„Zwei Herzen in einer Brust”

Quelle: Zentrum

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Seit Jahren lädt die Deutsche Selbstverwaltung Budapest Ende September ins Deutsche Nationalitätengymnasium und Schülerwohnheim ein. Grund dafür ist ihre Herbstveranstaltung, der Europa-Tag der Deutschen in Budapest verbunden mit der feierlichen Schuljahreseröffnung der Schulen und Kindergärten mit Nationalitätenunterricht in der Hauptstadt.

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Als Brückenbauer zwischen Deutschland und Ungarn bezeichnete die Ungarndeutschen Klaus Dieter Streicher, Gesandter der Deutschen Botschaft Budapest. Sie würden hier leben, seien hier aufgewachsen, sie hätten aber zwei Herzen in einer Brust, ein ungarisches und ein deutsches. Als Beispiel für die Verbundenheit der beiden Länder, wies er auf die Geschehnisse vor 30 Jahren zurück, als Ungarn die Grenzen zu Österreich aufgemacht hatte und damit vielen DDR-Flüchtlingen die Flucht in den Westen ermöglicht worden war.

EuropaTag2019 - 2_Streicher

Emmerich Ritter, Parlamentsabgeordneter der Ungarndeutschen, sprach über die Errungenschaften der Vorjahre und die geplanten Schritte wie die Zusammenstellung des Nationalitätenpädagogenprogramms im Jahre 2016, die kontinuierliche, mehrstufige Erhöhung des Nationalitätenzuschusses oder das im Frühjahr gestartete Stipendiumsprogramm, welches Ende September erneut, mit einem erweiterten Kreis der Berechtigten ausgeschrieben wurde. Dies solle die genügenden, gut ausgebildeten Lehrkräfte für die Naitonalitätenbildungseinrichtungen sichern, zur Erhalt und Weitergabe der deutschen Muttersprache, Kultur und Traditionen sowie zur Verstärkung der ungarndeutschen Identität beitragen.

EuropaTag2019 - 3_Ritter

Laut der ungarischen Regierung sei die Nation nur mit den Ungarn im Ausland und den im Land lebenden dreizehn Nationalitäten, die seit Jahrhunderten aktive Mitglieder der ungarischen Gesellschaft sind, ganz, sagte Dr. Ferenc Andavölgyi. Seit 2014 arbeiten Sprecher aktiv daran, die Interessen der Nationalitäten im Parlament zu vertreten und seit vergangenem Jahr ist Emmerich Ritter Abgeordneter. In Bezug auf Bildung hob der Abteilungsleiter des Ministeriums für Humanressourcen hervor, dass 2019 schon über 90 Einrichtungen von der Nationalitäten getragen werden, in denen insgesamt 15000 SchülerInnen lernen. Man brauche engagierte Jugendliche, die sich für ihre Gemeinschaft einsetzen wollen, und bei ihrer Erziehung hätten die Pädagogen eine riesengroße Aufgabe und Verantwortung.

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Im Rahmen der Feierlichkeit wurden die Auszeichnung Deutschlehrerin des Jahres 2019 an drei engagierte Pädagoginnen – Renata Pokol, Tímea Rózsa, Judit Szegedi-Wurm – sowie die Stipendienbescheinigungen an verdiente SchülerInnen des DNG und des Áron Tamási Nationalitätengymnasiums übergeben.

Das Kulturprogramm wurde von NationalitätenschülerInnen gestaltet: Der Chor der Gastgeberschule, die kleinen TänzerInnen der Grundschule in Gazdagrét und der Erkel-Grundschule im XIX. Bezirk sowie die SchülerInnen der Medgyessy-Nationalitätengrundschule im III. Bezirk und des Tamási-Nationalitätengymnasiums traten auf.

Ludwig Grund 

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Die StipendiatInnen:

Gergely Gyebnár, Sámuel Patyi, Veronika Szentgyörgyi, Zita Szentgyörgyi (Áron Tamási Grundschule, Allgemeines und Zweisprachiges, Ungarndeutsches Nationalitätengymnasium)

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Ella Rozália Fazekas, Enikő Kmetz, Nóra Balog, Dorottya Nadj, Péter Payer, Kevin Váradi, Gréta Vizkeleti, Noémi Hopka, Dóra Kirilly, Jázmin Berke 
(Deutsches Nationalitätengymnasium und Schülerwohnheim)

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Deutschlehrerin des Jahres 2019
Laudationes

Die Auszeichnung „Deutschlehrerin des Jahres in Budapest“ erhält Renata Pokol von der Erkel-Grundschule in Kleinpesth.

Ihre fachliche Arbeit ist ausgezeichnet, ihre methodische Kultur und ihre Einsatzbereitschaft sind hervorragend. Seit 18 Jahren bietet sie ihren Schülern in der Primärstufe eine solide Grundlage, damit sie den mutigen Schritt zur nächsten Stufe wagen, um diese erfolgreich abzuschließen. Ihre Arbeit ist von Präzision und innovativem Ansatz gekennzeichnet. Als Leiterin der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft strebt sie nach Vollständigkeit und Perfektion und unterstützt die Schulleitung bei der Arbeit. Ihre Persönlichkeit, Lehr- und Bildungsarbeit ist beispielhaft für das Lehrerkollegium der Schule und die Lehrer im Bezirk. Die Kinder lieben sie, die Eltern achten sie.
Sie ist die Organisatorin der Rezitationswettbewerbe in der Schule und im Bezirk. Sie unterrichtet nicht nur die deutsche Sprache, sie ist auch eine überzeugte Anhängerin der ungarndeutschen Traditionen und Programme. Sie ist die Hauptorganisatorin des Martinstages (verschiedene Bastel- und Handwerkeraktivitäten, Parade, Tanzhaus), des schwäbischen Faschings, der zu einer familienfreundlichen Veranstaltung in der Schule geworden ist. Sie ist die Kontaktperson zwischen der Schule und der Deutschen Selbstverwaltung Kleinpesth.
Dank ihrer ausgezeichneten Arbeit ist der Deutschunterricht in der Schule sehr erfolgreich.

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Deutschlehrerin des Jahres 2019 in Budapest ist Tímea Rózsa. 



Sie unterrichtet seit 21 Jahren an der Grundschule in Gazdagrét. Sie hat ihr Diplom an der Pädagogischen Hochschule Apor Vilmos, Fachrichtung Weiterbildungsfach für Dramapädagogik erworben. Während ihrer langjährigen niveauvollen Arbeit hat sie bei Hunderten von Schülern eine Vorliebe für ihr Fach und für die deutsche Sprache erweckt. Sie hat immer neue Ideen, wie sie ihren Schülern die deutsche Sprache näherbringen kann, und ihre gesamte Kreativität steckt sie in ihren Beruf. Ständig denkt sie sich neue Unterrichtsmethoden für die Kinder aus, macht Experimente, führt Projekte durch, studiert mit ihnen Theaterstücke mit Gesang und Tanz ein. Sie gibt sich die größte Mühe, ihren Schülern die deutschen Traditionen näherzubringen. Als Klassenlehrerin erzieht sie ihre Schüler immer zu konsequenter, anspruchsvoller Arbeit sowie menschlicher Haltung und organisiert in diesem Sinne die Klassengemeinschaft. Sie wird sowohl von den Kollegen als auch von den Schülern hoch geschätzt. Sie ist von ganzem Herzen Lehrerin.

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Deutschlehrerin des Jahres 2019 in Budapest ist Judit Szegedi-Wurm, die etwa 40 Jahre im Bildungsbereich tätig ist.

Sie festigt den guten Ruf der Medgyessy Ferenc Deutschen Nationalitätengrundschule in Altofen seit 2017. Die deutsche Arbeitsgemeinschaft wird von ihr effizient und auf hohem Fachniveau koordiniert. Von ihr werden zahlreiche Programme organisiert, die dem besseren Kennenlernen und der Pflege der ungarndeutschen Traditionen dienen. An der Ausführung nimmt sie aktiv und gewissenhaft mit ihren Kollegen teil. Sie sucht immer nach Möglichkeiten zur Weiterbildung und organisiert gemeinsame Programme für die Kollegen wie z. B. deutschsprachige Vorträge, Lesertreffen, Theaterabende usw. Diese Vorträge sind nicht nur als Kulturerlebnis und aus dem Aspekt des Kennenlernens der zeitgenössischen deutschen und ungarndeutschen Literatur für das Kollektiv bedeutend, sondern dienen als niveauvolle Fachweiterbildungen der Übung der lebendigen deutschen Sprache. Sie strebt danach, den größeren Schulkindern ähnliche Erlebnisse zu bieten, so konnten die SchülerInnen das Gastspiel der Deutschen Bühne Ungarn in Budapest genießen. Im letzten Schuljahr war sie in der Unterstufe bei der Einführung des ungarndeutschen Volkstanzfachzirkels behilflich, in der Oberstufe bei der Vorbereitung und Ausführung der DSD-Sprachprüfung.
Sie popularisiert die ungarndeutsche Sprache und Kultur in der großen Gruppe des Kindergartens nebenan mit deutschsprachigen Beschäftigungen, unter Einbeziehung der Kindergartenkinder in die deutschen Schulprogramme. Sie organisiert den Rezitationswettbewerb des Bezirks und den Tag der Deutschen Kultur immer auf höchstem fachlichem Niveau. Sie betreibt effizientes Talent-Management, ihre SchülerInnen sind erfolgreich bei den Bezirks- und Hauptstadtwettbewerben. Sie hat gute berufliche Kontakte sowohl zu den Kollegen in der Schule als auch zu denen in den Schulen des Unterrichtsbezirkes.
Zu den SchülerInnen, Eltern und Pädagogen hat sie ein gutes Verhältnis. In ihrer Arbeit wird sie von Perfektion geleitet, die sie auch von ihren Mitarbeitern erwartet.

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