Der Weltdachverband der Donauschwaben und seine Ziele

Quelle: Zentrum
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Dass ein Weltdachverband der Donauschwaben besteht, ist wohl nur in einem interessierten Personenbereich bekannt. Wann und warum dieser Verband gegründet wurde, ist noch nicht einmal allen heutigen Amtsträgern bekannt, denn je nach dem amtierenden Präsidenten wurden die verschiedensten Aufgaben bzw. Interessen in den Vordergrund gestellt.

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Der ursprüngliche Gedanke zur Gründung eines Weltdachverbandes stammte von Prof. Dr. Anton Scherer, der 1922 in Obrovac/Batschka geboren und in Österreich, in Graz lebte. Da Prof. Scherer ein sehr kritischer Zeitgenosse war und Kenntnisse verfügte und diese auch teilweise öffentlich machte, die den damaligen Amtsträgern der Landsmannschaft nicht genehm waren, hatte man seine Idee ignoriert und nicht weiter verfolgt. Bei einem Treffen landsmannschaftlicher Amtsträger im Jahre 1986 in Cleveland (USA) – Christian Ludwig Brücker war damals Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Donauschwaben in Deutschland – wurde der Weltdachverband gegründet.

Brücker wurde zum 1. Präsidenten des Verbandes gewählt und übte dieses Ehrenamt von 1986 bis zu seinem plötzlichen Ableben im Jahre 1992 aus. Hauptziel des neuen Verbandes war die außerhalb des deutschen Sprachraums lebenden Landsleute in ihren Bemühungen beim Erhalt der deutschen Sprache und der überlieferten heimatlichen Kultur zu unterstützen und ihre Arbeit soweit es nur möglich war, zu fördern. Auch die Herausgabe von Broschüren für die Kulturarbeit war geplant. Viele der gutgemeinten Vorhaben wurden nach dem Tod von Brücker nicht weiterverfolgt, wohl auch wegen der fehlenden finanziellen Mittel, die man sich von der damaligen Bundesregierung erhoffte.

Nach dem Ableben von Christian Brücker wurde Jakob Dinges in Deutschland Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Donauschwaben meinte damit auch Präsident des Weltdachverbandes zu sein. Tatsächlich war er von 1992 bis 1994 kommissarischer Präsident und erst von 1994 bis 2002 ordentlich gewählter Präsident. In dieser Zeit ist im Sinne der ursprünglichen Ideen wenig geschehen. Was gepflegt wurde waren die Begegnungen geselliger Art.

In den Jahren 2002 bis 2004 war Rudolf Reimann, Vorsitzender der DAG (Donauschwäbische Arbeitsgemeinschaft) in Österreich, Präsident. In seiner Präsidentschaft wurde mehr auf politische Ziele wie Restitution usw. als auf kulturelle Unterstützung der Landsleute, die außerhalb des deutschen Sprachraumes leben, wert gelegt.

2004 wurde Josef Jerger zum Präsidenten gewählt. Seine Amtszeit dauerte bis 2008. In dieser Zeit wurde der Weltdachverband vereinsrechtlich neu aufgestellt, die Satzung überarbeitet und eine Geschäfts- und Finanzordnung erstellt. Jerger zeigte auch mehr Interesse für Volkstumsarbeit, sprich Förderung und Begegnungen für die aktiven Trachtengruppen.

In der Hauptversammlung 2008 in Cleveland (USA) kandidierte Jerger nicht mehr für das Amt des Präsidenten und Bernhard Krastl, damals Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Banater Schwaben, wurde zum Präsidenten gewählt. Seine Amtszeit betrug wie üblich vier Jahre und endete 2012. Krastl unterstützte wo immer möglich die Kultur- und Volkstumsarbeit der Landsleute in Übersee.

2012 wurde Stefan Ihas in Ulm zum Präsidenten gewählt. Ihas war schon damals mit vielen donauschwäbischen Trachtengruppen im In- und Ausland in Verbindung, heute sagt man vernetzt, so dass ihm die Pflege und der Erhalt des überlieferten Volkstums der Donauschwaben besonders am Herzen liegen. Die vier von ihm und Anna Fernbach, Schriftführerin im Weltdachverband, organisierten Welttreffen in Ungarn, das letztens im Jahre 2019 in Ungarn und rumänischen Banat stattfand, waren stets erfolgreich. Die Welttreffen fanden deshalb in Ungarn statt, weil nur dort von den dort lebenden Landsleuten das überlieferte Volksgut den Teilnehmerinnen und Teilnehmern anschaulich vermittelt werden konnte. Die Teilnehmer konnten hautnah miterleben, welche Arbeiten beim Schlachtfest, Kuchenbacken usw. nötig sind, und auch aktiv mitwirken. Altüberlieferte Lieder wurden einstudiert und die Vielfalt der Trachten vorgeführt sowie Volkstänze eingeübt. Die gestellten Themen der Welttreffen kann man nur dort anschaulich darbieten, wo sie auch noch heute gepflegt werden. Dies ist in den Staaten des ehemaligen Jugoslawiens nicht mehr möglich, denn da ist das deutsche Volkstum so gut wie erloschen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den vier Welttreffen sind als Multiplikatoren anzusehen, denn sie vermitteln das Gelernte in ihren Gruppen weiter. Die meisten Teilnehmer kamen aus den USA, aus Kanada und Brasilien. Aus dem deutschen Sprachraum in Europa nahmen nur wenige Mitglieder von Trachtengruppen teil. Begründet ist dies wohl damit, dass in Deutschland die Sommerferien zu verschiedenen Zeiten stattfinden und in Österreich so gut wie keine Trachtengruppen bestehen.

Das derzeitige Präsidium des Weltdachverbandes besteht aus dem Präsidenten, acht Vizepräsidenten, der Kassenwartin und Schriftführerin, alle gewählt, und einem Pressereferenten der berufen wird. Vizepräsidenten sind: Laszlo Kreisz (für Südosteuropa), Jorge Karl (für Südamerika), Anton Baumann (Kanada), Robert Filippi (USA), Alexander May (Österreich), Christine Theresia Neu (Banater Schwaben/Deutschland), Hans Supritz und Josef Jerger, Donauschwaben/Deutschland, Jerger ist auch geschäftsführender Vizepräsident. Ferner sind aus (Deutschland), Kassenwartin Elisabeth Ziemer und Schriftführerin Anna Fernbach. Pressereferent ist Manfred Mayrhofer (Budapest/Ungarn). 
Mitglieder sind: Cooperativa Agraria, Entre Rios (Brasilien), Hermann Becker Stiftung (Argentinien), Club der Donauschwaben (Australien), Landsmannschaft der Banater Schwaben (Deutschland), Landsmannschaft der Donauschwaben – Bundesverband (Deutschland), Landsmannschaft der Sathmarer Schwaben (Deutschland), Dachverband der Donauschwaben (Kanada), Volksdeutsche Gemeinschaft – Landsmannschaft der Donauschwaben (Kroatien), DAG – Donauschwäbische Arbeitsgemeinschaft (Österreich), Deutscher Humanitärer Verein St. Gerhard (Serbien), Landesrat der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen (Ungarn), Verband der Donauschwaben in den USA.

Der Weltdachverband koordiniert und betreut so weit als möglich die Begegnungsreisen der Trachten- und Kulturgruppen aus Übersee und nach Übersee. In diesem Jahr wird die Trachtengruppe aus Cincinnati mit 24 Personen vom 7. bis 25 Juli nach Europa kommen. Die Gruppe wird in Ungarn (7.-9. Juli Taks und 11.-13. Juli Kleinturwall), in Rumänien/Banat (9.-11. Juli Hatzfeld) und in Österreich (13.-16. Juli Salzburg) auftreten. In Deutschland sind nachfolgende Termine vorgesehen: 16.-19. Juli München, 19.-21. Juli Albstadt mit Auftritt in Sindelfingen am 20. Juli, 21.-22. Juli Mosbach.

Die Theatergruppe aus Entre Rios (Brasilien) besucht mit etwa 17 Personen vom 5.-25. August Europa. Stationen in Deutschland sind: 5.-7. August Frankenthal, 7.-10. August Rastatt, 10.-12. August Spaichingen, 17.-19. August München, 19.-21. August Reutlingen, 21.-23. August Mosbach. 23.-25. August Pfungstadt. Vom 12.-17. August ist die Gruppe in Marchtrenk, Pasching und Salzburg (Österreich).✴︎

Die Ungarndeutsche Tanzgruppe aus Pécs/Fünfkirchen (Ungarn) wird im Sommer in die USA reisen.

Die Hauptversammlung des Weltdachverbandes mit Neuwahlen wird am 24. Mai 2020 in Marchtrenk in Österreich stattfinden.

Weltdachverband der Donauschwaben

✴︎Mitteilung des Weltdachverbandes der Donauschwaben am 2. März 2020: Der Termin der Hauptversammlung des Weltdachverbandes wird auf den Herbst 2020 verschoben.

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