Zwischen dem 18. und 25. Juli 2010 wurde "Voices of Europe" in der Kulturhauptstadt Europas, in Fünfkirchen veranstaltet. Das in jedem Jahr stattfindenden Kulturprojekt wurde in diesem Jahr von der GJU (Gemeinschaft Junger Ungarndeutschen) organisiert. Im Folgenden können sie den Bericht von der ifa-Kulturassistentin Mónika Sax lesen.
Voices of Europe ist ein Chorprojekt der JEV (Jugend Europäischer Volksgruppen) ,das jedes Jahr von einer anderen Minderheit organisiert wird. Dieses Jahr hatte die GJU die Ehre, das Treffen der Jugendlichen zu organisieren, und wir hatten alles gegeben, um dieser Aufgabe stand zu halten.
Die 34 Jugendlichen aus 9 Minderheiten der 8 Ländern, alle zwischen 17 - 25 Jahren haben je Minderheit drei Volkslieder mitgebracht, sowie Wünsche auf populäre Songs gestellt. Die Ungarndeutschen haben mit den Ungarn aus dem Woiwodina das Lied von Zoltán Kodály, den Abendlied (Esti dal) ausgesucht. Es gab aber auch ein Song im Programm, was von einem der Teilnehmer selber geschrieben wurde. Marko Neck ist Sorbe aus Deutschland, und hat dieses Lied mit allen Teilnehmer sogar am Abschlussparty mit dem Band vorgetragen.
Die Lieder auszuwählen war dann aber die Aufgabe des Dirigenten, Peter Shannon, der seit einigen Jahren fester Leiter des Voices-Chores ist. Er ist von der Savannah Philharmoniker aus den USA zu uns gekommen.
Am Tagesordnung standen Chorproben jeden Vor- und Nachmittag. Es war schön zu sehen, dass die Jugendlichen die schweren oder problematischen stellen der Lieder sogar nach den Proben geübt haben, und auch manche Wörter von einanders Minderheitensprache gelernt haben.
Im Abendprogramm aber wurde es ausgelassen gefeiert, und auch gespielt. Das Kennenlernen diente der Stadtrally in Fünfkirchen, wo die Teilnehmer in Gruppen die Sehenswürdigkeiten in einem Quiz kennengelernt haben. Die Siegergruppe konnte natürlich nicht ohne Geschenk bleiben, sie bekamen die Möglichkeit, am Donnerstag am See in Orfű eine Stunde mit den Tretboot zu fahren.
Am Dienstag Abend fand das traditionelle Exchange Market statt, wo jede Minderheit ihre Traditionen vorstellte, Flyers, Infoblätter, bzw. Nationale Speisen und Getränke verteilte. So gab es von Russlanddeutschen Pfannkuchen über ungarndeutsche Wurst, Wein und Schnaps und österreichisch - kroatischer Zuckerbrot bis zu friesischer Wurst alles.
Am Donnerstag kam es zu der ersten Exkursion, worauf in der 36 Grad Hitze schon alle gewartet haben: der Strandbesuch in Orfű. Aber die Freude galt nicht nur dem Wasser, sondern auch, dass die Teilnehmer eine neue ungarische Ortschaft entdecken konnten.
Am Ende der Woche angekommen näherte sich der Zeitpunkt der Konzerte. Davor haben alle ihre T-Shirts von der GJU bekommen, was sie auch auf den Konzerten trugen. Das erste Konzert fand am Freitag, dem 23. Juli vor dem Dom statt. Alle waren gespannt, nervös, aber nach einigen Liedern war die Stimmung am Höhepunkt. Die Zuschauer am Domplatz waren besonders von Kodálys Esti Dal gerührt. Danach folgten die populären Popsongs, wo alle auf dem Platz geklatscht und getanzt haben.
Der Samstag Abend verlief in Abschiedsstimmung. Das spürte man im Konzert im Moschee (Dzsámi), was wiederum eine andere Atmosphäre für die Lieder gab, und auf der darauffolgenden Abschlussparty in Wemend, organisiert von der dortigen GJU-Freundeskreis. Es spielte der Marathon Band aus Mohatsch, und alle, wirklich alle haben getanzt. Die Stimmung war wundervoll, und die Party ging bis in den frühen Morgenstunden im Wohnheim in Fünfkirchen weiter.
Der Abschied fiel schwer - es sind viele neue Freundschaften entstanden, und die Musik hat die Jugendlichen in eine einzige Gemeinschaft zusammengebunden. Es war schön diese Verbindung mit anzuschauen, dafür zu arbeiten, denn die Belohnung, die zwei wunderschönen Konzerte und die frohen Gesichter wirken ab jetzt in all unseren Herzen.
Monika Sax
Ifa- Kulturassistentin