Stadtrallye 2019 – (ungarn-)deutsche Spuren in Fünfkirchen

Quelle: Zentrum

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„Lerne die (ungarn-)deutsche Seite von Fünfkirchen kennen!“ – mit diesem Slogan fand am 15. Oktober die bereits traditionelle Stadtrallye in der Fünfkirchener Innenstadt statt.

An dem sonnigen Herbstnachmittag im ungarischen Fünfkirchen wuselten 120 Schülerinnen und Schüler aus fünf Schulen durch die Innenstadt. Die Jugendlichen nahmen an einer vom Lenau Haus organisierten Stadtrallye teil und suchten nach relevanten Orten für die ungarndeutschen Kultur und Geschichte oder nach anderen Plätzen mit einem Bezug zu Deutschland. Dabei lösten sie verschiedene Aufgaben, die viel Kreativität und Einfallsreichtum verlangten.

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Unter anderem mussten sie vor dem ehemaligen Gymnasium der ungarndeutschen Dichterin Valeria Koch ihr Gedicht „Das Land Nirgendwo“ in einem Video interpretieren – damit erinnerten sie an den 70. Geburtstag der Autorin. Eine weitere Aufgabe bestand darin, Fußgänger auf dem Széchenyi Platz nach deutschen Lehnwörtern im Ungarischen zu fragen, wie etwa spájz/Speis oder lárma/Lärm. Die nächste Station der Stadtrallye war das Denkmal der berühmten Angster-Orgelfabrik, wo sich die Teilnehmer mit den zahlreichen ungarndeutschen Musikern der Stadt auseinandersetzten. Erleben konnten die Jugendlichen aber auch die finsteren Kapitel der deutschen Geschichte in Ungarn, zum Beispiel mit dem Besuch der ehemaligen jüdischen Grundschule in der Fürdő utca, aus der im Jahre 1944 alle 112 Schüler und die Lehrkräfte nach Auschwitz deportiert wurden. Außer dieser sehr traurigen Station widmeten sie sich dem diesjährigen 100. Jahrestag des Bauhauses und beobachteten Merkmale dieser Architektur an der Fassade eines von Fred Forbát, dem im Fünfkirchen geborenen Architekten, gebauten Hauses. Immer wieder stand der multikulturelle Charakter der Stadt im Mittelpunkt. In einem Kreuzworträtsel musste man das Wort „Rathaus“ in den verschiedenen Minderheitensprachen eintragen. Durch die Aufgabe gewannen sie auch eine breitere europäische Perspektive über die deutschen Minderheiten.

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Die Teams lösten die interaktiven Aufgaben mit großer Kreativität, eine Sammlung der Ergebnisse ist auf der Facebook-Seite „Treffpont“ zu sehen. Nach der Rallye konnten die Teilnehmer ihren Hunger an einem kleinen Buffet im Lenau Haus stillen und hatten die Möglichkeit, den Jugendclub Treffpont im Haus zu entdecken. Dieser soll in der Zukunft als offener Ort für Jugendliche im Lenau Haus dienen, wo sie mit tollen Gesellschaftsspielen, Kicker, Tischtennis und PlayStation die deutsche Sprache spielerisch lernen und üben können.

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Zu einem Wettbewerb gehören natürlich auch Gewinner. Die drei besten Teams der Stadtrallye 2019 sind das Team „Fräulein“ (Virág Peho, Hanna Böhm, Borbála Michalik, Adél Halmos aus dem Janus Pannonius Gymnasium, Lehrerin: Maria Weber), das Team „Sonkalovers“ (Orsi Bendik, Szasza Balázs, Laura Gerendás, Anna Fogt, Dalma Gelencsér aus dem Valeria Koch Bildungszentrum, Lehrerin: Adrienn Szigriszt) sowie das Team „Fettes Brot“ (Letti Lakos, Ádám Lomb, Soma Peilert und András Vesztergombi aus dem Ciszterci Nagy Lajos Gymnasium, Lehrer: Gáspár Őrfi), die jeweils eine frei verwendbare Kinokarte im Uránia Kino in Fünfkirchen sowie tolle Geschenke vom Goethe-Institut Budapest und vom Institut für Auslandsbeziehungen bekommen haben.

Die von Sandra György initiierte und mittlerweile traditionelle Stadtrallye organisierte in diesem Jahr die neue ifa-Kulturmanagerin im Lenau Haus, Anna Czenthe. Herzlicher Dank gebührt den Kolleginnen und Kollegen sowie den Helfenden.

Anna Czenthe und Manuel Rommel

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