Selten oder noch nie gesehene Misch-Werke

Quelle: Zentrum

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Adam-Misch-Gedenkausstellung im Haus der Ungarndeutschen

Die Reihe Zentrum-Programme im HdU kann eine breite Palette von verschiedenen Veranstaltungen seit ihrem Start im September 2013 aufweisen. Diese Programme wurden öfters – wie auch diesmal der Fall war – aus dem Anlass von Jubiläen organisiert.

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Adam Misch ist dieses Jahr vor 85 Jahren geboren und starb vor 25 Jahren, erwähnte Johann Schuth, der 1. Vorsitzende des Verbandes Ungarndeutscher Autoren und Künstler, bei der Eröffnungsfeier der Adam-Misch-Gedenkausstellung am 12. Februar im Haus der Ungarndeutschen.

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Der ungarndeutsche Künstler wurde 1935 in Schorokschar geboren und schied 1995 in Budapest aus dem Leben. Er studierte zwei Jahre Theologie in Erlau, zwischen 1955 und 1960 an der Freien Kunstschule der Csepel-Werke. 1965 bekam er an der Budapester Hochschule für Kunstgewerbe sein Malerdiplom. Ab 1973 bis zu seinem plötzlichen Tode leitete er die Csepeler Freie Kunstschule. Er leitete auch zahlreiche Künstlerkolonien wie die Künstlerkolonie Raab zwischen 1973 und 1980. Ab 1989 beschäftigte er sich neben der Malerei auch mit der Herstellung experimenteller Videos. Für sein Schaffen wurde er mit mehreren Preisen geehrt. 1992 war er Mitbegründer des Verbandes Ungarndeutscher Autoren und Künstler und Gründungsvorsitzender der VUdAK-Künstlersektion. In diesen drei Jahren – bis zu seinem plötzlichen Tod – habe Adam Misch dank seiner vielseitigen Kontakte und Begabung „gute Mitglieder” für VUdAK gewonnen und mit Projekten, Ideen und internationaler Zusammenarbeit zum Leben des Verbandes beigetragen, erzählte Schuth. Er bedankte sich auch bei der Witwe des Malers Martha Heim-Misch, die die Gemälden aus dem Nachlass mit János Wolfart ausgewählt und zur Verfügung gestellt hatte.

Mitwirkender der Vernissage war der ungarndeutsche Klavierkünstler und Klavierlehrer József Elmauer, der Mozarts Klaviersonate C-Dur spielte, denn er war einer der Lieblingskomponisten des Malers.

In die Ausstellung wurde das Publikum von Kunstsachverständigem János Wolfart eingeführt. In den Räumen sind die verschiedenen Schaffungsepochen von Misch zu befolgen: Im kleineren Kunststücke aus den sechziger und siebziger Jahren, im mittleren Werke seiner künstlerischen Übergangszeit und im dritten Stücke aus seiner letzten Schaffensperiode von ca. 1983 bis 1994 ausgestellt. Wolfart ließ den Künstler durch Zitaten auch „selber sprechen”, wodurch auch die Charakteristik seiner letzten Periode mithilfe seiner eigenen Worte entfaltete: „Diese parallel laufenden Linien, sie laufen immer von unten nach oben, das ist eine Bestrebung nach oben. Diese parallel laufenden Linien zerstören die Farbfläche und durch diese Störung besteht auch eine Spannung. Die Gegenstände sollen einen geistigen Charakter haben, natürlich die Farbe auch. Auf meinen Bildern gibt es wenig Farben: Gelb, Blau, Schwarz, Weiß dominieren, das Gelb ist für mich etwas Transzendentales. Oben ist eine geistige Welt, das möchte ich mit meiner Farbe auch zeigen. Einen geistigen, transzendentalen Raum. Deswegen kommen auch diese Kreuzmotive”.

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Wolfart hob noch hervor, dass diese Gedenkausstellung auch unter dem Motto „selten oder noch nie gesehene Arbeiten” stehe, so wurden Werke wie „Während der Reise”, „Streben in der Mitte” oder „Mehrmals/zu Pfingsten” im HdU zum ersten Mal ausgestellt.

Der Abend ging in einer erhobenen Laune aus, die Gäste konnten sich bei einem Glas Wein über den vielseitigen ungarndeutschen Künstler und seine ausgestellten Werke austauschen.

Nándor Frei

Fotos: Ludwig Grund

Weitere Bilder von der Vernissage >>>

Die Ausstellung ist bis Ende Juni im Veranstaltungsraum des Hauses der Ungarndeutschen (Budapest VI., Lendvay u. 22) nach vorheriger Anmeldung (06-1/ 373-0933 oder info@zentrum.hu) zu besichtigen.

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Förderer der Veranstaltung:
Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen
Ministerpräsidentenamt • Staatssekretariat für Nationalpolitik
Fondverwalter Gábor Bethlen
NEMZ-KUL-20-0474

Organisiert vom:
Ungarndeutsches Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek

Partner:
Verband Ungarndeutscher Autoren und Künstler

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