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Heimatmuseumstreffen und Konferenz in Boglar
Ende Juni fand das traditionelle Treffen der ungarndeutschen Heimatmuseen im Komitat Weißenburg, organisiert vom Verband der Deutschen Selbstverwaltungen im Komitat Fejér e. V. gemeinsam mit dem Regionalbüro der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, statt, das diesmal den Fokus auf Kirche und Religion legte. Am Veranstaltungsort präsentierten acht ungarndeutsche Heimatmuseen ihre reichen religiösen Schätze, während die Teilnehmer im Rahmen einer Konferenz tiefergehende Einblicke in das Thema Volksreligiosität erhielten.
Susanne Pfiszterer hielt einen Vortrag über die Volksfrömmigkeit und die religiösen Traditionen von Schemling. Helga Négele berichtete über die Wallfahrt der Moorer nach Cell, Krisztina Gróf sprach über die Rolle der Kirchenbücher bei der Ahnenforschung und Julianna Szabó vermittelte die Bedeutung der sakralen Orte in Maan.
Ein zentrales Element des Programms war die Vorstellung der Verbindung zwischen den religiösen Festen und Traditionen der einzelnen Gemeinden. Wir lernten dabei die Blumenteppich- und Prozessions-Traditionen zum Fest Christi Himmelfahrt in Maan, Saar und Boglar kennen, präsentiert von Julianna Szabó, Brigitta László und Anna Mohl. Anna Szabó erzählte über die neuen, zu einer Tradition gewordenen Osterbräuche von Saar, Zsuzsanna Krausz-Gróf sprach über die Riten der Winteraustreibung in Gant. Zudem wurden die fleischlosen und religiösen Speisen in Moor und Boglar vorgestellt, worüber Erzsébet Erdei-Négele und Ákos Szelle berichteten – diese zählen ebenfalls zu den wichtigen Bestandteilen der lokalen Traditionen.
Auf der Konferenz erfuhren die Teilnehmer von Anna Bauer mehr über die Geschichte der Kirche in Boglar, über die Geschichte der deutschsprachigen Messen sprach Krisztina Gróf, Anikó Speier Szellman und Márta Fett brachten uns die Aktivitäten des Saarer Volksliedkreises und des Pußtawamer Deutschen Nationalitätenchors näher. Besonders wurden die Veröffentlichung der Saarer-Lieder-CD mit religiösem Inhalt sowie die Lieder des Pußtawamer Chors gewürdigt.
Trotz der sengenden Hitze von 38 Grad Celsius und im Schatten der Ventilatoren wurden interessante und lehrreiche Vorträge gehalten, bei denen die Teilnehmer ihr Wissen vertiefen und eine neue Perspektive auf die volkstümliche und lokale Religiosität gewinnen konnten.
Nach der Konferenz waren ein kurzer Spaziergang zum Kalvarienberg und ein Weinkellerbesuch mit erfrischendem und lebensrettendem Wasser die Höhepunkte.
Die Heimatmuseen, ihre Schätze und Exponate wurden sorgfältig von den örtlichen Organisatoren zusammengestellt. Sie stammten aus den Sammlungen der Heimatmuseen und von Freiwilligen. Verborgene Schätze aus Schränken oder Gegenstände, die für diesen Tag zur Ausstellung mitgebracht wurden. Kreuze, Heiligenbilder und schriftliche Dokumente bereicherten die Sammlungen, und man konnte fast auf jedem Stand über 100 Jahre alte Gegenstände entdecken.
Insgesamt bot die Veranstaltung eine hervorragende Gelegenheit zur Traditionspflege sowie Gemeinschaftsstärkung und trug zum Erhalt religiöser Werte bei. Die Teilnehmer kehrten mit neuem Wissen, wertvollen Gesprächen und kulturellen Erlebnissen nach Hause, um das lokale Erbe und die religiösen Traditionen weiterzutragen.
Die Veranstaltung wurde von der ungarischen Regierung über den BGA-Fondverwalter (NKUL-KP-1-2026/2-000103) gefördert.
Chr. P.




