„Der Weg – Ungarndeutsche Zeitreise”

Quelle: LdU

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Das ungarndeutsche Gesellschaftsspiel der LdU ist erschienen

Nach langjähriger Arbeit konnte 2020 das ungarndeutsche Gesellschaftsspiel mit dem Titel „Der Weg – Ungarndeutsche Zeitreise“ in der Herausgabe der LdU verwirklicht werden. Das Projekt wurde vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) gefördert. Das Spiel wurde von Ildikó Jencsik (Referentin der LdU für das Stipendienprogramm der Nationalitätenpädagogen) und Károly Radóczy (Jugendreferent der LdU) entwickelt und möchte grundsätzlich alle Generationen ab 13 Jahren ansprechen, aber Teile des Spiels können natürlich auch von Jüngeren gespielt werden. Károly Radóczy berichtet über das Projekt.

Spielelemente

Die Idee der Entwicklung eines ungarndeutschen Gesellschaftsspiels hatte Ildikó Jencsik bereits Anfang 2018, die damals noch ihre Grafikerausbildung machte. Sie brauchte eine gute Idee, die sie als Abschlussarbeit erarbeiten kann. Sie wollte ursprünglich das 3D-Modell einer Frau in Schambeker Festtracht mit Computer entwerfen und es dann mit 3D-Drucker drucken. Obwohl es auch eine Menge Arbeit ist, schlug ihr Konsulent vor, einen grafischen Rahmen hinzuzufügen, z. B. ein Katalog oder ein Buch, mit dem auch ein Kontext der Figur dazugegeben werden kann. Und so entstand die Idee, ein ungarndeutsches Gesellschaftsspiel zu machen, in dem die Figuren diese 3D-gedruckten Trachtenfiguren sind.

Ich freute mich sehr über ihr Vorhaben, und versuchte mit allen meinen Mitteln ihr zu helfen. Wir erarbeiteten gemeinsam die Konzeption, die Spielregeln und die Themenkreise, sie arbeitete an der grafischen Entwicklung und den Trachtenspielfiguren, ich an den Fragen und Antworten, die im Spiel vorkommen. Als Ergebnis damals entstand der handgefertigte Prototyp des Spiels, damals noch mit ganz anderem Design, weniger Fragen, nur eine ungarische Version, aber schon mit den 4 Trachtenspielfiguren, was sie als Abschlussarbeit vorstellte.

Schachtel

Im Sommer 2018 besuchten wir Frau Hock-Englender in Fünfkirchen, die damals die Beirätin der LdU für Bildungswesen war, und stellten ihr den Prototyp vor. Ihr gefiel die Idee sehr und versicherte uns, dass sie hinter dem Projekt stehen wird und hilft für die Verwirklichung in einer größeren Auflage finanzielle Unterstützung zu finden. Und dann begann die Vorbereitung des jetzigen Spiels, Vereinbarungen mit vielen Druckereien und eine lange Klärungsarbeit beim BMI.

Anfang 2020 war das Spiel immer noch halbfertig, inhaltlich und auch am Design musste noch viel gearbeitet werden. An dieser Stelle möchte ich mich bei unseren Lektoren bedanken, bei László Schindler, der 2018 die erste Version lektorierte, bei Ágnes Amrein-Pesti und Miklós Tencz von dem Valeria Koch Bildungszentrum, die 2020 die zweite Version kontrollierten und uns mit wertvollen Vorschlägen versahen, und bei Ibolya Hock-Englender, die uns unermüdlich half, die Texte, die Fragen und die grafische Erscheinung zur endgültigen Form zu bringen.

Es war ein erhebendes Gefühl, als die Druckmaschinen in Fahrt gesetzt wurden, und wir sahen, dass unsere langjährige Arbeit sich endlich der Ziellinie nähert. 500 Exemplare des Spiels wurden angefertigt und wir warten gespannt darauf, wann wir das Spiel der ungarndeutschen Gemeinschaft in physischer Form persönlich vorstellen können.

Die Spielentwickler Ildiko Jencsik und Karoly Radoczy

Ich möchte hier den Anfang des Vorstellungstextes von der Schachtel des Spiels zitieren:
„Ein Gesellschaftsspiel, das euch durch die guten und die schlechten Zeiten der Ungarndeutschen führt. Stellt euch vor, ihr lebt im 18. Jahrhundert auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands unter schwierigen Lebensbedingungen und plötzlich ergibt sich die Möglichkeit, in Ungarn ein neues Leben mit besseren Chancen anfangen zu können. Ihr steigt auf eine Ulmer Schachtel und macht den langen Flussweg in das Unbekannte…“

Eine ungarndeutsche Zeitreise, die von der Ansiedlung bis zu den heutigen Tagen dauert. Wir glauben, dass es ein Spiel ist, das zum Nachdenken und zu interessanten Gesprächen zwischen Generationen führt und dabei auch viel Spaß macht.

Wir hoffen darauf, dass dieses Jahr noch die Zeiten kommen, wo wir uns wieder persönlich treffen dürfen. Wenn es der Fall wird, möchten wir regionale Spielabende organisieren, an denen wir das Spiel vorstellen und die teilnehmenden deutschen Selbstverwaltungen ein Exemplar des Spiels kostenlos mit nach Hause nehmen können, um das Spiel in ihren Heimatorten vorzustellen und jedem die Möglichkeit zu sichern, mit dem ungarndeutschen Gesellschaftsspiel zu spielen. So soll das Spiel die Bildungseinrichtungen, Vereine und alle Ungarndeutschen erreichen, die damit spielen möchten.

Spielbrett von oben

Wir bitten also die deutschen Selbstverwaltungen einen Online-Fragebogen auszufüllen, in dem wir sie befragen, wer ein Exemplar des Spiels haben möchte, und wer uns helfen möchte, einen regionalen Spielabend zur Vorstellung des Spiels zu organisieren. Mit diesen Informationen können wir dann später schneller reagieren und möglichst viele solche Spielabende verwirklichen.

Zum Schluss möchten wir uns bei dem BMI für die großzügige Förderung bedanken. Wir glauben fest daran, dass wir mit diesem innovativen Projekt wirklich viele Leute erreichen können und dadurch unsere Gemeinschaft stärker wird.

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