Es geschah vor genau 70 Jahren…

Quelle: Zentrum

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Am 15. März gedenkt man in Ungarn des Ausbruchs der Revolution und Freiheitskampfs von 1848/49. An der Revolution nahmen auch sehr viele Ungarndeutsche teil, und schlossen sich damit den Bestrebungen der ungarischen Mehrheitsbevölkerung an.

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Doch für die Ungarndeutschen gibt es im Monat März noch ein wichtiges Ereignis, das vielleicht nicht zum Feiern geeignet ist, aber zumindest nicht vergessen werden sollte. Genau vor 70 Jahren, am 25. März 1950, wurde durch eine Verordnung (Nr.84/1950 M.T.) des Ministerialrates die Wiederherstellung der Gleichberechtigung der in Ungarn verbliebenen Ungarndeutschen gesichert. Das heißt, dass die in Ungarn gebliebenen, entrechteten, enteigneten und vertriebenen Ungarndeutschen, aber auch diejenigen, die aus Deutschland wieder nach Ungarn zurückgeflohen sind und wieder auf ungarischen Boden standen, die ungarische Staatsbürgerschaft beantragen konnten und damit de jure mit der Mehrheitsbevölkerung gleichberechtigt wurden. Leider bedeutete dies noch lange nicht, dass sie de facto auch mit den Ungarn gleichgestellt waren. Es genügt, wenn wir daran denken, dass die Verwendung der deutschen Muttersprache in der Öffentlichkeit gehindert und verachtet wurde.

Trotz allem kann man diese Verordnung eigentlich als „den ersten Pflasterstein auf dem langen Weg der Reintegration und Rehabilitation der Ungarndeutschen” betrachten. Was aber bis zur Wende zu beobachten ist, kann man eher als ein Prozess bezeichnen, wobei die Volksgruppe einen enormen Identitätsverlust und eine starke Assimilierung wie nie zuvor zu erleiden hatte.

Zum Glück ist vor allem nach der Wende durch verschiedene politische, rechtliche und wirtschaftliche Begünstigungen der Ungarndeutschen seitens der jeweiligen ungarischen und deutschen Regierungen wieder die Chance auf das Fortleben als nationale Minderheit gesichert. Ob und wie die heutigen Angehörigen der Volksgruppe diese ausnutzen und damit leben können, liegt in ihren Händen.

Nándor Frei

Foto aus dem Buch: Gajdos-Frank Katalin: Megfigyelve. (Budaörs, 2016) – S.: 154-155.
Ansiedlungsgenehmigung für einen Ausländer. Budapest, 22. Januar 1956
Repatriierungsurkunde, 1958

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