„Kinder, die aus dem Rahmen fallen”

Quelle: LdU

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Fortbildung für KindergartenpädagogInnen und GrundschullehrerInnen
im September 2021

Beinahe 30 PädagogInnen haben an der Fortbildung “Kinder, die aus dem Rahmen fallen” von Frau Dr. Ilona Bachmann, DIPLOMA Hochschule Fachbereich Frühpädagogik und Kindheitspädagogik, an zwei Austragungsorten teilgenommen. Veranstaltet wurde die Fortbildung in Tarian und Taks von dem Ungarndeutschen Pädagogischen und Methodischen Zentrum.

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Am Anfang des Programms lernten die TeilnehmerInnen den Gastgeberkindergarten kennen. Anspruchsvolle, kinderfreundliche Umgebung mit ungarndeutschen Gegenständen, einsatzfreudige Kolleginnen, gutgelaunte Kinder erwarteten uns in beiden Einrichtungen.

Kinder, die aus dem Rahmen fallen, anders verhaltensauffällige Kinder findet man heutzutage in fast allen Kindergruppen. Aber das Thema ist nicht neu in der Gesellschaft. In der Geschichte kennen wir mehrere Persönlichkeiten, die als Kind „anders“ oder „aus der Norm“ waren: Einstein, Rooswelt, da Vinci oder Napoleon hatten Lese- und Rechtschreibstörungen, Rechenschwäche, Hyperaktivität oder ein Aufmerksamkeitsdefizit.

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Verhaltensauffällig ist ein Kind, wenn es sich durch sein Verhalten selbst schadet. Es kann sein, dass es von den anderen abgelehnt wird und so die Lernmöglichkeiten nicht wahrnimmt. Kindliche Verhaltensweisen, die in der Familie oder von Freunden vielleicht noch akzeptiert werden, können in dem Kindergarten oder in der Schule zur Ablehnung führen. Jedes Kind hat berechtigte Erwartungen gegenüber einer Gemeinschaft (Kindergruppe, Erwachsenen usw.), die erfüllt werden sollten. Ist das nicht der Fall, fällt das Kind auf.

Von einer Verhaltensstörung sprechen wir, wenn die Auffälligkeit mindestens ein halbes Jahr dauert, das Verhalten von den Kindern derselben Altersgruppe und ähnlicher Intelligenz unterschiedlich ist, und das ganze kindliche Umfeld betroffen ist.

Signale von Verhaltensstörungen können Überaktivität, Impulsivität und wenig bis keine Aufmerksamkeit sein. Es ist sehr wichtig und steht im Interesse des Umfeldes sowie des Kindes, dass die Störung so früh, wie möglich erkannt und die richtige Vorgehensweise gefunden wird.

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In Deutschland sowie in Ungarn ist das rechtliche und institutionelle Umfeld zur entsprechenden Förderung dieser Kinder vorhanden, aber eine enge, offene und vertrauliche Zusammenarbeit mit den Eltern ist erforderlich zum Erfolg.

Viele Gemeinschaften, Klassenkameraden, Pädagogen, Eltern, Familien, aber auch selbst die Kinder mit auffälligem Verhalten leiden unter der Situation, wenn man sie nicht richtig behandelt.

Mit Strafe kann man da keine Erfolge erzielen, da sich das Kind dagegen wehrt und es kann leicht zu einem Teufelskreis führen. Frau Dr. Bachmann gab den Teilnehmern praktische Tipps zum personalisierten Umgang mit den betroffenen Kindern. Sie wies auf Reformpädagogen wie Rudolf Steiner und Maria Montessori hin, die einen würde- und liebevollen Umgang bevorzugte, wodurch sie das Selbstwertgefühl des Kindes zu steigern, die Persönlichkeit zu fördern, die Beziehung zu Umfeld und Konzentration zu verbessern versuchten.

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Neben Fallbesprechungen und Erfahrungsaustausch konnten sich die Teilnehmer durch Spiele und Aufgaben in die Lage der sprachlernenden Kinder versetzen, bekamen konkrete Übungen zur Förderung der Konzentration, benutzten verschiedene Hilfsmaterialien (Wortkarten, Instrumente, Farben usw.), die sie bei ihren eigenen Unterrichtseinheiten verwenden können. Die Arbeit in Kleingruppen erlaubte eine sehr effiziente Arbeit in ruhiger, ausgeglichener, freundlicher und vertraulicher Atmosphäre, die auch für die Arbeit mit verhaltensauffälligen Kindern sehr wichtig ist.

Wir bedanken uns bei den Kindergärten in Tarian und Taks für die Gastfreundlichkeit, bei den Kolleginnen für die aktive Teilnahme und bei Frau Dr. Ilona Bachmann für die aufschlussreiche Fortbildung.

Eva Waldmann-Baudentisztl,
Ungarndeutsches Pädagogisches und Methodisches Zentrum

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