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„05. Juni 1946. Vor der Heiligen Messe haben B. J. und F. E. gebeichtet und den heiligen Bund der Ehe geschlossen. Vor der Messe haben auch W. F. und seine Frau die Beichte abgelegt. Danach eilten sie nach Hause, weil die Ausgesiedelten noch vor Mittag ihre Sachen auf 90 Wägen aufladen mussten, um Mittag fuhren sie zum Poppauer/Pápaer Bahnhof los. […] insgesamt 426 Personen”, schrieb der Gemeindepfarrer Dr. József Bárdos in der Kirchenchronik der Pfarrei Deutschtewel/Nagytevel. Das traurige Schicksal der Ungarndeutschen verschonte die Deutschteweler Bevölkerung leider auch nicht. Die groben Verfahren setzten sich mit weniger Familien im Jänner 1948 fort, wodurch ca. 50% der Dorfbevölkerung vertrieben wurde.
Am Nationalitätentag am 08. August 2026 erinnerten sich viele an diese schreckliche Tragödie. Der Tag begann um 8.00 Uhr mit Morgenmusik. Um 16.00 Uhr fand eine zweisprachige Heilige Messe, zelebriert von Pfarrer Zoltán Halmágyi statt. Es folgten Kranzniederlegungen bei den Gedenktafeln der Opfer des 1. und 2. Weltkrieges, bzw. der Vertriebenen. Um 17.30 Uhr fing das Kulturprogramm in der Sporthalle an. Die Eröffnungsrede hielt Emil Franz Babits, Vorsitzender der DNSV Deutschtewel. Es traten der Deutsche Nationalitätenchor „Vergissmeinnicht” aus Jaka/Bakonyjákó, die Deutsche Nationalitätentanzgruppe „Vergissmeinnicht” aus Herend, Adam Weisz mit seiner steirischen Harmonika aus Waschludt/Városlőd, der Deutsche Nationalitätenchor aus Herend und als Überraschung, der Chor „Tewlana Liederschall” aus Deutschtewel/Nagytevel auf. Warum war das eine Überraschung? 1946 war unter den Vertriebenen ein begabter Harmonikaspieler, Michael Fódi, samt Familie. Zwar kehrte er niemals zurück, doch erklang seine Knopfharmonika nach 80 Jahren im Heimatdorf, mit Hilfe von Adam Weisz und Erzsébet Sudár geb. Fódi, der Nichte von Michael Fódi, wieder. An ihn und an die ehemaligen Vertriebenen gedenkend sang der Chor das wohlbekannte Lied „Heimat, oh Heimat…”. Die Chormitglieder waren nicht in Tracht und nach dem Lied ohne Verbeugung nahmen sie je ein Bündel, eine Puppe im Wickelkissen, einen Koffer in die Hand und so verließen sie die Bühne, vielen Zuschauern Tränen entlockend. Am Ende des Programms sagte Franz Heilig Schlussworte. Es folgte ein gemütliches Beisammensein mit einem köstlichen Abendmahl.
Auf diese Weise möchten wir uns bei allen bedanken, die zum Erfolg der Veranstaltung beitrugen!
Ernst Waldmann
Fotos von Eva Waldmann-Baudentisztl:







