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FUEV feiert ihren 60. Geburtstag
27. 09. 2009 - Quelle: Zentrum
Jubileumsfeier in Brüssel - Die FUEV ist mit 84 Mitgliedsorganisationen in 32  Europäischen Ländern der größte Dachverband der autochthonen Minderheiten in Europa. Die FUEV  wurde 1949 in Versailles gegründet und feiert vom 29. September bis zum 2. Oktober in Brüssel ihren Geburtstag. Der Kongress findet im Ausschuss der Regionen, im Europäischen Parlament und im  Conrad Kongress-Hotel statt.
Laut FUEV-Präsident Hans Heinrich Hansen, Deutscher Nordschleswiger aus Dänemark, ist die Frage der Minderheiten in Europa hoch aktuell und politisch relevant. „Die Auseinandersetzung über das Slowakische Sprachgesetz, die zu erheblichen bilateralen Spannungen zwischen Ungarn und der Slowakei geführt hat, ist ein schlagender Beweis dafür, dass Minderheitenfragen europäische Themen sind, die es gilt, ernst zu nehmen“, so Hansen. Leider findet man die Minderheitenfragen erst dann auf der Agenda der Politik oder in den Medien wieder, wenn es bereits zu spät für eine gütliche Lösung ist.

Der FUEV-Kongress mit seinen erwarteten 200 Gästen soll als Plattform für die europäischen Minderheiten und ihre Bedeutung in einem vielfältigen Europa werben. „Leider ist die Kenntnis über die Minderheiten und ihren Beitrag zur Kultur- und Sprachenvielfalt in Europa sehr gering. Nur wenige Poiltikerinnen  haben die notwendige Achtung vor den Sorgen und Nöten ihrer Minderheiten. Leider sterben die Minderheiten und damit ihre Kultur- und Sprachenvielfalt derzeit im Stillen. Wenn wir eine bedrohte Tierart wären, würden sich mit Sicherheit viele Prominente und einflussreiche Personen unserer annehmen - leider werden die vielfach vom Aussterben bedrohten kleinen Regional- und Minderheitensprachen ignoriert. Wir brauchen einen grundlegenden Politikwechsel in Europa, der die vielzitierte kulturelle Vielfalt wirklich ernst nimmt“, so Hans Heinrich Hansen, der darauf verweist, dass jeder siebte Europäer oder rund 100 Millionen Menschen sich einer europäischen Minderheit zugehörig fühlen.

„Man muss uns nicht fürchten, wir stellen keine Gebietsansprüche oder wollen den Staat in dem wir leben destabilisieren. Wir leben in europäischen Regionen und wir wollen, dass es diesen Regionen gut geht. Man sollte uns nicht als Gefahr, sondern als Potential zur Entwicklung dieser Regionen sehen“, so Hans Heinrich Hansen. Die FUEV freut sich darüber, dass mit dem Ausschuss der Regionen ein Partner in der EU für die europäischen Minderheiten gefunden wurde. Die offiziellen Jubiläumsfeierlichkeiten der FUEV finden am 1. Oktober im Ausschuss der Regionen statt. Die Gäste werden vom Generalsekretär des Ausschuss der Regionen Gerhard Stahl begrüßt. Die Festansprache hält der EU-Kommissar für Mehrsprachigkeit Leonard Orban.

Darüber hinaus findet im Rahmen des Kongresses ein Treffen im Europäischen Parlament statt. In einer ersten Sitzung nach den Wahlen tritt das im vergangenen Jahr zwischen dem Parlament und der FUEV vereinbarte Europäische Dialogforum zusammen. Im Beisein der Kongress-Gäste wird das Gremium im Parlament tagen. „Wir erhoffen uns nun nach der Wahl einen Neustart und frischen Schwung in der Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament. Uns ist die formalisierte Zusammenarbeit mit dem Parlament sehr wichtig - wir wollen auf gleicher Augenhöhe unsere Anliegen vertreten können“, erläutert Hans Heinrich Hansen.

Ein weiterer Punkt den die Delegierten der FUEV in Brüssel besprechen werden, ist die strategische Ausrichtung der FUEV. „Es ist uns in den letzten drei Jahren gelungen, die FUEV stärker als zivilgesellschaftlicher Vertreter der Minderheiten in Europa zu positionieren und unsere Infrastruktur zu professionalisieren. Wir haben mit unserer Strategie einen solchen Erfolg, dass die Aufgaben und Anforderungen immer weiter wachsen. Doch leider stehen wir in einer ernsten finanziellen Situation, die die weitere Arbeit der FUEV gefährdet“, so Hans Heinrich Hansen mit Hinblick auf die angespannte Haushaltslage der FUEV.

Inhaltlich werden sich die Delegierten erneut mit einem Grundrecht der Europäischen Charta der autochthonen Minderheiten, die 2006 in Bautzen verabschiedete wurde, beschäftigen. Nach den Grundrechten Medien und Bildung steht nun die Frage der angemessenen politischen Partizipation der Minderheiten auf der Tagesordnung. Das Grundrecht wurde gemeinsam mit dem European Centre for Minority Issues erarbeitet.

Der Jubiläumskongress der FUEV endet mit einem Besuch der Teilnehmer bei der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien.

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