{"id":17338,"date":"2015-05-15T09:58:39","date_gmt":"2015-05-15T07:58:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=17338"},"modified":"2015-07-17T10:53:30","modified_gmt":"2015-07-17T08:53:30","slug":"vom-tod-stephans-bis-zum-andreanum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2015\/05\/vom-tod-stephans-bis-zum-andreanum\/","title":{"rendered":"Vom Tod Stephans bis zum Andreanum"},"content":{"rendered":"<h5>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren?<br \/>\nDr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; <a title=\"Ungarndeutsche Nachrichten\" href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\">Zentrum Facebook-Seite<\/a><\/h5>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Die 1100 Jahre der deutsch-ungarischen Kontakte, Teil 2<\/strong><\/p>\n<p>Stephan der Heilige schuf das Ungarische K\u00f6nigreich, gab unserer Heimat eine neue Religion, Gesetze und ein Zukunftsbild. Ein \u00e4hnlich charismatischer Herrscher h\u00e4tte vielleicht die Errungenschaften konsolidieren k\u00f6nnen, aber die ihm folgenden K\u00f6nige &#8211; besonders Peter und S\u00e1muel Aba &#8211; mussten hohe Leistungen hervorbringen um nur ihre Herrschaft beizubehalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/menfoicsata.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-17341 aligncenter\" title=\"Die Schlacht von M\u00e9nf\u0151 in der Ungarischen Bilderchronik (Bild: Wikipedia)\" alt=\"menfoicsata\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/menfoicsata-510x350.jpg\" width=\"510\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/menfoicsata-510x350.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/menfoicsata.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ungarn war Teil der Interessensph\u00e4re des Heiligen R\u00f6mischen Reichs. Dies hatte auch als Konsequenz, dass die Kaiser immer wieder in die ungarischen Thronstreitigkeiten eingriffen. Unser trotz seiner venezianischen Abstammung auch als \u201eDeutscher\u201d genannter K\u00f6nig Peter erwarb seinen Thron in der Schlacht von M\u00e9nf\u0151 (1044) mit der Hilfe von den Kriegern Heinrichs des III. zur\u00fcck, was alleine Grund genug f\u00fcr die ungarischen Herren war ihn als Hochverr\u00e4ter zu betrachten. Seine Lage erschwerte auch der Heidenaufstand von Vata, w\u00e4hrend dessen auch Bischof Gerhardus (Gell\u00e9rt) den M\u00e4rtyrertod starb. Peters Schicksal wurde letztendlich von der Heimkehr von Andreas, dem Sohn des von Stephan geblendeten Vazuls besiegelt. Fatal.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich konnte man keine dauerhafte Herrschaft dem Kaisertum zuwider einrichten. Obwohl Andreas die von Peter in<br \/>\nAussicht gestellte Lehnschaft f\u00fcr inakzeptabel hielt, schickte er Friedensboten zum Kaiser, jedoch ohne Erfolg. 1050 und 1051 folgten erneute deutsch-ungarische Kriege, aber die Taktik der verbrannten Erde beziehungsweise der Heldenmut von Kund dem Taucher hielten die Invasionen auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/buvarkund.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-17343 aligncenter\" title=\"Die Heldentat von Kund dem Taucher (Bild: tenyleg.com)\" alt=\"buvarkund\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/buvarkund.jpg\" width=\"400\" height=\"406\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Au\u00dfengefahr wurde \u00fcberwunden, aber der Zwiespalt zwischen Andreas und seinem Bruder Bela begann erst. Der springende Punkt war selbstverst\u00e4ndlich die Thronfolge: Andreas bestimmte urspr\u00fcnglich Bela als seinen Nachfolger, aber nach der Geburt seines Sohnes Salomon \u00e4nderte er seine Wille. Nach dem Tod Andreas\u2019 erhielten Salomon und seine Braut, die Schwester des sp\u00e4teren Kaisers Heinrich des IV., im Kaiserreich Zuflucht, aus der er von einem deutschen Ritterheer begleitet zur\u00fcckkehrte. Aus verst\u00e4ndlichen Gr\u00fcnden war auch K\u00f6nig Salomon Anh\u00e4nger der deutschen Orientierung, aber trotz der Hilfe des Reiches fiel auch der ungleich beurteilter \u00c1rp\u00e1de den K\u00e4mpfen zum Opfer.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/salamontorony.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-17342 aligncenter\" title=\"Der Salomon-Turm in Visegr\u00e1d: hier war der fr\u00fchere K\u00f6nig gefangen gehalten. (Foto: vilmavendeghaz.hu)\" alt=\"salamontorony\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/salamontorony-510x382.jpg\" width=\"510\" height=\"382\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/salamontorony-510x382.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/salamontorony.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Als Ladislaus der Heilige 1086 den Thron bestieg, begann eine relativ ruhige Periode f\u00fcr das ungarische Land. Die Aufmerksamkeit der deutschen Herrscher galt zu dieser Zeit vor allem dem Kampf gegen den jeweiligen Papst, sp\u00e4ter den Kreuzz\u00fcgen. Die Beziehung zu den Ungarn blieb k\u00fchl, jedoch nicht offen feindlich. W\u00e4hrend des Durchzugs der Kreuzritter konnten die Westlichen Ungarns attraktive Naturgegebenheiten und die Aufnahmebereitschaft des Hofes kennen lernen: auch diese leiteten dazu, dass immer mehr <em>hospites<\/em>, dass hei\u00dft Siedler, ins Karpatenbecken kamen. Neben der spontanen Ansiedlung kamen auch auf k\u00f6nigliche Initiative \u201eG\u00e4ste\u201d ins Land, unter anderem bezeugt das eine Urkunde von G\u00e9za II. Zu seiner Zeit begann auch die deutsche Ansiedlung des s\u00fcdlichen Siebenb\u00fcrgens.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich war das Verh\u00e4ltnis zwischen Ungarn und Deutschen auch in dieser Epoche nicht spannungslos. Der Konflikt erreichte seinen H\u00f6hepunkt unter Andreas II. Die Ermordung von K\u00f6nigin Gertrudis kennt man gut von den verschiedenen Fassungen der Geschichte vom Banus B\u00e1nk. Die Popularit\u00e4t des kraftlosen K\u00f6nigs wurde auch von der Einsiedlung des Deutschen Ritterordens ins Burzenland nicht gest\u00e4rkt: die erfolgreich gegen die Kumanen auftretenden Streiter wollten einen eigenen Staat ausbauen, deshalb musste der K\u00f6nig sie mit Waffengewalt aus Ungarn verdr\u00e4ngen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/aranybulla.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-17340 aligncenter\" title=\"Die Golden Bulle von Andreas, dem II. (Foto: boldogsag.net)\" alt=\"aranybulla\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/aranybulla.jpg\" width=\"496\" height=\"412\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auch nach dem Tod seiner Frau gab Andreas seine deutschfreundliche Politik nicht g\u00e4nzlich auf. Ungarn blieb ein Gastland, die Goldene Bulle aus dem Jahre 1222 erw\u00e4hnte auch die Freiheitsrechte der Siedler &#8211; jedoch auch, dass sie dessen Reichtum aus dem Land schaffen und nicht einmal daran denken, Ungarn zu werden. Dies gilt besonders f\u00fcr die Siebenb\u00fcrger Sachsen, deren spezielle Privilegien im 1224 herausgegebenen, als Andreanum bekannten Freibrief festgesetzt wurden.<\/p>\n<p><em>Von den Anf\u00e4ngen der gemeinsamen ungarisch-s\u00e4chsischen Vergangenheit und dem Andreanum selbst berichten wir im n\u00e4chsten Teil unserer Reihe.<\/em><br \/>\n<em><br \/>\nIstv\u00e1n Mayer<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stephan der Heilige schuf das Ungarische K\u00f6nigreich, gab unserer Heimat eine neue Religion, Gesetze und ein Zukunftsbild. 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