{"id":11429,"date":"2014-10-15T12:20:58","date_gmt":"2014-10-15T10:20:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=11429"},"modified":"2014-10-30T14:23:03","modified_gmt":"2014-10-30T13:23:03","slug":"ausgestosen-gabor-gondas-buchprasentation-im-hdu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2014\/10\/ausgestosen-gabor-gondas-buchprasentation-im-hdu\/","title":{"rendered":"Ausgesto\u00dfen: G\u00e1bor Gondas Buchpr\u00e4sentation im HdU"},"content":{"rendered":"<h5>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren?<br \/>\nDr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; <a title=\"Ungarndeutsche Nachrichten\" href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\">Zentrum Facebook-Seite<\/a><\/h5>\n<p>Am Donnerstag, dem 9. Oktober wurde im Rahmen der Veranstaltungsreihe Zentrum-Programme im HdU das Buch Kitasz\u00edtva (Ausgesto\u00dfen) vom Historiker G\u00e1bor Gonda vorgestellt. Die Ver\u00f6ffentlichung behandelt die Ereignisse zwischen 1944 und 1948 in vier transdanubischen Ortschaften: \u00d6denburg \/ Sopron, Balf \/ Wolfs, Gro\u00dfnaarad \/ Nagyny\u00e1r\u00e1d und Bonnhad \/ Bonyh\u00e1d.<\/p>\n<p>Im ersten Teil der Veranstaltung hielt Professor Gy\u00f6rgy Gyarmati, Direktor des Staatssicherheitsarchivs einen Vortrag. Er wies auf die herrschende historiographische Tradition hin, dass seit dem grundlegenden Werk von Gyula Szekf\u0171 im Jahre 1914 in Ungarn haupts\u00e4chlich Staatsgeschichte statt Landesgeschichte geschrieben werde. Dies habe dazu gef\u00fchrt, dass man eher nur die Ereignisse in der und um die Hauptstadt kenne. Es sei wichtig, dass auch die Geschichte des Landes untersucht wird: G\u00e1bor Gondas Buch sei ein gutes Beispiel daf\u00fcr.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_4614.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-11436 aligncenter\" title=\"G\u00e1bor Gonda und Gy\u00f6rgy Gyarmati\" alt=\"IMG_4614\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_4614-510x382.jpg\" width=\"510\" height=\"382\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_4614-510x382.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_4614.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Im Folgenden skizzierte der Professor die Lage des Deutschtums in der behandelten Epoche. Nachdem Ungarn das Zweite Weltkrieg verloren h\u00e4tte, habe man Verantwortliche gesucht. Der S\u00fcndenbock seien das die Ungarndeutschen geworden, die daf\u00fcr haben bestraft werden m\u00fcssen. Das sei aber nicht der einzige Grund der Vertreibung gewesen: die Besitzt\u00fcmer der Deutschen h\u00e4tten damit enteignet werden k\u00f6nnen, und sie h\u00e4tten die Grundlage zum Bodenreform bilden k\u00f6nnen. Gyarmati zitierte Ilja Ehrenburg, der die Deutschen als Nicht-Menschen bezeichnet habe: das sei auch der Standpunkt vieler damaligen Machthabenden. Er hob hervor, dass im Gondas Werk zahlreiche Privatgeschichten ver\u00f6ffentlich worden seien. Im letzten Abschnitt seiner Rede empfiehl der Professor, das Lesen des Buches mit dem Bildanhang zu beginnen, mit der Zusammenfassung fortzusetzen und danach die eigenen Vorfahren nachzusuchen.<\/p>\n<p>G\u00e1bor Gonda schilderte nach seiner Danksagung die Gr\u00fcnde der Enteignungen und der Vertreibung. Er unterschied dabei drei Aspekte: einen ethnopolitischen, einen sozio\u00f6konomischen und einen migrationspolitischen. In der Nachkriegspropaganda seien die Ungarndeutschen als die 5. Kolonne Hitlers dargestellt worden. Der Autor ging n\u00e4her in die Ereignisse in den untersuchten Ortschaften ein, und stellte fest, dass die Kollektivbestrafung bzw. Vertreibung in ihnen auf verschiedener Weise abgelaufen sei, zum Beispiel in \u00d6denburg sei niemand zum \u201eMalenkij Robot\u201d verschleppt worden und bzw. Gro\u00dfnaarad h\u00e4tte ein Musterbeispiel der Vertreibung sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_4676.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-11439 aligncenter\" title=\"G\u00e1bor Gonda stellt sein Buch vor\" alt=\"IMG_4676\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_4676-510x382.jpg\" width=\"510\" height=\"382\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_4676-510x382.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_4676.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>In der darauf folgenden Diskussion wurde Gonda die Frage gestellt, ob er die Geschichte seines Heimatortes Gro\u00dfnaarad objektiv forschen k\u00f6nne. Aus seiner Antwort erfuhren die Zuschauer, dass seine Diplomarbeit genau die Vertreibung aus Gro\u00dfnaarad gewesen sei und Gy\u00f6rgy Gyarmati, sein damaliger Konsulent ihn gerade geraten habe, die eigene Gemeinde als Thema zu w\u00e4hlen. Auf eine Frage nach seinen Quellen erw\u00e4hnte Gonda, dass die kirchlichen Archive bzw. das Bayreuther Bundesarchiv immens wertvolle Dokumente besitzen w\u00fcrden. Sowohl Gonda als auch Gyarmati ermunterte die Anwesenden, ihre Erinnerungen \u00fcber die Zeit der Vertreibungen weiterzuerz\u00e4hlen und die Jugendlichen, ihr Wissen bez\u00fcglich des Familienged\u00e4chtnisses zu vertiefen.<\/p>\n<p><em>Istv\u00e1n Mayer<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Donnerstag, dem 9. 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