Freudenfest der Blasmusik in Paks

Quelle: Landesrat

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VIII. Landesbläsertreffen
der ungarndeutschen Blaskapellen

Im Frühjahr dieses Jahres fanden die Vorausscheide für das Landesfest der ungarndeutschen Blasmusikkapellen statt. Der Landesrat der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen organisiert für seine Kulturgruppen alle drei Jahre Landesfeste. Die Wertungsspiele für die Musikkapellen wurden in Wetschesch und Seksard abgehalten.

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Drei Jahre nach dem letzten Bläsertreffen wurde das 8. Fest der ungarndeutschen Blaskapellen am 11. November 2018 in Paks abgehalten. Gastgeber waren neben dem Landesrat die örtliche Selbstverwaltung und die deutsche Nationalitätenselbstverwaltung des Ortes. Die hervorragende Feststimmung und die begeisterten Zuschauer ließen das Fest zu einem vollen Erfolg werden. Als das Landesfest im Dénes-Csengey-Kulturzentrum zu Ende ging, waren sich Publikum und Fachjury völlig einig: Ein derart hohes Niveau haben ungarndeutsche Ensembles noch niemals zuvor an den Tag gelegt!

Nach dem Abspielen der ungarischen und der ungarndeutschen Hymne wurden die Gäste von der Moderatorin Monika Fülöp und vom Vizebürgermeister János Bana begrüßt. Sándor Kaszás, der Vorsitzende der Landesrat-Blasmusiksektion, richtete die Grußworte an das Auditorium und die Kapellen, und erklärte in kurzen Worten den Zweck dieser Veranstaltung.

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Nach dem Abspielen des gemeinsamen Stückes, die Lentschi-Polka – dirigiert von Sándor Kaszás -, verlegte sich das Geschehen in den großen Veranstaltungssaal, um mit dem Wertungsspiel zu beginnen.

Mit der Vorstellung und Begrüßung der Jury wurde das Programm eröffnet. Der Vorsitzende der Jury war Trompetenkünstler Georg Geiger, seine Beisitzer waren der Kapellmeister und Komponist Tamás Farkas (Sohn des ungarndeutschen Komponisten Anton Farkas) sowie der Musikschuldirektor i.R. und Kapellmeister József Apaceller. Den Ehrenschutz der Veranstaltung hatte der Minister ohne Portefeuille János Süli übernommen. 
Das Pflichtstück, das alle Kapellen spielen mussten, war die Polka „Glückliches Wiedersehen” – bearbeitet von Tamás Farkas -, die anderen Stücke waren frei wählbar, das Programm der einzelnen Kapellen durfte aber nicht länger als 15 Minuten sein.

In der Kategorie Blasmusik trat der Musikverein Wetschesch unter dem Dirigenten Imre Szabó mit folgendem Programm an: „Glückliches Wiedersehen“, „Abendleuten“-Walzer aus Wetschesch (in der Bearbeitung von József Brunner), die Polka „Schöne Mitzel“ von Anton Farkas und „Jupiter-Marsch“ von Ferenc Uhrner.

In der gleichen Kategorie kam nun die Blaskapelle aus Sammet mit ihrem Dirigenten László Varju. Ihr Programm war: das Pflichtstück „Glückliches Wiedersehen”, die „Bim-Bim”-Polka aus dem Nachlass von József Zsombók, der Walzer „Kleine Anuschka” von Robert Payer, „Auf ein Pfiff” (Johann-Polka) ebenfalls von József Zsombók – bearbeitet von László Varju – und die Polka „Ein Herz für Blasmusik“ von Mathias Rauch. Gesanglich wurde die Kapelle von Alexandra Moczik und György Schneider unterstützt.

Als nächste kam die Kategorie Dorfmusik. Die Neun Branauer Musikanten unter Johann Hahn brachten uns den Ländler „Schwabentänzer” und den Walzer „Die Lustige Braut” aus dem Repertoire von Konrád Freitag, die Polka „Glückliches Wiedersehen”, und „Jugend voran”, ein Marsch von Konrád Hábick – alle von Johann Hahn bearbeitet.

In derselben Kategorie folgte nun die Alte Kameraden Blaskapelle unter ihren Leitern János Ritter und Antal Kollár. Das Programm: bestand aus dem Pflichtstück „Glückliches Wiedersehen” und den selbst gesammelten Werken „Tanzabend” (Ländler), „Auf dem grünen Weg” (Polka) und „Steinbock-Marsch“.

Die beiden letzten Kapellen des Wertungsspiels traten wieder in der Kategorie Blasmusik an.

Die Blaskapelle Roger Schilling unter ihrem Dirigenten Josef Fricz brachte uns den Marsch „Mit Vergnügen”, den Ländler „Kirchweifest”, das Pflichtspiel „Glückliches Wiedersehen”, den Walzer „Wenn zwei sich wirklich lieben” und die Polka „Die Flotte Tänzerin”.

Den Abschluss bildete die Wemender Blaskapelle unter der bewährten Leitung von Johann Hahn. Das Programm bestand aus dem Pflichtstück „Glückliches Wiedersehen”, dem Walzer „Lebensfreude”, „Aus Liebe” und der „Franz-Polka” – alle selber gesammelt und bearbeitet vom Dirigenten.

Nach dem Wertungsspiel zog sich die Jury zur Fachberatung zurück, und dem Publikum wurde in der Pause ein wunderbares Programm vom Landesrat geboten. Jeweils eine Kulturgruppe aus den Sektionen des Landesrats trat auf die Bühne, um die weitgefächerte Arbeit des Landesrates zu präsentieren.

Als erster trat der mehrfach ausgezeichnete Intermelody-Chor aus Surgetin auf die Bühne mit den Liederprogramm „Elternhaus – Es stehn an meinem Wege – Potpourri”. Geleitet wurde der Chor von Anett Balogh und János Hock, der den Chor auch auf Harmonika begleitete.

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Ihm folgte die Deutsche Nationalitätentanzgruppe aus Kier unter ihrem Künstlerischerischen Leiter Emil Hermann. Mit den eigenen Choreographien zeigten die TänzerInnen, dass sie nicht umsonst zu den besten Tanzgruppen Ungarns gehören. Das Programm bestand aus zwei Teilen: „Vergangene Zeiten/Régmúlt“ und „Schönes Erbe/Szép örökség“.

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Einer der musikalischen Höhepunkte war der Auftritt des Jugendharmonikaauswahlorchesters (JHAO) des Landesrates. Der künstlerische Mentor des JHAO ist Stefan Geiger und der Dirigent ist Dávid Solymosi aus Taks, der aus den eigenen Reihen stammt. Auf dem Programm stand der Kmohur-Marsch, „Du bist mein Freund“, „Aschbergzauber“, „Deutsche Brüder“, „Schlagfertig-Marsch“ und der „Bartelmus-Marsch“. Da das Publikum vehement Zugabe forderte, wurde das Programm mit dem „Deutschmeister-Marsch“ abgeschlossen. Tosender Applaus war der Dank an alle Mitwirkenden des Kulturprogramms.

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So verging die Wartezeit für die Besucher sehr rasch, und als dieses bunte Kulturprogramm zu Ende war, stand auch die Entscheidung der Jury fest.

Totgesagt? Da feierte eine oft totgesagte Musikgattung ein Freudenfest ohnegleichen. Im Kulturzentrum erlebten Musiker und Publikum einen Gleichklang, als die Kapellen die zünftigsten Takte spielten und die Zuschauer jubelnd applaudierten. Junge Menschen, die sonst die neuesten Scheiben in die CD-Spieler schieben, ließen ganz alte Melodien lebendig werden. Sie waren alle eine gleichgesinnte Gemeinde. Die Blasmusik bewies ganz eindeutig, dass sie als Festtags- und Identitätsmusik immer noch Anspruch auf eine starke Präsenz hat.

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Die teilnehmenden Kapellen brachten ein Kurzes aber nichts desto weniger anspruchsvolles Galaprogramm auf die Bühne. Die Zuhörer applaudierten den auftretenden Musikern begeistert. Vom Musikverein Wetschesch hörten wir die „Klarinetten-Polka“ und den „Jupiter-Marsch“. Die als zweite auftretende Blaskapelle kam aus Sammet. Am Programm stand „Im Schönen Böhmerwald“, ein Walzer und die „Grossturwaller Polka“. Nun betraten die Neun Branauer Musikanten die Bühne. Unter ihrem Leiter brachten sie uns den Walzer „Die Lustige Braut“ und den Marsch „Jugend voran“. Die Alte Kameraden Blaskapelle spielten nun den Walzer „Blumengeflüster“  sowie die Polka „Dann und wann“. Die Blaskapelle Roger Schilling unter Josef Fricz hatte im Galaprogramm den „Rosen-Marsch“ und das Kultstück „Böhmische Traum“. Als letzte Kapelle hörten wir die Wemender Blaskapelle unter Johann Hahn. Mit den selbstgesammelten und bearbeiteten Stücken „Lebensfreude“ einem Walzer und die „Franz-Polka“ beendeten die Musiker das Programm.

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Nun folgten die Ehrungen. Geehrt wurde für ihre musikalische Kulturarbeit im Komitat Tolnau die Blaskapelle Roger Schilling. Den Sonderpreis übernahm der Dirigent Josef Fricz aus den Händen des Direktors von MVM Zrt. Paks Pál Kovács.

Für das mehr als 25-jährige erfolgreiche musikalische Leben wurden mit Ehrenzeichen in Silber (gestiftet vom Landesrat) ausgezeichnet: Von der Roger Schilling Blaskapelle Margit Horváth, von den „Neun Branauern“ József Hofstetter und Mátyás Liebe vom Musikverein Wetschesch.
Mit dem Ehrenzeichen in Gold (mehr als 50 Jahre lange musikalische Tätigkeit) wurden László Ormándi (Neun Branauer Musikanten), Imre Szábo und Ferenc Béki (Musikverein Wetschesch) geehrt.
Für seine mehr als 65-jährige Tätigkeit im Musikleben wurde Nándor Dobrovitz mit einer Ehrenurkunde geehrt.

Zur Verleihung des Josef Gungl Preises:
Als höchste Auszeichnung des Landesrates wurde der „Gungl-Preis“ gestiftet.
Der ungarndeutsche Musiker, Regimentskapellmeister und Komponist Josef Gungl aus Schambek (1809, Schambek – 1889, Weimar) wurde in seiner Zeit als „der donauschwäbische Johann Strauß” in Berlin, in Bayern, in Russland und in Amerika gefeiert. Er komponierte weit über 400 Werke im Bereich der gehobenen Tanz- und Unterhaltungsmusik, die von ihrem Reiz bis zum heutigen Tage kaum etwas verloren hatte. Wegen seiner Musiktüchtigkeit und der zahlreichen Tonschöpfungen erhielt der ungarndeutsche Josef Gungl den Titel eines königlich-preußischen Musikdirektors und von Österreich den Orden der eisernen Krone. Der Josef-Gungl-Preis wird im Rahmen des Bläsertreffens vom Vorstand für Musiker und Persönlichkeiten, die durch ihre Tätigkeit für den Fortbestand, die Verewigung und die Entwicklung der ungarndeutschen Blasmusik hervorragendes geleistet hatten, verliehen. Im Sonderfall kann er auch an Ausländer verliehen werden.
Für ihre hervorragende Arbeit für die Gemeinschaft und für ihrer musikalische Arbeit erhielten dieses Jahr Josef Fricz und Josef Wennesz den Gungl-Preis.

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Alle Ausgezeichneten erhielten aus den Händen des Vorsitzenden der Sektion Blasmusik Sándor Kaszás den Preis mit Urkunde. Die Laudationen sprach Manfred Mayrhofer.

Es wurden auch Sonderpreise vergeben. Ein Sonderpreis, gestiftet vom Kernkraftwerksunternehmen Paks, ging an die Wemender Blaskapelle. Basierend auf der Entscheidung der Jury, erhielt den Sonderpreis des Schirmherrn der Veranstaltung János Süli – der auch den Peis persönlich übergab – die Neun Branauer Musikanten.

Sándor Kaszás schritt nun zur Verkündigung der Teilnehmer an den LdU-Galaveranstaltungen der Jahre 2019, 2020 und 2021. Die Berufung zur LdU-Gala 2019 erhielt der Musikverein Wetschesch, zur LdU-Gala 2020 die Kapelle Alte Kameraden und zur LdU-Gala 2021 die Musikkapelle aus Sammet.

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Den Festivalpreis erhielt der Musikverein Wetschesch. Als er vom Kapellmeister übernommen wurde, konnte man sehen, welchen Stellenwert dieser erste Preis unter den Kapellen und Musikern hat.

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Sowohl der Juryvorsitzende als auch Sándor Kaszás waren von den Leistungen der Musikkapellen begeistert, und hoben das Können der Solisten hervor. Erfreut äußerten sie sich auch darüber, dass die Kapellen in den vier Ortschaften ein zahlreiches Publikum hätten. „Denn für das Weiterleben der ungarndeutschen Blasmusiktraditionen sind nicht nur gute Musiker unentbehrlich, sondern auch begeistertes Publikum”, betonte Georg Geiger. Festgestellt werden konnte, dass das Niveau in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sei, auch dank der Bemühungen des Landesrates, der mehrere Fortbildungen organisiert und alte Noten neu veröffentlicht hatte. Die Regionalwertungsspiele und das Landesbläsertreffen würden die ungarndeutsche Blasmusiklandschaft beleben, so Kaszás, daran teilzunehmen sei bereits zu einer Auszeichnung geworden.

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Der Dank des Vorsitzenden ging an die Mitglieder der Jury für die hervorragende fachliche Einstellung und korrekte Bewertung. An alle Kapellen für die Leistung und das Niveau. An alle Sponsoren, ohne deren Unterstützung solch eine große Veranstaltung nicht möglich gewesen wäre (Ministerium für Humanressourcen – NEMZ-KUL-18-0174 -, Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, die örtliche und die deutsche Selbstverwaltung von Paks, der Musikverein „Roger Schilling“ Paks und Landesrat). Und Dank geht auch an die Büroleiterin des Landesrates, Zsuzsanna Ledényi, für die gekonnte und gewissenhafte Organisation dieser Veranstaltung. Das LandesratForum bedankt sich besonders herzlich bei den Mitarbeitern des Kulturzentrums für ihre Hilfe und für die reibungslose Zusammenarbeit bei der Pressearbeit.

Zum Abschluss wurde im Foyer des Kulturzentrums von den Kapellen „Roger Schilling“ und „Alte Kameraden“ zum Tanz aufgespielt. Was auch gerne angenommen wurde.

Manfred Mayrhofer – LandesratForum

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