Genieße den Moment!

Quelle: LdU

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Herbst-Streifzug durch Bayern und Baden-Württemberg

Unter dem Motto „Genieße den Moment…“ fand zwischen dem 20. und 26. Oktober 2018 die 26. Rundreise der Gewinner der ungarndeutschen Landeswettbewerbe (OKTV, OÁTV Deutsche Sprache und Literatur I., II., Volkskunde, Jugend debattiert, Rezitationswettbewerb, Valeria-Koch-Preis etc.) in Deutschland statt. Die einwöchige Reise wurde von der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen organisiert.

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Lesen Sie den Bericht von Mária Klotz!

Bereits im Bus lernten sich die Mitglieder der Gruppe kennen und bauten mit Liedern wie „Herzlich willkommen…” und „Guten Morgen…” die Stimmung für den Aufenthalt der ganzen Woche auf. Das Repertoire reichte von schwäbischen Liedern und deutschem Pop und Rock über Retro bis zu ungarischen Liedern. Dies wurde nur durch Informationen über die bestimmten Ortschaften und das Lösen von Quizfragen unterbrochen. Wir sammelten jeden Tag neue Eindrücke und vielseitige Erlebnisse.

Tag 1
Am ersten Tag besuchten wir die Stadt Passau in Bayern, wo wir zuerst die Festung Veste Oberhaus besichtigten. Von hier hatten wir eine schöne Aussicht auf die malerische Altstadt und den Zusammenfluss von Donau, Inn und Ilz, weshalb die Stadt auch „Dreiflüssestadt“ genannt wird. Wir besuchten auch das Oberhausmuseum mit seinen historischen Ausstellungen, wo die Gruppen ein interessantes Rätsel lösen mussten. Dadurch konnten sie die mittelalterliche Stadt und hauptsächlich die Burg am Berghang näher kennenlernen. Nach der Burgbesichtigung weilten wir am Zusammenfluss der drei Flüsse, machten einige Fotos und fuhren weiter nach Bogen, wo sich unsere Unterkunft befand.

Tag 2
Den zweiten Tag verbrachten wir in Regensburg. Die am Donauufer liegende Altstadt mit ihren historischen Gebäuden gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Unsere Fremdenführerin bemerkte schnell, wie perfekt unsere Schüler die deutsche Sprache beherrschen. Sie stellte uns die Sehenswürdigkeiten des Ortes vor, u.a. den Dom St. Peter, das Alte Rathaus und die Steinerne Brücke. Wir aßen am Fuß der Brücke, in der über 500 Jahre alten Historischen Wurstkuchl zur Mittag, natürlich hausgemachte, über dem offenen Holzkohlegrill gebratene Würstl mit Sauerkraut. Danach fuhren wir zu unserem Stammort, nach Weil der Stadt weiter.

Tag 3
Von Weil der Stadt aus unternahm die Gruppe ihre täglichen Ausflüge in Baden-Württemberg. Wir besuchten zuerst das Bürgermeisteramt in Weil der Stadt, wo uns Herr Thilo Schreiber, der Bürgermeister, herzlich empfing und uns in ungarischer Sprache begrüßte. Er stellte die Keplerstadt vor, erzählte über ihre Sehenswürdigkeiten und über das Leben im Ort. Über die im 13. Jahrhundert gegründete Stadt erhielten wir interessante Informationen, wie zum Beispiel, dass sie aus 5 Stadtteilen besteht, ca. 19.500 Bewohner und 10 Schulen hat. Besonders gefiel uns, dass die Stadt einen Jugendrat hat, wodurch die Studenten mit ihren Ideen zur Entwicklung der Stadt beitragen können. In seiner Begrüßungsrede betonte Herr Schreiber, wie wichtig der deutsch-ungarische Austausch für die Jugend und Europa ist. Er hob hervor, dass die Jugend die Zukunft für die Länder Europas ist.
Nach dem Besuch des Bürgermeisteramtes war die Stadtführung sehr interessant. Unsere Fremdenführer stellten uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt vor, u.a. die katholische Stadtkirche St. Peter und Paul, die Spitalkapelle, den Narrenbrunnen, das Kepler-Denkmal, die Folterkammer, verschiedene Türme und die Stadtmauer. Besondere Bekanntheit genießt der Ort als Geburtstadt des berühmten Astronomen und Mathematikers Johannes Kepler, sowie des Reformators Johannes Brenz. Wir erfuhren, dass die traditionelle Weiler Fasnet und die Karnevalstimmung Jahr für Jahr Zehntausende von Besuchern aus der ganzen Welt in die Stadt lockt. Am Umzug nehmen die Vertreter der verschiedenen Vereine teil, so Bären, Hexen, Schellenteufel, Schelme, Schlehengeister, Steckentäler, Zigeuner usw..

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Den Nachmittag verbrachten wir in der Landeshaupstadt des Landes Baden-Württemberg, in Stuttgart. Hier erhielten wir auf dem Schillerplatz einige Informationen über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt, über das Schillerdenkmal, die Stiftskirche, das Alte Schloss, den Arkadenhof, das Reiterdenkmal, das Neue Schloss etc..
Besonders die Stunden im Landtag bereiteten uns viel Freude. Ein Mitarbeiter berichtete mitreißend über die allgemeine Arbeit des Parlaments und über die Aufgaben der Abgeordneten. Im Sitzungssaal konnten wir die Rollen der Politiker spielen, wir durften sogar die Stühle der verschiedenen Fraktionen besetzen. Hier imitierten wir eine Sitzung und bekamen viele Informationen, wie zum Beispiel, dass die Offenheit und die Demokratie mit den vielen großen Fenstern dargestellt ist, und an den Wänden eines Saales 180 Millionen-jährige Fossilien zu sehen sind.
Am Nachmittag konnten wir noch in der Innenstadt bummeln, worauf wir uns sehr freuten.

Tag 4
Unsere nächste Station war Gerlingen, wo wir einen ganzen Tag verbrachten. Zuerst nahmen wir an einer Stadtbesichtigung – geführt von Herrn Köble – teil. Er zeigte uns den Johann-Caspar-Schiller Brunnen, die Petruskirche, die Stadthalle und erzählte über die Missionare. In der Stadt fanden nach dem II. Weltkrieg aus ihrer Heimat vertriebene Ungarndeutsche ein Zuhause. Im Stadtmuseum werden neben ungarndeutschen Trachten auch komplett eingerichtete Wohnstuben (Schambek, Hartau) sowie Alltags- und Kunstgegenstände aus Ungarn gezeigt.
Frau Dr. Raible stellte uns das Museum vor, das ursprünglich eine Schule war. Hier fand mit einem Zeitzeugen, Herrn Reitinger ein Gespräch statt. Er erzählte uns, wie er und seine Eltern 1948 aus Ungarn vertrieben wurden.
Beim Mittagessen wurden wir von der ersten Beigeordneten der Stadt Gerlingen, Frau Martina Koch-Haßdenteufel begrüßt und alle bekamen ein kleines Geschenk von dem Amt. Wir sangen für unsere Gerlingener Bekannten zwei ungarndeutsche Lieder und Lena Klein trug eine Mundartgeschichte vor.
Danach besuchten wir die Firma DRUCKtuell, das Druck- und Medienzentrum in Gerlingen, wo uns Herr Arzt über die Dienstleistungen der Firma – Druckvorstufe, Neue Medien, Digitaldruck, Offsetdruck, Weiterverarbeitung, Verlagsdienstleistungen – berichtete. Er zeigte uns, wie die Prospekte, Zeitungen, Zeitschriften und Bücher hergestellt werden.
Auf dem Heimweg hielten wir bei dem Schloss Solitude und einem Aussichtspunkt an, wo wir am „Baum der Freunde” Fotos machten. Danach gingen die Grundschulkinder in den großen Indoor-Freizeitpark Sensapolis, und die „großen” in die Innenstadt von Weil der Stadt.
Ab 20 Uhr nahmen wir an einer abenteuerlichen Nachtwächter-Tour in Weil der Stadt teil. Der Nachtwächter erzählte uns lustige Geschichten über das frühere in Leben Weil der Stadt.

Tag 5
Am 24. Oktober besichtigten wir die bekannte Universitätsstadt, Tübingen. Die Stiftskirche, der Hölderlinturm, das Schlossportal, das Rathaus, die farbenfrohen Häuser und die Universitätsgebäuden faszinierten uns. Doch der Höhepunkt des Besuchs war die Stocherkahnfahrt auf dem Neckar.

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Am Nachmittag fuhren wir nach Waldenbuch, wo Ritter Sport zu Hause ist. Die Schüler konnten hier in der SchokoWerkstatt selbst Schokolade herstellen, was ihnen viel Spaß bereitete.
Nach dem Abendessen führten wir ein Gespräch darüber, was das Ungarndeutschtum für uns bedeutet, wie wir unsere Identität erleben können bzw. welche Jugendorganisationen darin behilflich sein können. Zum Abschluss des Tages führten wir einen Karaoke-Abend durch.

Tag 6
Am letzten Tag in Deutschland fuhren wir nach Cleebronn in den Erlebnispark Tripsdrill. Während der Fahrt sangen wir verschiedene Lieder mit Gitarrenbegleitung und es gab wieder ein Quiz mit vielen Fragen über die 6 Tage in Deutschland, wobei jede Gruppe phantastische Leistungen erbrachte.
Der Freizeitspark begeistert mit über 100 Attraktionen, und bietet nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Erwachsene interessante Programme. Am beliebtesten waren bei uns die Katapult Achterbahn „Karacho” und die Holzachterbahn „Mammut” , wo wir die meiste Zeit verbrachten. Aber wir konnten uns im Park auch verschiedene Geschichten anhören und zahlreiche Kürbis-Dekorationen bewundern. Damit wir auch an diesem Tag nicht ohne Aufgaben blieben, mussten bis zum Ende des Tages die Fragen der Tripsdrill-Rallye beantwortet werden.
Am Abend hielten wir einen lustigen Abschiedsabend, wo jede Gruppe ein kleines Programm vorstellte. Eine Gruppe parodierte sogar die Lehrer. Die Aktivitäten der Woche und die Produktionen wurden mit kleinen Geschenken belohnt.
Die Tage vergingen allzu schnell und die Gruppe fuhr zwar etwas traurig, aber mit vielen neuen Erlebnissen und Bekanntschaften wieder nach Hause.

Finanziert wurde das Programm vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und vom Ministerium für Humane Ressourcen (auf der Grundlage der von der Deutsch-Ungarischen Ständigen Unterkommission der Gemischten Kulturkommission festgelegten Projekte). Unterstützt wurde die Reise außerdem von den Städten Gerlingen und Weil der Stadt, sowie vom Herrn Dieter Schweizer aus Gerlingen.

Fotos: Maria Klotz

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