Landesrat-JHAO auf Auslandstournee

Quelle: Landesrat

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Das Jugendharmonikaauswahlorchester des Landesrates der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen begab sich in der Zeit vom 18. bis 22. Juli 2019 auf eine Auslandsreise nach Salzburg und Marchtrenk (Österreich) bzw. Soběslav und Český Krumlov (Tschechien). Für die Initiative und Organisation waren Manfred Mayrhofer und Zsuzsanna Ledényi verantwortlich.

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Nach einer längeren Autobusreise trafen wir am ersten Tag in Kaltenhausen bei Hallein zur Mittagspause ein. Anschließend daran fuhren wir zum Salzbergwerk Dürnberg, wo wir an einer Besichtigung eines der weltältesten Salzbergwerke teilnehmen konnten. Danach ging es mit dem Bus weiter zu unserer Unterkunft in Salzburg, wo wir bereits mit Abendessen erwartet wurden. Erfrischt und gestärkt unternahmen nun die Jugendlichen mit Zsuzsanna einen Spaziergang in das Zentrum der Stadt, um die Altstadt auch am Abend kennenzulernen.

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Am nächsten Tag war man schon etwas aufgeregt, was der Nachmittag so bringen wird. Um von der Aufregung abzulenken wurde ein Stadtbesuch angeregt. Nach der Mittagspause fuhren wir mit unseren Instrumenten zum Veranstaltungsort, wir wurden von der Organisatorin unseres Auftritts Karin Schierhuber begrüßt, bauten die Instrumente auf und warteten auf den Beginn der Salzburger Festspiele.

Beim Fest zur Festspieleröffnung wird die ganze Stadt zur großen Bühne. Am 19. und 20. Juli lud Salzburg getreu der Vision von Max Reinhardt zu der großen Feierlichkeit ein. An 31 Spielorten und mit 72 Programmpunkten wurde ein bunte Mischung aus Musik, Schauspiel, Lesungen, Ausstellungen und Tanz geboten. Als Kulisse diente die Altstadt mit ihren Plätzen, Innenhöfen und selten bespielten Häusern. Die Musikfreunde konnten die verschiedensten Musikstile und Ensembles in der Altstadt erleben. Das JHAO des Landesrates eröffnete am 19. Juli um 17.15 Uhr am Alten Markt musikalisch das Fest.

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In einem 45-minütigen Programm erklangen ungarndeutsche Melodien und drei Stücke aus dem Blasmusikrepertoire von Ladislaus Kubeš, die von unserem jungen Kapellmeister David Solymosi aus dem Blasmusiknoten transkribiert wurden. Begeistert wurden diese Stücke von den vielen Zuhörern aufgenommen und ein vielstimmiges „Ohh“ erklang, als zum Dank an die Stadt Salzburg der „Rainer Marsch“ erklang. Viele der Anwesenden applaudierten begeistert und stehend. Anschließend daran konnten wir auf den Plätzen rund um den Dom die verschiedensten Brauchtumsgruppen Salzburgs, Musikkapellen, Alphornbläser und Tanzgruppen bewundern. Ab 21:30 Uhr kamen wir in den Genuss, die kulturellen Vorbereitungen für den weltweit bekannten „Fackeltanz“ mitzuerleben. Um 22:30 Uhr war es dann soweit. 100 Paare der verschiedenen Brauchtumsgruppen aus Stadt und Land Salzburg zeichneten mit ihren Fackeln 13 Figuren in die Nacht. Ein eindrucksvoller Abend ging zu Ende. Müde aber erfreut, dass unser Auftritt so gut gelungen war fuhren wir wieder zu unserem Quartier, um uns für den nächsten Tag auszuruhen.

Unser nächstes Reiseziel Marchtrenk, das Zentrum der Donauschwaben in Oberösterreich, wo wir vom Bürgermeister Paul Mahr empfangen wurden. Um die 400 Gäste aus Nah und Fern versammelten sich in der Stadt, es wurde hier nämlich das Grillfest der Donauschwaben ausgetragen. Die Besucher wurden aber nicht nur kulinarisch, sondern auch kulturell verwöhnt – dafür sorgten die jungen ungarndeutschen Musikanten des Landesrates. Manfred Mayrhofer erzählte den oberösterreichischen Donauschwaben über das Harmonikaorchester und seinen Werdegang sowie über den Landesrat, die größte ungarndeutsche Kulturorganisation.

Als Extraprogramm wurde die Donauschwäbische Bibliothek besucht, wo wir von Professor Georg Wildmann empfangen wurden. Mit großer Freude konnten wir feststellen, dass er trotz seiner bereits 90 Jahren in ausgezeichneter körperlicher und geistiger Fassung ist, und noch immer an Werken von und über die Donauschwaben arbeitet. Nach diesen wunderschönen Erlebnissen suchten wir unsere Unterkunft auf, um dann am nächsten Tag ausgeruht die Weiterreise anzutreten.

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Nach dem Frühstück am Sonntagmorgen machten wir uns auf den Weg nach Soběslav. Diese kleine Stadt zwischen Budweis und Tabor ist jedes Jahr um diese Zeit das Zentrum der südböhmisch-mährischen Blasmusik. Einen maßgeblichen Teil dazu hat die Familie Kubeš beigetragen. Leider war unsere Anreise von Regen getrübt, so dass wir befürchten mussten, dass unser Auftritt beim 25. Kubešova Festival vor weniger Publikum stattfinden musste. Aber wie es so schön heißt „wenn Engel reisen, wird sich das Wetter weisen“ klarte es eine halbe Stunde vor unserem Auftritt auf, der neu renovierte und im neuen Glanz erstrahle Hauptplatz von Soběslav fühlte sich mit musikbegeisterten Menschen aus vielen Teilen Europas. Und so konnten wir unser Programm vor einem fast völlig gefüllten Hauptplatz den Menschen darbieten. Die Partituren von der Südböhmischen Polka und dem Walzer „Meine tschechische Heimat“ wurden uns freundlicherweise vom Tuba-Musikverlag vorher zur Verfügung gestellt, von David Solymosi transkribiert und so dem staunenden, blasmusikbegeisterten Publikum dargeboten. Nach Aussagen vieler Musikexperten hat es so etwas in Soběslav noch nie gegeben. Für unsere musikbegeisterten Jugendlichen war das nun folgende Programm ein großes Erlebnis: Sie konnten doch einige der besten tschechischen Blasmusikstücke live hören. Den Abschluss dieses Festes bildete wie immer das sogenannte „Monster Konzert“, das mit dem Einmarsch der Trachtenkapelle aus Brand eingeleitet wurde und mit den bekanntesten Stücken „Od Tábora až k nám“, „Moje česka vlast“ und der „Borkovická Polka“ beendet wurde.

Nachdem wir so den dritten Tag dieses Festivals miterlebt hatten, begaben wir uns zum Kulturhaus, wo man uns bereits mit Abendessen erwartete. Und wie es halt so im Leben geht, waren die Musikinstrumente auch in der Nähe, man ergriff sie, ungarndeutsche, südböhmische und donauschwäbische Melodien erklangen… So wurde das Ganze zu einer „After-Show-Party“. Es wurde dazu getanzt, gesungen und natürlich auch viel geplaudert. Auch die Anwohner in dieser Straße hatten sicherlich ihre Freude daran, denn viele öffneten ihre Fenster und hörten begeistert und amüsiert dem Treiben vor ihrem Heim zu.

Am folgenden Tag machten wir uns auf dem Weg, um Český Krumlov zu besichtigen. Der alte Stadtkern, der Burg und das Treiben auf der Moldau gaben viele wunderschöne Motive zum Fotografieren. Nach einem fast dreistündigen Fußmarsch durch die Stadt ging es zurück zum Bus und nach einer langen Fahrt kamen wir alle wohlbehalten in unserer Heimat wieder an. Meiner Meinung nach werden diese Erlebnisse, die wir in diesen vier Tagen hatten, noch lange im Gedächtnis unserer jungen Musiker verbleiben.

Unser Dank geht an unsere Unterstützer: Ministerium für Humanressourcen Ungarns, Amt für Kultur und Wissenschaft unter Karin Schierhuber (Salzburg), Bürgermeisteramt der Stadt Marchtrenk unter Bürgermeister Paul Mahr, Kulturhaus der Stadt Soběslav – Petr Vales und Jaroslava Palasová, Hans-Peter von Siebenthal und Gerhard Sulyok, der Gründer des Musikverlags Tuba, sowie Ladislav Kubeš. Und nicht zuletzt möchten wir uns selbstverständlich auch bei den Musikern und ihren Eltern herzlichst bedanken.

Text, Bilder und Videos: Manfred Mayrhofer (LandesratForum), Mitglieder des Orchester

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