Empfehlungen für die Leiterinnen und Pädagogen in deutschen Nationalitätenkindergärten

Quelle: LdU

Das Ungarndeutsche Pädagogische Institut und die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen haben nach der ersten Zusammenstellung erneut einige Empfehlungen für die Fern- und Heimarbeit in diesem Krisenstand:

homeoffice

  • Wählen Sie eine Plattform, auf der Sie die Dokumente des digitalen „Fern-Kindergartens” sammeln. So kann auch die Leiterin die Tätigkeiten ihrer Mitarbeiterinnen verfolgen. Aus diesem Grunde ist es viel leichter, dem Träger Informationen zu geben, wenn er Sie über die Fern- und Heimarbeit einen Bericht erstatten lässt.
  • Es ist empfehlenswert, zusammen mit den Pädagogen zu bestimmen, wie viel Zeit die einzelnen Pädagogen für die Dokumentenführung, für die Sammlung von Materialien und Ideen (die Verfassung von Ideen,) die Zusammenstellung von empfohlenen Tätigkeiten für die Kinder, (die) für Konsultationen untereinander verwenden sollten.
  • Es sollte eine Besprechung für Erzieherinnen pro Woche geplant werden, welche selbstverständlich auch in einem der digitalen Kanäle erfolgen kann.
  • Erwägen Sie, dass ein-zwei normale Urlaubstage pro Woche während der Wochen der Fern- und Heimarbeit nützlich sein könnten, denn es ist zu erwarten, dass der Anspruch auf die Versorgung und Betreuung der Kinder im Kindergarten nach der Aufhebung des Krisenstandes sprunghaft steigen wird, so wird es keine Möglichkeit geben, die Mitarbeiterinnen im Sommer wie gewöhnlich zu beurlauben.
  • Teilen Sie den Eltern – wie am Ort gewöhnlich, z. B. Newsletter/Informationen – mit, wie oft und wann sie Materialien erhalten und wann die Erzieherinnen für sie zu erreichen sind. Auf dieser Weise kommen die Angebote und die Ansprüche der Eltern in Gleichgewicht und die Erzieherinnen werden nicht so intensiv belastet, als ob sie den ganzen Tag bereit stehen müssten, um den Kontakt mit den Eltern und Kindern zu halten.
  • In der kinderorientierten Erziehung im Kindergarten, in der zweisprachigen (oder einsprachigen) Erziehung haben die Kindergartenpädagogen eine Modellrolle. Finden Sie auch in diesem außergewöhnlichen Zustand eine Möglichkeit, eine Plattform, um den Kontakt mit den Eltern und Kindern so zu halten, dass Sie das System der online Anwesenheit ausbauen, was die Partner (Kindergarten-Eltern) annehmen und einhalten.
  • Falls dem Kindergartenpädagogen keine entsprechenden digitalen Geräte zur Fernarbeit zur Verfügung stehen, sollen Sie die Bewerbungsmöglichkeiten für die Beschaffung solcher Mittel und Geräte nutzen, diese eventuell durch andere, wie z.B. durch Stiftungsressourcen besorgen. („Informatika a közszolgálatban 2020“ detaillierte Bewerbungsausschreibung unter www.oip.hu)
  • Auch die Pädagogin soll die Erledigung ihrer Aufgaben für den Kindergarten in die Tagesordnung ihrer Familie einplanen und soll versuchen, sich in dieser Zeit auf diese zu konzentrieren. Wenn sie die Zeit von der Familie für die Aktivitäten im Kindergarten wegnimmt, wird sie das Gefühl haben, dass sie sich den ganzen Tag nur mit der Kindergartenarbeit beschäftigt, unverhältnismäßig zu viel Zeit mit diesen Aufgaben verbringt und trotzdem wirkt sie nicht effektiv.
  • Besprechen Sie unter den Erzieherinnen, welche Themen in den restlichen zwei Monaten des Erziehungsjahres noch bearbeitet werden.
  • Treffen Sie eine Entscheidung darüber, welche Arbeitsmethoden Sie zur Bearbeitung des Themas anwenden wollen. Teilen Sie die Aufgaben so auf, dass die Erzieherinnen einer Gruppe ein Thema mit komplexen Methoden ausarbeiten. Aber die Arbeitsaufteilung kann auch so funktionieren, dass jede Erzieherin im Kindergarten für einen Kompetenzbereich verantwortlich ist, und sie dazu solche Materialien sammelt und ausarbeitet, mit deren Hilfe das Thema komplex ausgearbeitet und dies den Eltern weitergeleitet wird.
  • Sie sollten die Themen nach dem Jahresplan – wie im Kindergarten gewöhnlich ist – bearbeiten. Den Erzieherinnen gibt es auch ein Sicherheitsgefühl, wenn sie dem normalen Plan – wenn auch nur teilweise – folgen können.
  • Die Organisation der deutschsprachigen Aktivitäten ist schwerer, geschweige denn, wenn die Eltern der Sprache nicht mächtig sind. Nehmen Sie YouTube Videos zur Hilfe, aber wenn man kreativ ist und sich mit der digitalen Technik schon vertraut gemacht hat, kann man den Kindern mit Hilfe von selbst erstellten Videos, Tonaufnahmen, anderen Mitteln Märchen und Kinderreime erzählen und singen.
  • Denken Sie immer an die Begebenheiten der Gruppe! Seien Sie bei der Auswahl der Methoden und Materialien altersgerecht, besonders bei altersgemischten Gruppen!
  • Vergessen Sie die schulpflichtigen Kinder nicht! Die Eltern machen sich bestimmt Sorgen, dass ihr Kind die zur schulischen Lebensweise nötige Entwicklung nicht erreichen wird. In die Anfertigung der speziell für diese Kinder zusammenzustellenden Materialien können auch die Förderpädagogen und die pädagogische Assistentin mit einbezogen werden.
    Sie sollen die Eltern beruhigen, dass der natürliche Reifeprozess eines Kindes im normalen Entwicklungsrhythmus dazu führt, dass es im Laufe dieses langsamen Prozesses schulreif wird. Spornen Sie die Eltern an, sich mit dem Kind zu unterhalten, ihm Märchen und Kinderreime zu erzählen, mit ihm zusammen zu singen, durch das Spielen und die spielerischen Aufgaben, und durch das Ausnutzen der Tätigkeiten zu Hause (z.B. Backen, Kehren mit der Mutter, Gartenarbeit, Basten mit dem Vater) ein Erlebnis zu bereiten, – alle Tätigkeiten in beiden Sprachen.
  • Denken Sie auch an solche Familien, die die Absicht haben ihr Kind in Ihren Kindergarten eintragen zu lassen. Geben Sie ihnen Informationen über Schulreife, über die neue Aufnahmeregelung durch die Webseite des Kindergartens oder auf der am Ort üblichen Weise (z.B. Aushang, Webseite der Selbstverwaltung).
  • Assistierende Fachkräfte (Logopäden, Kinderpsychologen) sollten sich ebenfalls dem „Fern-Kindergaren“ anschließen, Eltern beraten und digitale Therapien anbieten, z.B. für Kinder mit Sprachproblemen.
  • Die Kinder nehmen die Wiederholungen gern wahr, die Rituale geben ihnen Sicherheit in dieser außergewöhnlichen Situation. Schicken Sie ihnen bezüglich der Tagesordnung im Kindergarten die bekannten deutschen Lieder, Reime, sowie die Lieder der Gruppenrituale!
  • Die sich in unterschiedlichen Lebenssituation befindenden Familien nehmen den „Fern-Kindergarten“ anders an, aber diese Tatsache soll(te) die Durchführung der Aufgaben die Erzieherinnen nicht beeinträchtigen. Geben Sie ein breite Palette, wovon eine jede Familie etwas nehmen und für sich das Passende finden kann.
  • Man soll so viel und so anbieten, dass man es in einem längeren Zeitraum sichern kann, denn die Kontinuität ist ein wichtiger Faktor.
  • Wenn man mit den „obligatorischen“ Aufgaben fertig ist, die versäumte Planung, Bewertung nachgeholt ist, dann sollte man sich für die innovativen Aufgaben, die Erneuerung und Erweiterung des eigenen Repertoires, sowie für das Selbststudium Zeit nehmen.
    Die Erzieherinnen können Projekte, Themen zur Vermittlung der deutschen Sprache und der ungarndeutschen Kultur im Interesse der Vorbereitung des neuen Erziehungsjahres ausarbeiten. Sie sollen neue Methoden und Arbeitsformen kennen lernen. Es kann auch vorkommen, dass dies der nächste Schritt in der Entwicklung Ihres Instituts sein wird, in dem Sie jenen Wortschatz und jene Satzmodelle sammeln, mit denen Sie die Alltagstätigkeiten begleiten. Nehmen Sie diese Aktivität bewusst wahr, um Ihre Gruppe auf dem Weg der Zweisprachigkeit mit sichereren Sprachkenntnissen begleiten zu können.
  • Im Rahmen des Selbststudiums sollten Sie die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschungen und Fachliteratur über die frühe Zweisprachigkeit kennen lernen und sich überlegen, wie die gewonnenen Kenntnisse in den Kindergartenalltag umgesetzt werden können.
  • Sie sollten die Durchführung der Aufgaben im Kindergarten so planen, dass Sie – neben den einem Freude bereitenden und kreativen Tätigkeiten – genügend Zeit für die Überprüfung und Modifizierung der Dokumente in kleinen Gruppen haben, welche nicht besonders populäre Aufgaben sind.
  • Lassen Sie sich bei der Leitung der Umarbeitung der strategischen Dokumente von den Leiterinnen, Arbeitsgruppenleiterinnen und den erfahrenen Mitarbeiterinnen des Kindergartens beraten.
  • Die Erzieherinnen und die Angestellten im Kindergarten sollten versuchen, zwischen dem Familienleben und der Arbeit ein Gleichgewicht zu finden. Keine Bereiche sollten kurz kommen.
  • Finden Sie eine Möglichkeit, sich – neben der auch von dem Amt für Bildungswesen (OH) empfohlenen fachlichen Erneuerung – methodisch auszutauschen!
  • Schließen Sie sich an die Facebook-Seite des UDPI an und teilen Sie Links, Lieder, Gedichte, Märchen, Sprachspiele, selbst erstellte Materialien, Ideen, womit Sie anderen helfen und Ihre Kenntnisse weitergeben können. (Schicken Sie bitte Ihre Ideen, Links, Materialien an die folgende E-Mail Adresse: info@udpi.hu)

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