Kerekes Anna: Megszépítés nélkül. Egy sváb család hányattatásai

Quelle: Bibliothek.hu
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Um über die Vergangenheit der Ungarndeutschen etwas zu erfahren, greift man meistens nach geschichtlichen Fachbüchern, die uns die Zusammenhänge mithilfe von Daten, Fakten, Dokumenten und Quellen aufdecken und zugleich einen historischen Überblick verschaffen. Was mit den einzelnen Menschen und Familien geschehen ist, kann man eher aus gut dokumentierten bzw. erzählten Einzelschicksalen erfahren, in denen eine subjektive, oft sehr realitätsnahe Wahrheit über das Geschehene aus einer persönlichen Perspektive dargestellt wird.

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Dieses Buch von Anna Kerekes ist auch ein solches Werk. Die Autorin hat darin mehr als 150 Jahre Familiengeschichte verfasst. Mütterlicherseits ist sie ungarndeutscher Abstammung, was das Schicksal der ganzen Familie beeinflusste.

Die Erzählung beginnt mit der Geschichte der ungarndeutschen Urgroßeltern. Einer ihrer Urgroßväter mütterlicherseits ist 1856 in Világos geboren, wo er als Winzer arbeitete. Als die Reblaus-Katastrophe ausbrach, siedelte er mit seiner Familie nach Elek um, wo sie als verarmte Tagelöhner arbeiten mussten. Um einen besseren Lebensunterhalt zu sichern, wanderte ein Teil der Familie in den 1910er Jahren in die USA aus. In den 1920er Jahren folgten ihren Familienmitgliedern noch die beiden Schwestern der Großmutter. Die Kontaktpflege mit der Verwandtschaft in den USA wurde später für die Familie der Autorin fast lebenswichtig.

Ein erneuter Schicksalsschlag im Leben der Familie war, als der aus Elek stammende ungarndeutsche Großvater der Autorin mit 28 Jahren im Jahre 1915 bei einem Arbeitsunfall starb. Die Witwe blieb mit ihrem dreijährigen Kind – Mutter von Anna Kerekes –, noch drei Jahre lang alleine, als sie schließlich 1918 mit dem Tagelöhner Josef Ackermann ihre zweite Ehe schloss. Josef Ackermann war ein Sozialdemokrat. Als örtlicher Anführer während der Räterepublik von Béla Kun wurde er sogar von den rumänischen Besatzungstruppen öffentlich geschlagen und eingekerkert. Infolge der Ereignisse ist er aber nicht zusammengebrochen. Obwohl er später als „roter Ackermann” beschimpft wurde, hatten sich seine politischen Ansichten auch während der Tätigkeit des Volksbundes nicht geändert.

Der Vater der Autorin, Mihály Kerekes, stammte aus einer ungarischen Familie aus Hódmezővásárhely. Josef Ackermann wollte die Eheschließung der Stieftochter mit einem Ungarn nicht akzeptieren, später versöhnte er sich mit Mihály. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor. Die Autorin ist als die jüngere 1938 in die „schwäbisch-ungarische Familie” in Elek geboren.

Die Familie schloss sich der Treuebewegung an. Von der russischen Befreiung erhoffte Josef Ackermann sogar Gerechtigkeit und eine bessere Welt. Er musste sich aber mehrmals täuschen. Seine Stieftochter wurde vom Einzug in die Malenkij Robot schriftlich befreit, musste sich aber trotzdem bei den Behörden melden und wurde verschleppt. Der Ehemann, Mihály Kerekes, wollte ihre Frau nicht alleine lassen und ging freiwillig mit. So blieben die kleinen Töchter – Anna und Magduska Kerekes – bei den ungarndeutschen Großeltern, die in einem einfachen Bauernhaus ein bescheidenes Leben führten und sogar noch die letzten Tilgungsraten für das Haus zu bezahlen hatten. Als erneuter Schicksalsschlag wurden sie in die amerikanische Besatzungszone, nach Schwetzingen vertrieben. Sie wurden von den beiden Enkelkindern begleitetet. Hier hatten sie weitere Schwierigkeiten: Sie mussten den Wohnungs- und den Hungersnot zu bekämpfen. Schließlich wurden sie von – in den damaligen Umständen – wohlhabenden Einheimischen in einem Bürgerhaus untergebracht. Die von den Behörden ausgeteilten Lebensmittelkarten wurden durch mit Lebensmitteln gefüllte Pakete von Verwandten aus den USA ergänzt. Anna und ihre Schwester besuchten eine deutsche Schule und befreundeten sich mit den Kindern der amerikanischen Soldaten, mit den Flüchtlingskindern, aber auch mit den einheimischen Kindern.

Aus der Erzählung stellt sich natürlich auch heraus, dass die Familienmitglieder sich wieder treffen, wann dies erfolgt und wie ihr Leben weitergeht. Dass das Geschriebene keine Fiktion ist, bezeugen Archivdokumente und -fotos von der Autorin.

Das Buch empfehlen wir allen, die über das Leben der Ungarndeutschen aus Elek und deren Schicksal nach der Vertreibung anhand einer subjektiven, doch realitätstreuen Familiengeschichte erfahren möchten.

Kerekes Anna: Megszépítés nélkül. Egy sváb család hányattatásai
(Ohne es zu verschönern. Schicksalsschläge einer schwäbischen Familie)
Budapest : Ad Librum Kft., 2017.
305. S.,Ill.
Sprache: Ungarisch

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