{"id":16723,"date":"2015-04-23T16:30:08","date_gmt":"2015-04-23T14:30:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=16723"},"modified":"2023-07-24T10:20:48","modified_gmt":"2023-07-24T08:20:48","slug":"die-staatsgrundung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2015\/04\/die-staatsgrundung\/","title":{"rendered":"Die Staatsgr\u00fcndung"},"content":{"rendered":"\n<p><em>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren?<br>Dr\u00fccken auch Sie einen Like auf die \u2013> <a href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zentrum Facebook-Seite<\/a><\/em><\/p>\n\n\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Die 1100 Jahre der deutsch-ungarischen Kontakte Teil 1<\/strong><\/p>\n<p><em>Die Geschichte des ungarischen und des deutschen Volkes ist tausendfach verkn\u00fcpft. In unserer neuen Reihe m\u00f6chten wir einige Episoden dieser Beziehungen erleuchten. Als Erstes nehmen wir die Epoche der Landnahme und der Staatsgr\u00fcndung unter die Lupe.<\/em><\/p>\n<p>Das Magyarentum tritt mit den \u00fcber Westtransdanubien herrschenden Franken als Erstes unter den deutschsprachigen V\u00f6lkern in Verbindung. In der Zeit der Streifz\u00fcge wurde in erster Linie das Leben der deutschen Staaten von den Pfeilen der Ungarn erbittert, bis zu den schweren Niederlagen im Jahre 933 bei Merseburg und 955 bei Augsburg. Es ist weniger bekannt, dass die Pl\u00fcnderungsstreifz\u00fcge mit diesen nicht endeten, nur andere Richtung nahmen. Aber 970 bei Arkadiopolis brachte auch Byzanz die Ungarn zu einem Halt, so dass F\u00fcrst Taksony neue Wege suchen musste, damit die Katastrophe verhindert werden konnte. Eingeengt zwischen den zwei Gro\u00dfm\u00e4chten, Byzanz und dem jungen Deutsch-R\u00f6mischen Reich, musste das Land ein B\u00fcndnis schlie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/iiiotto.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-16724 aligncenter\" title=\"Kaiser Otto III. (Bild: korok.webnode.hu)\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/iiiotto.jpg\" alt=\"iiiotto\" width=\"374\" height=\"450\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Wahl zwischen Ost und West war nicht eindeutig. G\u00e9za, der Sohn von Taksony stimmte f\u00fcr Westen: 973, auf dem Reichstag in Quedlinburg verlangte er Priester f\u00fcr die Bekehrung der Magyaren. Die meisten Missionare kamen &#8211; wegen seiner geographischen N\u00e4he &#8211; aus dem Bistum Passau, aber die T\u00e4tigkeit von Bruno von Sankt Gallen ist auch bekannt: er taufte selbst G\u00e9za. Waik, sp\u00e4terer K\u00f6nig Stephan der Heilige wurde erst um 994, wie die \u00dcberlieferung besagt, vom Bischof Adalbert getauft.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/benczurvajk.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-16725 aligncenter\" title=\"Gyula Bencz\u00far: Die Taufe des Waik (Bild: magyarhirlap.hu)\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/benczurvajk-334x500.jpg\" alt=\"benczurvajk\" width=\"334\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/benczurvajk-334x500.jpg 334w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/benczurvajk.jpg 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 334px) 100vw, 334px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Neben der Annahme des christlichen Glaubens dienten auch die dynastischen Verbindungen der Stabilit\u00e4t. Stephans Frau Gisela, Schwester des sp\u00e4teren Kaisers Heinrich, wollte urspr\u00fcnglich Klosterfrau werden, aber die Politik \u00e4nderte ihre Pl\u00e4ne. Zur Zeit ihrer Eheschlie\u00dfung im Jahre 996 war das Verh\u00e4ltnis zwischen dem Reich und Ungarn noch nicht gekl\u00e4rt. Letzteres h\u00e4tte noch ein Vasall des Kaisers werden k\u00f6nnen, aber Stephan w\u00e4hlte einen anderen Weg. Er ersuchte Papst Sylvester II. um die Krone, die an der Wende von 1000 und 1001 auf seinen Kopf gesetzt wurde. Seine k\u00f6nigliche Lanze erhielt er von Otto III., die seine weltliche Macht symbolisierte.<\/p>\n<p>Neben den Kirchenleuten kamen auch Siedler ins Land. Die Nachfahren der sogenannten Hospites waren stolz auf ihre deutsche Herkunft, zur Zeit der \u00c1rp\u00e1den gilt die als vornehm. Im Gesta Hungarorum unterstellte Anonymus &#8211; der nicht von seiner Glaubw\u00fcrdigkeit bekannt ist &#8211; vielen seiner Zeitgenossen, die er in gutem Licht erscheinen lassen wollte, deutsche Ahnen. Stephans Ungarn war ein Gastland, dies betonen auch die an seinen Sohn Imre richteten Mahnungen: die ungarische Gastfreundschaft war bereits im Mittelalter ein Begriff.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/istvankor.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-16727 aligncenter\" title=\"Die Kr\u00f6nung von Stephan aus der Ungarischen Bilderchronik (Bild: Wikipedia)\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/istvankor-463x500.jpg\" alt=\"istvankor\" width=\"463\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/istvankor-463x500.jpg 463w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/istvankor.jpg 927w\" sizes=\"auto, (max-width: 463px) 100vw, 463px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die au\u00dfenpolitische Stabilit\u00e4t des ungarischen Staates war also garantiert, doch die inneren Gegner mussten besiegt werden. Die Angeh\u00f6rigen der alten Elite nahmen die neue Herrschaft nicht an, Stephan musste mit ihnen abrechnen. Der Kampf h\u00e4tte ohne der deutschen milit\u00e4rischen Unterst\u00fctzung nicht erfolgreich sein k\u00f6nnen. Gegen Kopp\u00e1ny, dem Herrscher der Schomodei wurde das k\u00f6nigliche Heer von Vecellin gef\u00fchrt, er war derjenige, der Kopp\u00e1ny t\u00f6tete. Die Namen von den Rittern Hont, Paznan und Orci sind auch erhalten geblieben, sie wurden f\u00fcr ihre Dienste mit wertvollen Besitzt\u00fcmer beschenkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/istvangizella.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-16726 aligncenter\" title=\"Stephan und Gisela (Foto: magyarkurir.hu)\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/istvangizella.jpg\" alt=\"istvangizella\" width=\"500\" height=\"362\" \/><\/a><\/p>\n<p>Seinen Sohn benannte Stephan nach seinem Schwiegervater und Schwager, den Namen Heinrich \u201emagyarisierte\u201d er als Imre. Die deutsch-ungarischen Beziehungen waren bis zum Tod Heinrichs II. gut, aber der neue Kaiser, Konrad II. tritt aggressiv auf. 1030 f\u00fchrte er einen Feldzug gegen Ungarn. Istv\u00e1n benutzte die Taktik der verbrannten Erde und besiegte damit die Deutschen: So blieb die Souver\u00e4nit\u00e4t des Landes erhalten.<\/p>\n<p>Der ungarische Staat h\u00e4tte ohne die Unterst\u00fctzung des Heiligen R\u00f6mischen Reiches nicht konsolidiert werden k\u00f6nnen, sowohl die Heiratspolitik als auch die milit\u00e4rische Hilfe war f\u00fcr die Sicherung von Stephans Herrschaft n\u00f6tig. Ohne die deutschen Priestern w\u00e4re das Land nicht christlich geworden, die Rolle der Hospites war unerl\u00e4sslich in der Stabilisierung und Entwicklung Ungarns. Obwohl das ungarische Herrscherhaus sp\u00e4ter mit dem Kaiser oft in Gegensatz geriet, soll man nicht vergessen welche Rolle das Schwert und das Kreuz der Deutschen in der Gr\u00fcndung des ungarischen Staates gespielt hatte.<br \/><em><br \/>Istv\u00e1n Mayer<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Geschichte des ungarischen und des deutschen Volkes ist tausendfach verkn\u00fcpft. In unserer neuen Reihe m\u00f6chten wir einige Episoden dieser Beziehungen erleuchten. 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