Gehört die Torheit zur Jugend?

Quelle: GJU

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Auf den Spuren des GJU-Freundeskreises Sankt Martin

Ich würde nicht leugnen, dass sie ab und zu mal auch Jux und Tollerei treiben, aber ich bin davon überzeugt, dass sie mit beneidenswerter Begeisterung und Eifer an der Pflege der deutschen Nationalitätenkultur teilnehmen. All dies zeigt sich in ihren Aktivitäten in den letzten drei Jahren. Die landesweite ungarndeutsche Jugendorganisation, die Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher, der Sankt Martin/Szigetszentmárton 2017 beigetreten ist, bemüht sich darum, dass junge Menschen ungarndeutscher Herkunft, die die ungarndeutsche Kultur mögen und die deutsche Sprache pflegen wollen, sich nicht nur im Rahmen traditioneller Veranstaltungen treffen können. Die Organisation bietet ein sehr vielfältiges Programmangebot für junge Menschen. Es gibt eine große Auswahl an Sportveranstaltungen, Camps, Ausflügen, Touren, Konferenzen und Kursen. Diese Veranstaltungen bieten unseren jungen Leuten die Möglichkeit, Jugendliche aus verschiedenen Landesteilen kennenzulernen, die die Bräuche und Sitten der Ungarndeutschen neu beleben und damit ein Teil der ungarndeutschen Kultur erhalten zu können.

GJU Sankt Martin in Baje

Der GJU-Fußballturnier, der im Januar im Ungarndeutschen Kulturzentrum Baje/Baja stattfand, bot Jugendlichen von 15 Ortschaften die Möglichkeit, neue Beziehungen aufzubauen, ihre eigenen Weltanschauungen zu erweitern, sich über die Perspektive der Verwirklichung ihrer gemeinsamen Ziele auszutauschen und natürlich durch einen Vergleich ihrer Fußballfähigkeiten um die besseren Platzierungen zu konkurrieren. All dies konnte drei Tage lang mit einer sehr liebevollen Gastfreundschaft in einer angenehmen Atmosphäre durchgeführt werden, die mit Musik- und Tanzabenden erfrischt wurde. Unsere Ortschaft startete beim Turnier sowohl mit einer Jungen-, als auch einer Mädchenmannschaft. Ohne Podiumsplätze, doch mit angenehmer Müdigkeit und vielen Erlebnissen kehrten wir von Baja nach Hause zurück. Unsere spontan zusammengerottete Mädchenmannschaft wurde die Viertplatzierte von 4 Startern, aber wir haben die Nummer eins während des Runden-Matches besiegt.

GJU Focikupa2

Im Februar konnten wir den unwiderstehlichen Einladungen des GJU-Freundeskreises Hartian/Újhartyán nachkommen. Wir können uns fast ein Jahrzehnt lang eine echte Freundschaft mit den Hartianern nennen. Am 22. Februar, in der Faschingszeit waren wir Gäste des Schwabenballs in Hartian. Im Eröffnungsprogramm sahen wir neben den örtlichen Erwachsenen- und Kindertanzgruppen eine kraftvolle Aufführung der Wetschescher, die die traditionellen Faschingsbräuche wiederbelebte. Wetschesch/Vecsés ist vor drei Jahren mit uns gemeinsam der GJU beigetreten.

Fachingsball1

Am 25. Februar hatten wir die Möglichkeit, an einem Nachmittag aktiv teilzunehmen, der an einen ganz besonderen Hartianer Volksbrauch, an das Blochziehen erinnert. Von der Schule aus machten sich die Schüler auf den Weg, nachdem sie gemeinsam in der traditionellen „Hartianer Tanzordnung“ getanzt hatten. Die jungen Burschen gingen mit einem an einem Seil gezogenen Bloch durch das Dorf und erschienen bei den Mädchenhäusern, wo sie das Bloch an den Knöchel des geliebten Mädchens banden und dann die junge Dame zum Tanzen brachten. Das an den Fuß befestigte Bloch sollte die Tragfähigkeit des Mädchens beurteilen und symbolisieren, dass es nach der Eheschließung freilich zu überwindende Schwierigkeiten haben wird. Nachdem das Mädchen getanzt worden war, sammelten die Burschen Eier, Würstchen und Speck in einem Korb. Am Abend versammelten sich die Scharen von Jugendlichen und machten aus den gesammelten Spenden Rührei. Es wurde gemeinsam geschlemmt, getanzt und Spaß gemacht. Um Mitternacht wurde es verstummt und alle begaben sich zur nächtlichen Ruhe. Mit dieser Veranstaltung wurde die Faschingszeit am letzten Abend vor dem Fasten geschlossen. Für die musikalische Begleitung des Programms, das den ganzen Nachmittag sowie den Festabend ausfüllte und viele junge Leute bewegte, wurde von dem Musiker und Tänzer unseres GJU-Freundeskreises, István Schäffer, gesorgt. Vielen Dank für seinen beharrlichen Beitrag.

Istvan Schaffer, Erika Rierpl, Antal Lauter

Ich möchte meinen Dank der Vorsitzenden des GJU-Freundeskreises Sankt Martin, Zsófia Finszter, die mit Leib und Seele dabei ist, für ihre aktive Arbeit beim Zusammenhalt der Jugendlichen ausdrücken.
Ich würde gerne der jungen Mannschaft für ihre Hilfe bei der Organisation des Faschingsballs des Elternvereins und für die zum Anlass passende Dekoration der Halle danken.
Besten Dank erweise ich der Tanzgruppe Sankt Martin, der sogenannten „großen“ Tanzgruppe unserer Ortschaft, die seit mehr als 45 Jahren tätig ist, für die erhebliche finanzielle Unterstützung des GJU-Freundeskreises Sankt Martin. Mit ihrer Finanzspritze haben unsere Jugendlichen die Möglichkeit, kostenlos zu reisen und an Veranstaltungen teilzunehmen. Bereits zu Beginn dieses Jahres wurden mehr als 300.000 HUF für die Verwirklichung der GJU-Programmziele verwendet.

Ich ermutige die jungen Leute von Martin, unsere Programme zu besuchen und uns besser kennenzulernen. Sie sollten die Gelegenheit ergreifen, an einer wunderbaren und bedeutenden Aktivität teilzunehmen und eine Reise voller Entdeckungen und Abenteuer zu unternehmen. Diese Tätigkeit ist nichts anderes als die Pflege und Bewahrung der Erinnerungen an die Vergangenheit unserer Ortschaft, die von historischer Bedeutung und unschätzbarem Wert sind.

Erika Rierpl
Übersetzt von: Erika Schreiner

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