{"id":10790,"date":"2014-09-23T13:30:42","date_gmt":"2014-09-23T11:30:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=10790"},"modified":"2014-09-23T13:38:50","modified_gmt":"2014-09-23T11:38:50","slug":"gesicht-zur-wand-filmvorfuhrung-im-goethe-institut-budapest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2014\/09\/gesicht-zur-wand-filmvorfuhrung-im-goethe-institut-budapest\/","title":{"rendered":"\u201eGesicht zur Wand\u201d &#8211; Filmvorf\u00fchrung im Goethe-Institut Budapest"},"content":{"rendered":"<h5>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren?<br \/>\nDr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; <a title=\"Ungarndeutsche Nachrichten\" href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\">Zentrum Facebook-Seite<\/a><\/h5>\n<p>Stefan Weinerts Dokumentarfilm \u201eGesicht zur Wand\u201d besch\u00e4ftigt sich mit der Gef\u00e4ngniszeit von Ostdeutschen, die w\u00e4hrend eines Fluchtversuchs nach Westen verhaftet worden waren. Am 17. September fand die ungarische Urauff\u00fchrung des Films im Budapester Goethe-Institut statt.<\/p>\n<p>Die Bew\u00e4ltigung der Vergangenheit war f\u00fcr Deutschland in den letzten hundert Jahren von besonderer Wichtigkeit. Bei dem Nationalsozialismus ist die Arbeit getan: die Fakten sind bekannt, die Verantwortlichen zum gr\u00f6\u00dften Teil tot, die noch lebenden Kriegsverbrecher werden vor Gericht gestellt. Bei der DDR-\u00c4ra ist das aber anders: die \u00dcbelt\u00e4ter sind unter uns, unbestraft, die Nachfolgepartei der SED ist im Bundesparlament, Mecklenburg-Vorpommerns amtierender Ministerpr\u00e4sident \u00e4u\u00dferte sich sogar in einer seiner Reden, dass die DDR \u00fcberhaupt keine Diktatur gewesen sei.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/gzw.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-10803 aligncenter\" title=\"Plakat des Filmes (Bild: fbw-filmbewertung.com)\" alt=\"gzw\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/gzw-353x500.jpg\" width=\"353\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/gzw-353x500.jpg 353w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/gzw.jpg 637w\" sizes=\"auto, (max-width: 353px) 100vw, 353px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Im 2009 gedrehten Film wurden f\u00fcnf einstige Fl\u00fcchtlinge interviewt. Sie waren in vieler Hinsicht verschieden: \u00c4ltere und J\u00fcngere, Stadtbewohner oder Provinzler. Was gemeinsam ist aber, dass ihre Haftzeit ihnen ein lebenslanges Trauma verursachte.<\/p>\n<p>Die Erlebnisse der Inhaftierten waren \u00e4hnlich: sie wurden wie Schwerverbrecher behandelt, man versuchte, sie mit ausgesuchten Foltermethoden zu brechen. Sie erz\u00e4hlten von Gr\u00e4ueltaten von H\u00e4ftlingen und W\u00e4rtern, psychischer und physischer Terror geh\u00f6rte zum Alltag. Man konnte niemals wissen, was einen am n\u00e4chsten Tag erwartet. Die Wende brach ihnen auch keine Genugtuung, einer der Interviewten sprach von einer Begegnung mit einem seiner Verh\u00f6rer. Der Mann habe seine Taten keineswegs bereut, was seinen Opfer sehr verbl\u00fcffte.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Stefan_Weinert.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-10806 aligncenter\" title=\"Der Regisseur, Stefan Weinert (Foto: friedlicherevolution.de)\" alt=\"Stefan_Weinert\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Stefan_Weinert.jpg\" width=\"432\" height=\"301\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nach der Vorf\u00fchrung des Films sprach Bog\u00e1ta S\u00e1rossi, Mitarbeiterin des Goethe-Instituts mit dem Regisseur. Stefan Weinert stammt aus Westdeutschland. Mit der Ostthematik wurde er zuerst konfrontiert, als er in Barcelona lebend merkte, er wisse kaum etwas dar\u00fcber. Er habe begonnen zu recherchieren: eins der Produkte seiner Forschungen sei dieser Film geworden. Weinert findet es sehr wichtig, dass die Stasi-Vergangenheit &#8211; besonders f\u00fcr die Jugendlichen &#8211; bekannt wird. Seiner Meinung nach aber m\u00fcsse man die Sch\u00fclerInnen vorbereiten, bevor ihnen \u201eGesicht zur Wand\u201d vorgef\u00fchrt wird. Aus diesem Grund w\u00e4re er mit einer\/m der DarstellerInnen mit dem Film unterwegs gewesen.<\/p>\n<p>Der Dokumentarfilm war bereits im Fernsehen gestrahlt, aber der Regisseur habe hart daran arbeiten m\u00fcssen, da der Aufbau des Filmes nicht den heutigen Trends entspricht. Er versucht weder zu erkl\u00e4ren noch zu kommentieren oder zu rekonstruieren, er konzentriert einfach auf das Wesentliche, also auf die R\u00fcckerinnerungen.<\/p>\n<p>Bei der Diskussion waren die Meinungen \u00fcberraschenderweise nicht ganz einig. Einer der Zuschauer wies sogar die Unterscheidung T\u00e4ter und Opfer ab, da er meinte, diejenigen, die die Flucht versuchten, im Klaren amit gewesen seien, was sie riskieren und deshalb seien sie nicht zu bemitleiden (sic!).<\/p>\n<p>Erst sp\u00e4t erreichte Stefan Weinerts Werk Ungarn, hoffentlich wird es in kurzer Zeit auch auf ungarischen Fernsehkan\u00e4len zu sehen sein.<\/p>\n<p><em>Istv\u00e1n Mayer<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren? Dr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; Zentrum Facebook-Seite Stefan Weinerts Dokumentarfilm \u201eGesicht zur Wand\u201d besch\u00e4ftigt sich mit der Gef\u00e4ngniszeit von Ostdeutschen, die w\u00e4hrend eines Fluchtversuchs nach Westen verhaftet worden waren. Am 17. September fand die ungarische Urauff\u00fchrung des Films im Budapester Goethe-Institut statt. 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