HauptnachrichtDie endgültigen Wahlergebnisse bezüglich der Listen liegen vor

Die endgültigen Wahlergebnisse bezüglich der Listen liegen vor

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Starker Gemeinschaftswille, aber eine unterlassene Chance

Am Mittwoch, dem 29. April 2026, wurden die endgültigen Ergebnisse der landesweiten Listenwahl festgestellt – so unter anderem auch in Bezug auf die ungarndeutsche Landesliste.

Am Wahltag waren 22.906 Wahlberechtigte im ungarndeutschen Wählerverzeichnis eingetragen, von denen 19.579 ihre Stimme abgaben, was einer Wahlbeteiligung von 85,5 % entspricht.

18.501 Personen stimmten gültig für die Liste. Die Zahl der ungültigen Stimmen betrug lediglich 1.078 – im Gegensatz zu früheren, unmittelbar nach der Wahl erhaltenen Informationen, die zu unserer Verwunderung von einer äußerst hohen Zahl ungültiger Stimmen berichteten.

Für den Erwerb eines vergünstigten Mandats wären jedoch 26.712 Stimmen erforderlich gewesen.

Das bedeutet, dass unsere Gemeinschaft eine beachtliche Mobilisierungskraft gezeigt hat – mehr als achtzehntausend Menschen haben sich dafür entschieden, die vollberechtigte parlamentarische Vertretung der Ungarndeutschen zu unterstützen. Für uns ist dies ein klares Signal: Der Bedarf an einer eigenen Stimme und an einer konsequenten Vertretung eigener Anliegen besteht weiterhin.

Im Laufe des Wahlkampfs hat die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen mehrfach betont, dass die rund 26.000 Stimmen, die für ein deutsches Nationalitätenmandat erforderlich gewesen wären, die parteipolitischen Kräfteverhältnisse nicht wesentlich beeinflusst hätten. Das Endergebnis bestätigt dies nun eindeutig:

  • die TISZA erreichte mit mehr als 3,3 Millionen Stimmen für ihre Parteiliste sowie über 1,3 Millionen Reststimmen 45 Listenmandate und 96 Direktmandate,
  • FIDESZ–KDNP erhielt mit knapp 2,5 Millionen Listenstimmen und fast 2 Millionen Reststimmen 42 Listenmandate und 10 Direktmandate,
  • Mi Hazánk errang mit rund 358.000 Stimmen für die Parteiliste und 345.000 Reststimmen 6 Listenmandate.

Daraus wird klar ersichtlich: Einige tausend Stimmen haben den Wettbewerb zwischen den Parteien nicht entschieden. Die parlamentarischen Kräfteverhältnisse haben sich unabhängig davon herausgebildet.

Für uns jedoch – für die Gemeinschaft der Ungarndeutschen – wären genau diese paar tausend Stimmen entscheidend gewesen. Wären auch jene im Nationalitätenverzeichnis geblieben, die sich letztlich für die Stimmabgabe auf Parteilisten entschieden haben, gäbe es heute mit großer Wahrscheinlichkeit einen deutschen Nationalitätenabgeordneten im Parlament.

Diese Erkenntnis ist jedoch kein Vorwurf, sondern eine Lehre. Sie zeigt, dass das tatsächliche Gewicht der Gemeinschaftsvertretung sehr wohl von konkreten Zahlen abhängt – und dass jede einzelne Entscheidung, selbst wenn sie in guter Absicht getroffen wird, unmittelbare Auswirkungen darauf hat, mit welcher Stärke unsere Gemeinschaft im öffentlichen Leben vertreten werden kann.

Die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen wird die Erfahrungen der Wahl in der kommenden Zeit ausführlich auswerten.

Die LdU dankt allen, die auch diesmal an unsere gemeinsame Sache geglaubt und mit ihrer Stimme diese unterstützt haben. Die Arbeit geht weiter.

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