Friedrich Anna: Miért? Warum?

Quelle: Bibliothek.hu
Möchten Sie über ähnliche Themen erfahren?
Drücken auch Sie ein Like auf die –> Zentrum Facebook-Seite

Egy jugoszláviai lágert túlélt
magyar-német asszony története

Das Leben führt uns öfters in Situationen, die auf den ersten Blick als Glücksfälle erscheinen. Wenn man aber die Geschehnisse der Gegenwart mit offenen Augen betrachtet, tauchen diese oft anders als reine Zufälle auf. Ein solcher Fall war auch die Beschaffung dieses Buches. Dem Bibliothekar der Ungarndeutschen Bibliothek fiel eines Morgens auf dem Weg zur Arbeit in einer Bushaltestelle in Budapest auf, dass eine Dame ein im Haus der Ungarndeutschen vorgestelltes Buch  liest. Es war die Lebensgeschichte des aus Besdan stammenden Antal Mayers. Er sprach sie darauf an und es stellte sich heraus, dass sie ebenfalls aus Besdan stammt und selbst einen Roman schrieb, der auch zum Sammelkreis der Bibliothek gehört. Nach ein paar Wochen brachte Anna Friedrich ein Freiexemplar in die Bibliothek.

Miert warum

Die Autorin ist 1953 in der einst auch von Donauschwaben bewohnten Batschkaer Siedlung geboren und im ehemaligen Jugoslawien aufgewachsen. Nach ihrem Studium war sie als Journalistin und Psychotherapeutin tätig, und übt als Rentnerin ihre journalistische Tätigkeit auch heutzutage noch aus.

In diesem Buch geht es um eine fiktive Geschichte einer Frau namens Rosa Emling, die das Konzentrationslager von Jarmosch (Járek/Bački Jarak) überlebt. Als Quelle dienten verschiedene Menschenschicksale, insoweit spiegelt das Werk doch die Wirklichkeit wider.

Die Ich-Erzählerin beginnt die Geschichte mit einer Szene beim Denkmal des Vernichtungslagers in Gakowa, wo um die 8000 Donauschwaben ums Leben gekommen sind. Rosa – schon als alte Frau – besucht diese Gedenkstätte mit ihrem Sohn.

Danach entfaltet sich die Geschichte in zwei Erzählsträngen. In einem wird der Leser nach aus den Trümmern des Zweiten Weltkriegs schnell aufgebautem Deutschland gebracht, wo Rosa ihr Leben nach den erlebten Tragödien aufzubauen versucht. Hier trifft sie sich mit dem Bruder wieder, und probiert sich sowohl existenziell als auch psychisch durchzuschlagen. Am schwersten fällt ihr als Frau eine richtige Beziehung mit einem Mann einzugehen. Den Grund ihrer psychischen Probleme erfahren wir aus dem anderen, parallel laufenden Erzählstrang.

Der andere „Pfad” beginnt während des Zweiten Weltkriegs, als die kleine Rosa mit dem älteren Bruder, der ungarischen Mutter und dem donauschwäbischen Vater in einem auch von Ungarn und Deutschen bewohnten Dorf in der Nähe von Neusatz lebt. In der Erzählung kommt es ziemlich schnell zu den tragischen Geschehnissen: Die Familie wird zerrissen. Der Vater zieht in den Krieg, der Bruder verschwindet, die deutschen Großeltern werden nach Gakowa, die Mutter, Tante Ancsa und Rosa werden ins Vernichtungslager von Jarek geschleppt, wo die Protagonistin von den Partisanen mehrmals vergewaltigt wird, aber letztlich doch überlebt.

Diese zwei Erzählstränge wechseln einander ab und werden letztlich zusammengefügt. Hier wird dem Leser klar, warum Rosa so schwer fällt ihre psychischen Probleme zu überwinden bzw. warum sie keine normale Beziehung mit Männern haben und somit es nicht zur Familiengründung kommen kann. Hilfe und Unterstützung erhält die bildhübsche junge Frau von Freunden und Verwandten – darunter sind auch Ungarndeutsche -, die in gewisser Hinsicht auch ihre Schicksalsgenossen sind. Ob und wie sie in diese neue Welt letztlich klarkommt, was die schon über 80 gewordene alte Rosa über ihr Schicksal denkt, wird auf den letzten Seiten enthüllt.

Wir empfehlen das Buch Allen, die einen Roman mit fiktiver, aber realistisch geschilderter Geschichte lesen möchten, der den Lebensweg einer Donauschwäbin erzählt, deren Schicksal von Tausenden geteilt wird, und den Opfern der jugoslawischen Vernichtungslager ein würdiges Denkmal setzt.

Friedrich Anna: Miért? Warum?
Egy jugoszláviai lágert túlélt magyar-német asszony története
(Die Geschichte einer ungarisch-deutschen Frau, die einen Vernichtungslager in Jugoslawien überlebt hat)
Budapest: Keskenyúton Alapítvány, 2016.
184 S., Ill.
Sprache: Ungarisch

Die empfohlenen Bücher sind in der Sammlung der Ungarndeutschen Bibliothek – wenn nichts weiteres Angegeben- nur zur Leihe zugänglich.
Weitere Informationen: info@bibliothek.hu
Webseite: www.bibliothek.hu

Magyarwechsle die Sprache

Schlagwörter:

Zum Thema:

© 2004 - 2020 • Ungarndeutsches Kultur- und Informationszentrum, alle Rechte vorbehalten!
logo