Malenkij Robot – 75

Quelle: Zentrum

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Unmittelbar vor Beginn der Gedenkveranstaltung anlässlich des 75. Jahrestages der Vertreibung herrschte im Bonnharder Vörösmarty Kulturzentrum große Aufregung, denn es stellte sich heraus, dass die Zahl der Stühle im Veranstaltungsraum im Erdgeschoss nicht ausreicht. Trotz der zusätzlich aufgestellten Sitzplätze mussten zahlreiche Gäste stehen.

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Man kam aus Bonnhard und Umgebung, um der Vertriebenen zu gedenken bzw. an sie zu erinnern. Leider konnten in diesem Jahr nur noch zwei der Überlebenden anwesend sein (ihre Zahl ist – Gott sei Dank – noch etwas höher). Doch die Kinder, Kindeskinder und sogar Urenkel der ehemaligen Zwangsarbeiter erschienen zahlreich. Viele von ihnen schauten sich auch die von der Bonnharder Deutschen Selbstverwaltung zusammengestellte Ausstellung „Deutsche aus der Region Talboden in den Arbeitslagern des Donez-Beckens” an. In deutscher und ungarischer Sprache wird die tragische Epoche der ungarndeutschen Geschichte – illustriert mit zahlreichen in den Arbeitslagern entstandenen, bisher streng gehüteten Aufnahmen – zusammengefasst.

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Grußworte sprachen Bonnhards Vizebürgermeister Tibor Szabó sowie Dr. Michael Józan-Jilling, Beirat der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen. Beide betonten die Wichtigkeit solcher und ähnlicher Veranstaltungen, um zu gedenken und auch zum erinnern, dass es nie wieder zu ähnlichen Tragödien kommt.

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Festredner der Gedenkfeier war Universitätsdozent Dr. Zalán Bognár, Lehrstuhlleiter der Károli Gáspár Reformierten Universität, Präsident der Internationalen Gesellschaft der Gulag- und Gupvi-Forscher. Dr. Bognár sprach über die grausame Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, über die Ungerechtigkeit der kollektiven Bestrafung sowie darüber, dass „die Befehlshaber, die aufgrund des Befehls 0060 die Deportierung durchgeführt haben, sich nicht an das im Befehl festgelegte Alter hielten; sie nahmen von den 15-16-jährigen Buben angefangen bis hin zu den über 50-, manchmal sogar über 60-jährigen alten Männern alle mit.“ Aus Bonnhard wurden mehr als 200 Personen verschleppt – zusammen mit jenen aus der Umgebung waren es über 1800. „In der Sowjetunion hieß es dann, sie müssen Wiedergutmachungsarbeit leisten, damit sie all das wieder aufbauen, was die deutschen Nazi-Truppen zerstörten. Sie mussten wieder gutmachen, was sie gar nicht verbrochen, zerstört haben! Und die angelsächsischen Mächte, die im Prinzip die kollektive Schuld verurteilten, drückten die Augen zu.“

Als Schlussakt der Gedenkfeier kam es zur Premiere des historischen Dokumentarfilms Malenkij Robot – Péter Bayer; Im Gedenken an die Einwohner des Lagers 1026, ein Film über Péter Bayer und seine Leidensgenossen. Die Doku wurde von der Familie Bayer finanziert. Für die musikalische Untermalung der Gedenkfeier sorgte der Chor des Ungarndeutschen Kulturvereins.

lohn

Fotos: Bonyhád tv

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