Ein umfassendes historisches Nachschlagewerk nicht nur für Forscher erschienen

Quelle: Neue Zeitung

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Unter der Redaktion von Dr. Ágnes Tóth, Forscherin der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (MTA TK KI), ist ein umfassender Sammelband Quellen zur Geschichte der Deutschen in Ungarn 1944-1953 herausgegeben worden. Die Buchpräsentation fand als Abschlussveranstaltung der aktuellen Veranstaltungssaison des Ungarndeutschen Kultur- und Informationszentrums und Bibliothek, im Budapester Haus der Ungarndeutschen, am 17. Juni statt.

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„Das Erscheinen des Bandes ist das Ergebnis einer langjährigen Zusammenarbeit, dem eine Vereinbarung zwischen der MTA und des Instituts für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde Tübingen zugrunde liegt. Vorgesehen ist die Aufarbeitung des Archivmaterials der Epoche 1944-1953 in Ungarn und in Deutschland, daraus sollten zwei Bände entstehen. Der vorgestellte Band ist der erste Teil und beinhaltet sämtliche Quellen aus Ungarn. Der zweite Band, der aus den deutschen Archiven zusammengetragen wird, ist noch unter Bearbeitung” – erklärte Historiker Ferenc Eiler (MTA TK KI), der das Werk dem Publikum vorstellte. Bei der Zusammenstellung des Bandes wurde viel Wert darauf gelegt, dass alle Dokumente in deutscher Sprache zusammengefasst werden. Den Dokumenten steht eine ausführliche Einleitung von Dr. Tóth vor, in der die historischen Ereignisse der aufgearbeiteten 10 Jahre detailliert behandelt werden.

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„Nach der Wende war das Verlangen da, sich in die bis dahin geheimen oder unzugänglichen Dokumente Einsicht verschaffen zu können – das hat sich meines Erachtens eher negativ auf Qualität der damaligen Publikationen ausgewirkt. Jeder wollte möglichst schnell veröffentlichen, dadurch wurden aber fachliche Kriterien oft außer Acht gelassen. Bei der Zusammenstellung eines derartigen Bandes ist jedoch die Kenntnis über das gesamte Material unentbehrlich, man muss immer einen roten Faden verfolgen sowie die Prioritäten und Gesichtspunkte sorgfältig auswählen“, erklärte Dr. Ágnes Tóth. „Der Band richtet sich an das breitere Publikum, nicht nur an Historiker und unsere Kollegen, sondern auch an die Gemeinschaft der Ungarndeutschen. Damit die gesamte von den damaligen Geschehnissen betroffene Region im Überblick umfangreich behandelt werden kann, ist die Herausgabe von derartigen Sammelbänden unentbehrlich. Es gab so viele Arten der Vertreibung, wie es Dörfer und Regionen gibt, jeder einzelne Fall ist eigentlich „individuell“, betonte die Historikerin, die diese Epoche seit Jahrzehnten erforscht.

Die einzelnen Dokumente sind mit einer deutschsprachigen Zusammenfassung und Notizen versehen, die die Verwendung des Inhalts auch für Forscher aus anderen Ländern ermöglichen. Im Anhang befinden sich neben den Dokumenten ein Register der Dokumente, Personen und Ortschaften sowie eine ausführliche Bibliografie, die der leichten Handhabung des Werkes dienen. Neben der Redakteurin Dr. Ágnes Tóth arbeiteten Erzsébet Apró, Tamás Kőfalvi, Márta Kőfalvi-Ónodi, Beáta Márkus, Andreas Schmidt-Schweizer und Dieter Uesseler am Band.

Die Veröffentlichung wurde unterstützt vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat der Bundesrepublik Deutschland, von der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, vom Ungarischen Nationalen Kulturfond (NKA), vom Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde, vom Institut für Minderheitenforschung des Forschungszentrums für Sozialwissenschaften an der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (MTA TK KI) sowie von der Stiftungslehrstuhl für Deutsche Geschichte und Kultur im südöstlichen Mitteleuropa.

Für Forschungszwecke in Zusammenhang mit der Geschichte der Ungarndeutschen in der Nachkriegszeit ist das Werk durchaus zu empfehlen und ist von der Gestaltung her nicht nur für Forscher, sondern auch für Laien hervorragend geeignet.

Gabriella Sós

Foto: Ludwig Grund/Zentrum.hu

Das Buch kann im Webshop des Argumentum-Verlags gekauft werden >>>

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Organisiert vom:
Ungarndeutsches Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek

Partner:
Stiftungslehrstuhl für Deutsche Geschichte und Kultur im südöstlichen Mitteleuropa der Universität Fünfkirchen

Förderer der Veranstaltung:
Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen
Ministerpräsidentenamt • Staatssekretariat für die Beziehungen zu den Kirchen und zu den Nationalitäten
Fondverwalter Gábor Bethlen
NEMZ-KUL-19-1047

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