„Malenkij Robot“-Projekttag in Gereschlak

Quelle: Neue Zeitung

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Traditionsschaffende Absicht

Die Deutsche Selbstverwaltung Gereschlak hat bereits zum zweiten Mal die „Malenkij Robot-Gedenktour“ von Gereschlak nach Petschwar organisiert. Der zweiten Tour am 27. Dezember 2019 haben sich viele Leute aus den Nachbarorten sowie aus Fünfkirchen, Pereked, Nadasch angeschlossen. Insgesamt 160 Teilnehmer machten mit und sind mit uns zu Fuß marschiert.

Schulteisz Balazs Kett Ida Boden

Nun haben wir die „Malenkij Robot-Gedenktour“ weitergedacht, und die Deutsche Selbstverwaltung Gereschlak organisierte am 10. Jänner 2020 einen Projekttag mit Siebtklässlern aus Sebegin (sie sind schon einen Tag vorher angekommen), aus der Innenstädtischen Schule Fünfkirchen, aus der Grundschule Petschwar und aus der Grundschule Gereschlak.

Die Lehrer der örtlichen Grundschule haben die Kinder und die sie begleitenden Pädagogen mit der Ausstellung „Malenkij Robot“ erwartet, die den ganzen Tag „begleitete“. Um 8.30 Uhr haben wir uns im Gemeinschaftshaus des Dorfes getroffen, insgesamt 80 Siebtklässler und 10 Pädagogen sowie 8 Frauen, die den Kindern die Zubereitung der Hefeknödel beigebracht haben. Es war ein Erlebnis zu sehen, wie die Kinder emsig, fleißig den Teig bearbeiteten, formten und dabei sehr gute Laune hatten. Die kleinen Köche selbst haben die Hefeknödel aufs Blech gelegt, und solange die Knödel „gegangen sind“ hörten sie eine einmalige Geschichtsstunde von Dr. Beata Márkus. Dann haben einige Kinder aus jeder Klasse die Geschichte ihrer eigenen Verwandten, Familienmitglieder, die damals betroffen waren, vorgetragen und erzählt, wie es sich in ihrem Ort damals zugetragen hat. Mehrere Kinder hatten Familienangehörige, die diese Grausamkeiten erleiden mussten. Vor dem Mittagessen konnten die Schüler Tests machen und digital prüfen, dadurch konnten sie ihr Können beweisen. Dann hörten sie Vorträge von Erwachsenen.

Um halb 12 Uhr haben sie die Bohnensuppe sowie die selbstgemachten Hefeknödel verspeist. Nach dem Mittagessen fertigte jede Klasse ihr eigenes „Bündel“, mit der Jause, und die 4 Klassen trugen die 4 Bündel abwechselnd bis nach Boden. Auf der Landstraße wurden wir von der Bürgerwache begleitet und alle sind diszipliniert den Weg nach Boden mitgelaufen. In Boden besuchten wir Ida Kett, 96 Jahre alt, die uns über diese sehr schwere Zeit berichtete. Sie ist die einzige in der Ortschaft, die den Kindern über diese schwere Zeit erzählen konnte. Sich für die Geschichten bedankend gingen wir unseren Weg weiter bis zum Denkmal in Boden, wo von jeder Klasse zwei Kinder einen Kranz niederlegten. Zum Schluss haben die Kinder im Kultursaal Boden aus ihrem Bündel die Jause gegessen und nahmen die Getränke und Jausen der Deutschen Selbstverwaltungen von Boden und Gereschlak dankend an. Die Kinder und Pädagogen sind müde, aber sehr zufrieden in ihren Bussen von Boden nach Fünfkirchen und Sebegin heimgefahren.

Dieses Programm möchten wir jedes Jahr in traditionsschaffender Absicht wiederholen und verwirklichen.

Gereschlak Marsch

Der gut gelungene Projekttag wurde von den fleißigen und geschickten Frauen in Gereschlak weitergedacht, indem sie eine „Malenkij-Robot“-Gedenktour aus Puppen fertigten. Mit Originaltrachten – wie sie früher die Leute getragen haben – und mit einem Bündel und mit Rucksack. Die Frauen tragen das Bündel auf ihren Armen und die Männer haben einen Rucksack um. Ein Soldat in grüner Uniform befindet sich am Ende der Reihe, er trägt eine Mütze und eine Flinte hat er auch bei sich. Sehr original und vielsagend haben Anna Kett geb. Speil, Anna Hesz geb. Handler und Gertraud Schulteisz geb. Weigert diese historische, erschütternde Szene dargestellt.

Weitere neue Sehenswürdigkeiten im Puppenhaus sind ein Mädchen, das Gänse hütet, sowie frühere Kinderspielzeuge, Kästen, Geschirre, Puppenwagen und Schubkarre, die von nun an die Besuchergruppen bewundern können.

An dieser Stelle möchten wir uns bei der Branauer Deutschen Selbstverwaltung, bei den Deutschen Selbstverwaltungen Boden und Gereschlak für die finanzielle Unterstützung bedanken.

Balázs Schulteisz
Vorsitzender der Deutschen Selbstverwaltung Gereschlak
Schuldirektor

Erschienen in: Neue Zeitung, 18/2020

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