Marinka Melinda: Sváb visszatérők

Quelle: Zentrum
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Die Donauschwaben – darunter auch die Ungarndeutschen – werden von der Mehrheitsbevölkerung und auch von sich selber oft als Schwaben genannt. Aus den heutigen Territorien von Baden-Württemberg und aus der heute als Bayerisch Schwaben genannten Region von Bayern kamen zu den Ansiedlungszeiten, aber verhältnismäßig wenige Ansiedler ins Königreich Ungarn. So war nur eine Minderheit der eingewanderten Kolonisten tatsächlich schwäbischer Herkunft. Eine der wenigen dieser Volksgruppen waren die Sathmarer Schwaben, deren Identitätsänderungen Dr. Melinda Marinka, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Debrecen, in diesem Buch untersuchte.

Svab visszaterok

Die Sathmarer Schwaben lebten jahrhundertelang auf einem ungeteilten Gebiet in Ungarn um Grosskarol. Als Folgen des ungarischen Nationalismus waren sie schon Anfang des 20. Jahrhunderts der Assimilierung und dem Sprachverlust ausgesetzt. Ein wesentlicher Teil dieses Gebiets fiel nach dem Friedensvertrag von Trianon Rumänien zu. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren sehr viele von den Deportationen betroffen und hatten öfters Identitätskrisen zu bewältigen. So kam es zum Beispiel zu der merkwürdigen „Konstellation”, dass sich viele in Rumänien zur ungarischen Minderheit deutscher Herkunft bekannten. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wanderten sehr viele Sathmarer Schwaben nach Deutschland aus. Dieser Prozeß war in ganz Rumänien üblich. Trotz Sprachverlust und bestimmten Änderungen der ursprünglichen deutschen Identität sowie enormem Menschenverlust der Volksgruppe entstanden in den letzten Jahrzehnten neue gesellschaftliche Lebensstrategien, die sich in einer Hinwendung zur Traditionspflege und Identitätsbewahrung widerspiegeln. Die Autorin hat diese Erscheinungen am Beispiel von Petrifeld und umliegenden Siedlungen behandelt. Die Untersuchungen beziehen sich auf den Zeitraum von 2003 bis 2016. Schließlich geben sie dem Leser ein umfassendes Bild darüber, welche Änderungen diese kleine Volksgruppe zu erleiden hatte, was eigentlich ihre heutige deutsche Identität ausmacht. Oder anders formuliert welche Antworten die Sathmarer Schwaben im 21. Jahrhundert auf Identitätsfragen fanden.

Wir empfehlen das Buch allen, die sich für Volkskunde interessieren sowie über die Entwicklung, Lage und heutige Identität der Sathmarer Schwaben lesen möchten.

Marinka Melinda: Sváb visszatérők
(Schwäbische Rückkehr)
Újjáéledő hagyomány és lokális kötődés a szatmári svábok körében
(Revitalisierte Traditionen und Heimatverbundenheit bei den Sathmarer Schwaben)
Studia Folkoristica et Ethnografica 66.
Debrecen : Debreceni Egyetem Néprajzi Tanszék, 2016.
280 S., Ill.
Sprache: Ungarisch mit deutscher und englischer Zusammenfassung

Die empfohlenen Bücher sind in der Sammlung der Ungarndeutschen Bibliothek zugänglich. Weitere Informationen: info@bibliothek.hu

Webseite: www.bibliothek.hu

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