen und Kindergärten mit Nationalitätenunterricht verbunden.

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Nach dem Grußwort von Judit Bárkányi, der Vorsitzenden der Deutschen Selbstverwaltung Budapest, hielt Olivia Schubert, die Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, die Festrede. Sie erinnerte daran, wie wichtig für ihren Vorgänger, Otto Heinek, gewesen sei, dass die Landesselbstverwaltung auch in Budapest die Trägerin eines eigenen Gymnasiums ist. Die LdU befürworte, dass den SchülerInnen ein Umfeld angeboten wird, wo deutsche Traditionen und ungarndeutsches Leben lebendig gemacht werden, wo man das Gefühl hat, zu Hause zu sein. Diese seien die Leitgedanken nicht nur der von der LdU getragenen Schulen, sondern auch jener Bildungseinrichtungen, in denen Nationalitätenunterricht angeboten wird. Sie meinte, dieses Umfeld gebe einen starken Hintergrund, starke Wurzeln, auf die man bauen könne. „Wenn wir Wurzeln haben, können wir auch Flügel geben”, wies sie auf das LdU-Leitbild des ungarndeutschen Bildungswesens Wurzeln und Flügel hin.

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Das Kulturprogramm gestalteten die SchülerInnen des Tamási- Gymnasiums, der Pannonia-Schule und der Ersten Altofener Deutschen Nationalitätenschule sowie die der Gastgeberschule.

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Höhepunkte der Feierlichkeit waren die Übergabe der Auszeichnung Deutschpädagoge/-in des Jahres 2018 an drei engagierte Lehrkräfte – Csilla Koródi, Gyula Meskó, Éva Tüttő-Rácz – und die der Stipendienbescheinigungen an verdiente SchülerInnen des DNG und des Tamási Áron Zweisprachigen Ungarndeutschen Nationalitätengymnasiums.

Ludwig Grund

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Die StipendiatInnen:

Bence Kovács, Anna Szmodis, Anna Nina Törő, Adrienn Nagy  - „Tamási Áron” Grundschule, Allgemeines und Zweisprachiges Ungarndeutsches Nationalitätengymnasium

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Ella Rozália Fazekas, Dorottya Nadj, Nóra Balog, Kevin Váradi, Eszter Komlódi, Zsuzsanna Kémenes, Zsanna Róza Pásztói, Beáta Pétervári, Andrea Saskó, Péter Payer – Deutsches Nationalitätengymnasium und Schülerwohnheim

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Deutschpädagoge/-in des Jahres 2018
Die Laudationen:

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Deutschpädagogin des Jahres 2018 ist Csilla Koródi aus der Ersten Altofener Deutschen Nationalitätenschule.

Frau Csilla Koródi ist seit 2001 bei der Ersten Altofener Deutschen Nationalitätenschule angestellt, erst als Lehrerin für die Unterstufe und das Fach Deutsch, später als Nationalitätenlehrerin, seit 2014 ist sie auch als Leiterin der Nationalitätenarbeitsgemeinschaft für die Unterstufe tätig. Sie absolvierte im Jahre 2001 die Apáczai-Csere-János-Hochschule.
Als Deutschlehrerin strengt sie sich an, damit ihre Schüler schon in der Unterstufe auf einem hohen Niveau die deutsche Sprache erwerben, die Kultur und das Brauchtum der Ungarndeutschen kennenlernen und schätzen sollen. Sie erweitert ständig ihre Kenntnisse, unter anderen nahm sie an der Fortbildung „Unterricht der Fächer, die in deutscher Sprache vermittelt werden“ teil, später hat sie ihr Diplom als Nationalitätenlehrerin erworben. Seit 2017 nimmt sie an einer Bildung für pädagogische Fachprüfung teil. Sie leistet ihre pädagogische Arbeit hervorragend, gewissenhaft, außerdem achtet sie auf die Entwicklung der Persönlichkeit jedes einzelnen Kindes.
Ihre Unterrichtsstunden sind erlebnisorientiert, vielfältig, abwechslungsreich. Sie achtet auf die Traditionspflege, sie präsentiert anspruchsvolle Vorstellungen mit ihren Schülern. Als Leiterin der Arbeitsgemeinschaft wirkt sie bei den Vorbereitungen der verschiedenen Feste der Institution (Martinstag, Advent, Kirchtag in Altofen, Projektwochen) mit. Jahr für Jahr organisiert sie das Ferienlager in Waschludt, dessen Ziele die ungarndeutsche Traditionspflege und die Sprachübung sind.

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Im Rahmen des Projektes „Mentoreninstitut“ hat sie regelmäßig Fortbildungen für Deutschlehrer organisiert und offene Stunden gehalten, damit hat sie den eigenen Mitarbeitern und den Kollegen aus der Gegend die Möglichkeit des Erfahrungsaustausches und der Konsultation geboten.
Als Mentorin leistet sie auch eine hervorragende Arbeit, sie gibt ihre Erfahrung und Fachkenntnisse gern Studenten der Hochschule weiter. Um das Niveau des Unterrichts zu erhöhen, nimmt sie an Vorbereitung und Durchführung verschiedener Bewerbungen teil.

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Deutschlehrer des Jahres 2018 ist Gyula Meskó, bis zum vorigen Schuljahr Lehrer des Tamási Áron Gymnasiums.

Gyula Meskós charismatische Persönlichkeit ist das Beispiel eines guten Pädagogen, der nicht nur Wissen vermittelt – wenn es kein Lehrbuch gibt, dann schreibt er bis zum Schuljahresbeginn im Herbst selbst eins –, sondern auf den man sich mit seinen Sorgen und Lasten ruhig stützen kann. Bei ihm finden Schüler, aber auch Kollegen einen Halt, und er leitet die ihm Anvertrauten, wie es die Bedeutung des Wortes paidagogós erfordert, in die richtige Richtung.

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In seinem Wesen liegt Respekt, aber auch die Möglichkeit des aufrichtigen Vertrauens. Er verfügt über ein unglaubliches Fachwissen und seine Tür steht immer offen, wenn seine Schüler ihm ihre Sorgen anvertrauen wollen. Mit seiner heiteren und offenen Persönlichkeit konnte er die Achtung und Anerkennung sowohl der Schüler und Eltern als auch seiner Kollegen erringen. In seiner Arbeit als stellvertretender Direktor verkörpert er das erzieherische Modell einer Schule, die lehrt und erzieht. Neben seiner pädagogischen Tätigkeit erfüllt er auf hervorragendem Niveau Aufgaben, die bei der Pflege der ungarndeutschen Traditionen Werte schaffen und Werte bewahren.
Sein Name ist verbunden mit einer nie dagewesenen Vielfältigkeit der ungarndeutschen Selbstverwaltung des XII. Stadtbezirks und mit der Gründung des Vereins für die Traditionspflege auf dem Schwabenberg.

Gyula Meskó ist ein ausgezeichneter Mitarbeiter, ein verstehender und mitfühlender Pädagoge sowie ein liebevoller Familienvater von drei Töchtern.

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Deutschpädagogin des Jahres 2018 ist Éva Tüttő-Rácz, Kindergärtnerin aus dem XIII. Bezirk.

Frau Éva Tüttő-Rácz arbeitet seit 1982 als Kindergärtnerin im XIII. Bezirk. Ihre anspruchsvolle, gewissenhafte Tätigkeit kennzeichnen tiefes Engagement und breites fachliches Können, methodische Vielfalt in der Erziehung, Offenheit für alles Neue und Moderne ergänzen ihr Porträt als Pädagogin. Als Leiterin der deutschen Arbeitsgruppe formt sie durch ihre fröhliche, optimistische Persönlichkeit die Gemeinschaft der Nationalitäten-Kindergärtnerinnen ihres Arbeitsplatzes. Sie hilft beim Start der neuen Kolleginnen, achtet auf den Erhalt der niveauvollen Arbeit, sie arbeitet auch als Mentorin beim Praktikum der künftigen Kindergärtnerinnen.

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Ins pädagogische Konzept der seit über zwanzig Jahren bestehenden deutschen Gruppen integrierte sie die fachlichen Empfehlungen für ungarndeutsche Kindergärten. Dabei wurde auf die Bewahrung der Traditionen (wie Martinstag, Advent, Ostern, Tänze, Kinderlieder und -sprüche) großes Gewicht gelegt. Unter ihrer Leitung erfolgt seit Jahren die Teilnahme der Kinder am Festprogramm am Tag der Nationalitäten des Bezirkes. Viele von ihren Sprösslingen lernen in der zweisprachigen Nationalitäten-Grundschule Pannónia weiter.
Sie nahm an mehreren Weiterbildungen teil, u.a. an der Hochschule in Baje und im Goethe-Institut. Sie hält auch regelmäßig Präsentationen auf regionaler und örtlicher Ebene. Ihre jahrzehntelange pädagogische Tätigkeit wurde 2011 mit dem Arany Katedra-Preis gewürdigt.
Seit vielen Jahren singt sie im Philomela-Chor der Kindergärtnerinnen des Bezirkes. Seit 2014 ist sie Mitglied der Deutschen Selbstverwaltung des XIII. Bezirkes.

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