{"id":10768,"date":"2014-09-23T11:45:46","date_gmt":"2014-09-23T09:45:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=10768"},"modified":"2014-09-23T12:04:42","modified_gmt":"2014-09-23T10:04:42","slug":"ethnische-fragen-zur-zeit-des-dualismus-internationale-konferenz-an-der-aub","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2014\/09\/ethnische-fragen-zur-zeit-des-dualismus-internationale-konferenz-an-der-aub\/","title":{"rendered":"Ethnische Fragen zur Zeit des Dualismus: internationale Konferenz an der AUB"},"content":{"rendered":"<h5>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren?<br \/>\nDr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; <a title=\"Ungarndeutsche Nachrichten\" href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\">Zentrum Facebook-Seite<\/a><\/h5>\n<p>Zwischen dem 18. und 20. September wurde an der Andr\u00e1ssy Universit\u00e4t Budapest (AUB) die internationale Konferenz <em>Nationalstaat und ethnische Homogenisierung. Ungarn und Rum\u00e4nien im Vergleich (1867-1914)<\/em> veranstaltet. Die Tagung kam in Zusammenarbeit der Kommission zur Geschichte und Kultur der Deutschen in S\u00fcdosteuropa (KGKDS), des Instituts f\u00fcr donauschw\u00e4bische Geschichte und Landeskunde (IdGL) und der AUB zu Stande. Verantwortliche der Tagung waren Dr. Mathias Beer, Vorsitzender der KGKDS, Dr. Ellen Bos und Dr. Gerhard Seewann.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/58376186.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-10772 aligncenter\" title=\"Foto: panoramio.hu\" alt=\"58376186\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/58376186-510x382.jpg\" width=\"510\" height=\"382\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/58376186-510x382.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/58376186.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die in den Vortr\u00e4gen untersuchte Epoche brachte viele \u00c4nderungen hinsichtlich der Nationalit\u00e4ten mit. Mit dem Fortschritt des Nationalismus wurde sowohl die Identit\u00e4t der ethnischen Gruppen als auch die Bestrebung zur Assimilation st\u00e4rker. Jedoch kann man nicht von einer eindeutigen Gegen\u00fcberstellung von Minderheit und Mehrheitsgesellschaft sprechen.<\/p>\n<p>Im Er\u00f6ffnungsvortrag am Donnerstag stellte Judit P\u00e1l aus Klausenburg die Verh\u00e4ltnisse zwischen Ungarn, Rum\u00e4nen und Sachsen in Siebenb\u00fcrgen des 19. Jahrhunderts dar. Am Freitag, dem zweiten Tag der Sitzung wurden zwei Panels gehalten. Das Thema der Ersten war die Nationalit\u00e4tenpolitik. G\u00e1bor Egry schilderte die ungarische Nationalit\u00e4tenpolitik der \u00c4ra, Friedrich Gottas aus Salzburg besch\u00e4ftigte sich mit den Magyarisierungstendenzen unter den Zipser Sachsen. Andr\u00e1s Balogh F. von der ELTE sprach \u00fcber Fremdwahrnehmung in der zeitgen\u00f6ssischen Reiseliteratur. W\u00e4hrend in den fr\u00fcheren Jahrhunderten meistens Ausl\u00e4nder das Land bereist h\u00e4tten, w\u00fcrden die meisten Reiseberichte im 19. Jahrhundert von hiesigen Staatsbewohnern stammen. Diese Epoche sei auch Beginn des modernen Tourismus, auch die neuen Transportmittel wie das Dampfschiff oder der Zug seien zum Thema geworden. Die Form des \u201eB\u00e4dekkers\u201d sei auch zu dieser Zeit entstanden. Manche Autoren h\u00e4tten sich auf das Zusammentreffen der Nationalit\u00e4ten konzentriert. Mehrere Schriftsteller wurden erw\u00e4hnt, unter anderem Max Norden und Adam M\u00fcller-Guttenbrunn, beim Letzteren wurde besonders das Motiv der Magyarisierung hervorgehoben.<\/p>\n<p>Der Titel des zweiten Panels lautete \u201eMinderheit\u201d. Enik\u0151 D\u00e1cz verglich drei siebenb\u00fcrgische Zeitungen hinsichtlich der Ethnizit\u00e4tsdiskussion: die Ellenz\u00e9k aus Klausenburg, Telegraful Rom\u00e2n aus Hermannstadt und die Kronst\u00e4dter Zeitung. D\u00e1cz analysierte die thematische Zusammenstellung der Periodika, wie sie die Nationalit\u00e4tenthemen behandelten bzw. sich gegen\u00fcber den anderen Nationalit\u00e4ten verhielten. Bei Ellenz\u00e9k seien Politik und kirchliche Angelegenheiten im Vordergrund gewesen, die Anderen h\u00e4tten mehr Aufmerksamkeit der Kultur gewidmet. Alle drei Zeitschriften h\u00e4tten \u00e4hnliche Strategien bei ethnischen Differenzen verwendet, aber die aus Kronstadt sei am meisten an die anderen Minderheiten interessiert gewesen.<\/p>\n<p>Agnieszka Barszczewska aus Warschau besch\u00e4ftigte sich mit der rutenischen und Cs\u00e1ng\u00f3 Minderheit im Karpatenbecken. Sie seien ethnisch und religi\u00f6s zwar verschieden, w\u00fcrden dennoch \u00c4hnlichkeiten vorweisen, zum Beispiel dass sie genau in diesen Hinsichten \u201eInseln\u201d bilden w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Victor Kar\u00e1dy untersuchte in seiner auf Englisch gehaltenen Pr\u00e4sentation die Repr\u00e4sentanz von Ungarn, Deutschen und Juden im Unterricht. Man erfuhr, in welchen Unterrichtsf\u00e4cher sie am Besten beim Abitur leisteten und welche Hochschulfakult\u00e4ten sie bevorzugten. Es war deutlich zu erkennen, dass es F\u00e4cher gibt, an denen eine oder andere der Bev\u00f6lkerungsgruppen wesentlich \u00fcberrepr\u00e4sentiert war. Auch bei Angeh\u00f6rigen derselben Nationalit\u00e4t waren Unterschiede anhand des unterschiedlichen religi\u00f6sen Hintergrundes zu erkennen. Als Grund daf\u00fcr nannte Kar\u00e1dy unter anderem den unterschiedlichen Grad der Urbanisierung.<\/p>\n<p>Elena Mannov\u00e1 aus der Universit\u00e4t von Pressburg sprach \u00fcber die ethnische Zusammensetzung von b\u00fcrgerlichen Vereinen. Man k\u00f6nne es gut erkennen, dass der Nationalit\u00e4t keine vorrangige Rolle in diesen zugeordnet wurde. Es gebe wesentlich mehr Vereine, wie in den Statistiken angegeben, aber von deren ethnischen Homogenit\u00e4t k\u00f6nne man nicht sprechen, selbst bei den volksbildenden ungarischen Organisationen nicht. Sogar nicht-ungarische Mitglieder h\u00e4tten oft ungarische Indizien benutzt, beispielsweise magyarische Kleidung getragen. Ungarisch sei in vielen F\u00e4llen die Kommandosprache gewesen. Die Gemischtheit des Landes zeige, dass im Jahre 1900 Budapest als die gr\u00f6\u00dfte slowakische Stadt gegolten habe. Heterogenit\u00e4t sei nicht als positiv anerkannt, jedoch sei es sie typisch gewesen.<\/p>\n<p>Nach Panel 3 fand die Mitgliedsversammlung der KGKDS statt, der ein gemeinsames Abendessen im \u00c9p\u00edt\u00e9sz Keller folgte. Am abschlie\u00dfenden Tag der Konferenz wurden drei weitere Vortr\u00e4ge gehalten. Zolt\u00e1n Imre (Budapest) und Ursula Wittstock (Hermannstadt) analysierten das Theater als Mittel der ethnischen Homogenisierung. Die Tagung war die erste von drei, die mit derselben Problematik in drei nacheinander folgenden Zeitabschnitten untersuchen.<\/p>\n<p><em>Istv\u00e1n Mayer<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwischen dem 18. und 20. 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