1953 – 1956 – 1968 – 1989

Quelle: LdU

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Podiumsdiskussion und Workshop über Gemeinsamkeiten und Sonderwege
in der (ost-) deutschen und ungarischen Geschichte

„Wir dürfen die Menschen bei der Geschichtsschreibung nicht vergessen!“ – betonte in seinem Exposee Dr. habil. Zsolt Vitári, Dozent am Lehrstuhl für Zeitgeschichte der Universität Pécs, der einer der eingeladenen Experten am Podiumsgespräch mit anschließendem Workshop zu Gast war. Die Veranstaltung fand am 13. Dezember am Valeria-Koch-Bildungszentrum in Fünfkirchen statt und wurde von der Deutschen Botschaft Budapest unter Mitwirkung des Ungarndeutschen Pädagogischen Instituts (UDPI) der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen organisiert. Die Zielsetzung der Diskussion war, einen großen Bogen von den revolutionären Ereignissen von 1953/56 bis zu 1989 zu schlagen und zu zeigen, wie die moderne Geschichtsvermittlung die ersten Unruhen in das Gesamtbild des späten Sozialismus einordnet.

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Als Einstieg wurde eine Reportage gezeigt, in der Leute unterschiedlichen Alters in Deutschland danach gefragt worden waren, was ein Aufstand sei. Dann kam Dr. Juliane Fürst vom Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam zu Wort. Sie erläuterte interessante Hintergründe der erwähnten Aufstände, die „so einen riesigen psychologischen Mobilisationsfaktor haben, wie Rockkonzerte und Fußballspiele“. Die Revolten mobilisierten, aber auch polarisierten die Leute.

Dr. Krisztina Slachta, Post-Doktorandin der Ungarischen Akademie der Wissenschaften in Budapest betonte, im Spätsozialismus seien die Leute statt Internet durch „Mundpropaganda ohne Ende“ über aktuelle Ereignisse aufgeklärt worden. Darüber hinaus hätten Reisemöglichkeiten und Studentenaustausche – vor allem in andere sozialistische Länder – auch noch dazu die Möglichkeit geboten, zu erfahren, wie Leute anderswo leben. Somit hätte nichts mehr verheimlicht werden können.

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Dr. Zsolt Vitári hob in seiner Ansprache hervor: Die Revolution 1956 sei ein wichtiger Funke für weitere Aufstände – etwa in der DDR – gewesen. Ihre Folgen seien weder in der Tauwetterphase – im sogenannten „Fridzsider-Sozialismus“ oder „Gulyás-Kommunismus“ –, noch bis heute aufgearbeitet worden.

Die Podiumsdiskussion fand im Kreise eines geschichtlich interessierten Publikums statt, welches sich durch anregende Fragen und lebhafte Erzählung von eigenen Erlebnissen aktiv in die Veranstaltung mit einbrachte.

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Für die teilnehmenden GeschichtslehrerInnen gab es anschließend einen Workshop: neue Methoden wurden vorgestellt, die helfen, die einschlägigen historischen Ereignisse zu deuten und diese an die jüngere Generation zu vermitteln. Josef Weigert, der Leiter von UDPI äußerte seine Hoffnung auf eine langfristige Kooperation mit der Deutschen Botschaft Budapest auch in anderen Themenbereichen. Schließlich erwähnte er noch, dass weitere Gespräche und Forschungen zum Thema gebraucht würden, die den GeschichtslehrerInnen neue Impulse zum Nachdenken geben, so könne „auch die Kompetenzförderung der Schüler im Globaldenken“ unterstützt werden.

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