Das Leben auf einem Bauernhof

Quelle: Zentrum

Möchten Sie über ähnliche Themen erfahren?
Drücken auch Sie ein Like auf die –> Zentrum Facebook-Seite

VIII. Schwäbische Backwoche
des Freundeskreises Schwäbischer Jugendlicher Hartian

Seit 2013 ist es eine Tradition geworden, dass die Hartianer Jugendlichen eine Woche aus den Sommerferien den örtlichen ungarndeutschen Back- und Kochtraditionen widmen. Die Initiative wurde zuerst in dem Garten von Teréz Hornyák-Fajth, der Leiterin der Tanzgruppe „Hercel”, verwirklicht, und seit der Übergabe des Handwerkshauses „Eulennest” werden die Backwochen jedes Jahr im Gebäudekomplex veranstaltet, mit einer Ausnahme, als der Hartianer Jugendverein die Baranauer Gastronomie in Litowr entdeckt hat. Heuer wollten die Jugendlichen wieder etwas Neues erleben, so fand das Ereignis auf dem Bauernhof der Familie Soós in dem Nachbardorf Újlengyel statt.

20200801_112828

Im Mittelpunkt der Woche stand neben der Gastronomie, wie das Motto der Veranstaltung andeutet, die Lebensweise der Hartianer Familien, die früher in großer Anzahl auf den Gehöften von Újlengyel und Hernád gelebt hatten (diese Gemeinden gehörten bis 1946 zu Hartian). Heuer wurden solche traditionellen Gerichte wie das „Fleckel“, das „Tatschkel“, das „Herzel“, die Fisolensuppe und Fisolennudeln zubereitet. Es kamen aber solche Tätigkeiten wie das Schnapsbrennen und das Marmeladekochen hinzu, die damals eine wichtige Rolle in dem Leben der Bauern gespielt hatten. Bei den meisten Spezialitäten waren schon die Teilnehmenden erfahrene Köchinnen und Köche und brauchten die Hilfe von Älteren nicht, wie das noch bei den ersten Bachwochen der Fall war. Bei dem Brennen des Weichselschnaps und dem Kochen der Zwetschenmarmelade halfen aber solche Frauen und Männer, die selber auf Gehöften geboren sind. Sie erzählten uns während der zeitaufwendigen Aufgaben viele interessante Geschichten über die damalige Gehöftewelt. Ein interessanter Programmpunkt war die Kutschenfahrt in den geographischen Mittelpunkt des Landes: Während der Tour konnte man die Spuren der einstigen Bauernhöfe teilweise immer noch entdecken, die früher von Hartianer Familien bewohnt worden waren.

20200803_150222

Die Schwäbischen Backwochen sind immer gute Gelegenheiten zur Begegnung. Dieses Jahr besuchten uns viele GJUler aus anderen Ortschaften. NZ-Chefredakteur Johann Schuth hatte Recht in seinem Artikel über die erste Backwoche 2013, dass die Veranstaltung bald ein landesweites Programm sein kann. Wir hatten dieses Jahr auch Mitwirkende aus Budapest (Schorokschar und Sanktlorenz), Baje, Nadwar, Pußtawam, Schambek, Sankt Martin, Taks und Wetschesch bzw. das ganze Präsidium der Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher war dabei. Die Sankt Martiner waren sogar Mitorganisatoren des schwäbischen Wettbewerbs, dank ihnen ging es nicht nur um ungarndeutsche Geschichte und Geographie oder um Bräuche des Jahreskreises, sondern man lernte auch ihre originelle Tracht und ihre Tänze kennen. Es war ebenfalls ein schönes Gefühl, als so viele Jugendliche aus den verschiedensten Teilen das Landes rund um das Lagerfeuer ungarndeutsche Volkslieder sangen.
Es gab auch einen weiteren Grund, warum so viele junge Leute nach Újlengyel zusammenkamen. Der Freundeskreis Schwäbischer Jugendlicher Hartian feierte am Abschlussabend der Backwoche sein 7-jähriges Bestehen. Bei diesen Feierlichkeiten werden jedes Jahr die neuen Mitglieder mit einer schwäbischen Herausforderung in das Vereinsleben eingeweiht. Man sollte diesmal z. B. eine schwäbische Hymne für Hartian schreiben, ein schwäbisches Motorrad-Design entwerfen oder ein Massageprogramm auf schwäbische Art präsentieren. Nach der Einweihungszeremonie hat unser talentiertes Mitglied Róbert Hanusch mit seinem Konzert einen perfekten Ausklang der Woche gegeben.

Es ist immer schön, wenn wir zusammen etwas Denkwürdiges machen, aber die diesjährige Backwoche empfinden wir in vielerlei Hinsicht als etwas ganz Besonderes! Wir bedanken uns bei allen Helfern und Teilnehmenden für das gemeinsame Erlebnis sowie bei der Familie Soós für die wunderbare Gastfreundschaft! Unser bester Dank gilt auch dem Staatssekretariat für die Beziehungen zu den Kirchen und Nationalitäten im Ministerpräsidentenamt bzw. dem Bethlen-Gábor-Förderfond für die finanzielle Unterstützung!

Martin Surman-Majeczki

Fotoalbum >>>

Magyarwechsle die Sprache

Schlagwörter:

Zum Thema:

© 2004 - 2020 • Ungarndeutsches Kultur- und Informationszentrum, alle Rechte vorbehalten!
logo