Fachdidaktisches Blockpraktikum deutscher Studentinnen an der Grundschule Bohl/Bóly

Quelle: Zentrum

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Nach einer langen Zeit der Entbehrungen während der Corona-Semester gab es nun diesen Herbst wieder die Möglichkeit, ein dreiwöchiges Praktikum in Ungarn an der Grundschule in Bohl/Bóly, die von der deutschen Selbstverwaltung unterhalten wird, zu absolvieren. Wir zwei Lehramtsstudentinnen von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg konnten in der Zeit vom 20.9.2021 bis 8.10.2021 die ungarische Lebensweise, die Landschaften, den Schulalltag und die lieben Lehrerinnen und Schüler:Innen kennenlernen.

Bevor es am Montag, den 20.9. mit unserem Praktikum losging, hatten wir jeweils ein paar Tage mit unseren Freunden in Ungarns Hauptstadt Budapest verbracht. Die Stadt ist bekanntlicherweise eine Reise wert und sollte bei einem Praktikum in Ungarn auf jeden Fall besucht werden! Vor allem die Fischerbastei mit ihrem entzückend bunten Dach und das Parlament an der Donau, das an Hogwarts mit seinen vielen Türmchen erinnert, und auch die alternativen Foodcourts, mit den internationalen bis veganen Gerichten, haben es uns angetan.

Regina und Charlotte in Pecs

Am Sonntag dann, haben wir zwei uns im Zug nach Budapest getroffen, der uns nach Fünfkirchen/Pécs brachte, eine sehr schöne Stadt mit prachtvollen Gebäuden und niedlichen Gässchen. Eine der Lehrerinnen der Bohler Grundschule nahm uns am Bahnhof freundlich in Empfang und brachte uns mit dem Auto nach Bohl/Bóly, eine kleine Stadt in der ungarischen Weingegend. Dort zeigte sie uns das Kolpinghaus, unsere Unterkunft für die nächsten drei Wochen. Jede von uns bekam ein eigenes Zimmer mit eigenem Bad, und wir durften die Küche sowie die Waschmaschine im Haus benutzen. Wir haben uns dort wirklich sehr wohl gefühlt.

Die Schule beginnt immer um 7:40 und nach jeder 45-minütigen Schulstunde gibt es eine Pause. Am ersten Tag führten uns die Lehrerinnen durch die Schule, und wir bekamen individuelle Stundenpläne. So konnten wir in der ersten Woche einen Eindruck von den verschiedenen Klassenstufen und Fächern gewinnen. Jeder von uns wurde außerdem eine sehr nette und herzliche Lehrkraft als Ansprechpartnerin zugeteilt, was uns die Eingewöhnung und Orientierung sehr erleichterte. An der Bohler Schule lernen die Schüler:Innen schon ab der ersten Klasse Deutsch. Die Sprachklassen haben häufiger Deutschunterricht und ab der fünften Klasse werden auch Fächer wie Geografie, Biologie und Geschichte auf Deutsch unterrichtet.

Die Kinder waren uns gegenüber immer sehr offen und freundlich und bemühten sich mit uns viel Deutsch zu sprechen. Aber auch wir konnten ein paar ungarische Wörter lernen. Ab der zweiten Woche durften wir dann auch eigene Stunden halten, so viele wir wollten. Diese Stunden waren einerseits natürlich eine Herausforderung, da die Stunden für Schüler:Innen mit nicht-deutscher Muttersprache geplant werden mussten, was sich vor allem im Fach Mathe als besonders knifflig herausstellte. Andererseits konnten wir dadurch viele neue Erfahrungen sammeln und je mehr Stunden wir hielten, desto leichter fiel uns die Umsetzung und desto mehr Spaß machte es.

Neben dem regulären Unterricht unterstützten wir auch den am Nachmittag stattfindenden DSD-Unterricht (Deutsches-Sprach-Diplom), der die Lernenden (Klasse 7 und 8) auf die Sprachprüfung vorbereiten soll. Hier kamen wir mit vielen Schüler:Innen ins Gespräch und konnten ihnen beim Lernen der deutschen Sprache helfen. Außerdem konnten wir an allen außerschulischen Aktivitäten wie einem Sporttag und einem Wandertag teilnehmen.

In unserer Freizeit gingen wir viel spazieren, fuhren mit den von der Schule ausgeliehenen Fahrrädern in die umliegenden Dörfer, fuhren mit dem Bus nach Mohatsch/Mohács, eine kleine Stadt an der Donau mit netten Boutiquen und hübschem Ortskern, oder nach Fünfkirchen/Pécs, gingen in die dem Kolpinghaus gegenüber liegende Pizzeria essen, oder kochten zusammen etwas leckeres. An unserem zweiten Wochenende buchten wir uns eine günstige Ferienwohnung am Balaton, wohin wir ebenso günstig und unkompliziert mit der ungarischen Busgesellschaft reisten. Der Plattensee und der Thermalsee von Héviz sind ebenfalls unbedingt eine Reise wert! Obwohl wir Studentinnen uns vorher nicht kannten, freundeten wir uns dank dieser aufregenden Zeit an und hatten eine tolle Zeit miteinander.

An einem unserer letzten Abende in Bohl/Bóly luden uns die Mitglieder der deutschen Selbstverwaltung in eine schwäbisch-ungarische Wirtschaft zum Essen ein. Das war ein sehr lustiger und schöner Abend, an dem wir uns viel miteinander austauschen konnten.

Zum Abschied überreichten die Lehrerinnen uns jeweils ein Abschiedsgeschenk von den Schülern, das uns unsere 12-stündigen Zugreise nach Hause versüßte.

Für uns war es eine interessante, einzigartige, überraschende und unvergessliche Erfahrung in Ungarn. Einen herzlichen Dank an alle, die dazu beigetragen haben! Köszönjük!

Charlotte Nickel und Regina Friedl

Magyarwechsle die Sprache

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