{"id":17739,"date":"2015-05-29T15:20:51","date_gmt":"2015-05-29T13:20:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=17739"},"modified":"2015-06-10T15:09:17","modified_gmt":"2015-06-10T13:09:17","slug":"holzschnitzer-erno-moser-nur-den-uberschuss-wegschaffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2015\/05\/holzschnitzer-erno-moser-nur-den-uberschuss-wegschaffen\/","title":{"rendered":"Holzschnitzer Ern\u0151 Moser: \u201eNur den \u00dcberschuss wegschaffen\u201d"},"content":{"rendered":"<h5>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren?<br \/>\nDr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; <a title=\"Ungarndeutsche Nachrichten\" href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\">Zentrum Facebook-Seite<\/a><\/h5>\n<p>Am Mai 27. war Ern\u0151 Moser zu Gast im Haus der Ungarndeutschen. Der namhafte Holzschnitzer brachte eine reiche Auswahl seiner Werke mit, w\u00e4hrend des inhaltreichen Gespr\u00e4chs konnten die G\u00e4ste auch Zeugen der Entstehung einer Statue sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMGP5897.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-17753 aligncenter\" title=\"Maquette der Ulmer Schachtel\" alt=\"IMGP5897\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMGP5897-510x337.jpg\" width=\"510\" height=\"337\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMGP5897-510x337.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMGP5897.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>In ihrer Einleitung wies Zentrum-Direktorin Monika Ambach darauf hin, dass eine Reihe von Zuf\u00e4llen dazu f\u00fchrte, dass das Programm sich in solcher Form zusammensetzte. Einer davon war dem Internet zu verdanken, dass die Veranstalter \u00fcber eine Ausstellung von schw\u00e4bischer Thematik des Meisters erfahren hatten. Die Holzschnitzereien, die das Leben der Ungarndeutschen darstellen, wurden bereits an mehreren Orten des Landes pr\u00e4sentiert, die vom Zentrum organisierte Ausstellung ist schon die zwanzigste, in deren Rahmen das Publikum die Werke bestaunen kann. Den musikalischen Rahmen des Abends gestalteten Vivien T\u00f3th (Bawaz) und Anton Kresz (Berseneck), die seit l\u00e4ngerer Zeit gemeinsam die kulturelle Traditionen der Ungarndeutschen pflegen und sowohl im Bereich der Kultur als auch im Gemeinschaftsleben engagiert mitwirken.<\/p>\n<p>Die Hauptperson der Veranstaltung stammt aus Tatab\u00e1nya, besser gesagt aus deren einst unabh\u00e4ngigem Teil Obergalla\/Fels\u0151galla. Das Dorf war bereits in der Zeit der \u00c1rp\u00e1den bewohnt, nach der Ansiedlung wurde es zu einer deutschen Gemeinde. Wie Ern\u0151 Moser erz\u00e4hlte, habe es immer eine Rivalisierung zwischen Obergalla und Untergalla &#8211; wo er jetzt wohnt -, gegeben da die Bewohner der beiden Ortschaften aus verschiedenen deutschen Gebieten stammten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMGP5916.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-17784 aligncenter\" title=\"Holzschnitzer Ern\u0151 Moser sprach \u00fcber seine Kunst und sein Leben\" alt=\"IMGP5916\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMGP5916-510x337.jpg\" width=\"510\" height=\"337\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMGP5916-510x337.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMGP5916.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das Gespr\u00e4ch lief auf Ungarisch, da Herr Moser die deutsche Sprache zwar beherrscht, aber sich besser im Ungarisch ausdr\u00fccken kann. Der Grund daf\u00fcr ist allen von uns bekannt: nach der Vertreibung &#8211; w\u00e4hrend der fast der ganze v\u00e4terliche Zweig des K\u00fcnstlers Familie und einen betr\u00e4chtlichen Teil des m\u00fctterlichen das Land verlassen musste -, wurden in Obergalla alle verspottet, die auf Deutsch sprachen, was f\u00fcr ein Kind besonders schmerzhaft war.<\/p>\n<p>In den Pausen des Gespr\u00e4chs wurde musiziert und geschnitzt. Das T\u00f3th-Kresz Duo unterhielt die Anwesenden mit Akkordeonmusik und Gesang, w\u00e4hrend Ern\u0151 Moser an einer kleiner M\u00e4nnerstatue arbeitete.<\/p>\n<p>Ern\u0151 Moser wies schon fr\u00fch sein k\u00fcnstlerisches Talent auf. Sein Zeichenlehrer war Maler und ein ausgezeichneter P\u00e4dagoge. Der k\u00fcnftige Holzschnitzer begann zuerst zu malen und zu zeichnen: er gab diese T\u00e4tigkeit nie auf, sogar heute tr\u00e4gt er seine Zeichenmappe mit sich. Die Veranlassung, dass er Holzschnitzer sein soll, kam erst als er von einem anerkannten Dichter und Holzschnitzer erfuhr. Als er die Werke dieser sah, sagte er sich: \u201eso etwas k\u00f6nnte ich auch machen\u201d. Tats\u00e4chlich konnte er das.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMGP5931.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-17800 aligncenter\" title=\"Das Vivien T\u00f3th-Anton Kresz Duo\" alt=\"IMGP5931\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMGP5931-510x337.jpg\" width=\"510\" height=\"337\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMGP5931-510x337.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMGP5931.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Seine Familie war vorerst nicht von seinem Vorhaben begeistert, ein Holzschnitzer zu werden. Wie in vielen schw\u00e4bischen Familien war das Wichtigste, dass das Kind sich eine \u201eanst\u00e4ndige\u201d Arbeit findet. Den Angeh\u00f6rigen von Ern\u0151 Moser wurde sein Talent erst dann wirklich bewusst, als der Holzschnitzer die ersten gr\u00f6\u00dferen Antr\u00e4ge kriegte.<\/p>\n<p>Die Wende, nach der die Arbeit auch finanziell sich lohnte, bildete eine Bestellung f\u00fcr die Ausstattung eines deutschen Jagdschlosses mit mehreren hundert Wappen. Es war eine anstrengende Arbeit, besonders weil Herr Moser die Monotonie schlecht vertr\u00e4gt. Trotzdem wurde damit eine T\u00fcr zu vielen ausl\u00e4ndischen Projekten er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Die Themenwelt des K\u00fcnstlers ist breit. In Tatab\u00e1nya, da sie immer eine Berg- und Industriestadt war, gab es keine nennenswerte Kunstgewerbetraditionen. Ern\u0151 Moser interessierte sich immer f\u00fcr die nordgermanischen Sagen, so schuf er zahlreiche Werke zu dieser Mythologie. Ein anderer bedeutender Teil in seiner T\u00e4tigkeit sind kirchliche Statuen und andere Objekte. Er nannte zum Beispiel das Tor eines reformierten Gotteshauses. Diese wurde mit 16 Motiven aus dem Bergbau geziert. In Duna\u00fajv\u00e1ros k\u00f6nnen in einer der katholischen Kirchen 2 Meter hohe Holzstatuen von dem K\u00fcnstler bewundert werden. Restaurationen alter Kunstwerke geh\u00f6rt auch zur T\u00e4tigkeit von Ern\u0151 Moser. Einmal wurde er von einem Freund gefragt, ob er arbeite oder schnitzte: eigene Werke zu schaffen ist ihm nat\u00fcrlich lieber, obwohl Restaurationen auch viel Herausforderung bedeuten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMGP5898.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-17752 aligncenter\" title=\"In Ern\u0151 Mosers Werke werden die einstigen schw\u00e4bischen Alltage lebendig\" alt=\"IMGP5898\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMGP5898-510x337.jpg\" width=\"510\" height=\"337\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMGP5898-510x337.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMGP5898.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Holzschnitzer sprach auch \u00fcber die fachliche Grundlagen seiner Arbeit, zum Beispiel wie er das Material aussucht oder welche Werkzeuge benutzt. Wenn das Holz eine Krankheit hat, kann diese auch vorteilhaft sein. Ein solcher Fall gab es auch bei der Arbeit an einem Wikingerschiff, als der Drachenkopf fast nur beendet werden musste. Das Holz muss lange getrocknet werden, damit es verarbeitet werden kann, dazu gibt es auch spezielle Ger\u00e4te.<\/p>\n<p>Ern\u0151 Moser ist zweih\u00e4ndig. Urspr\u00fcnglich war er linksh\u00e4ndig, aber in der Schule zwang man ihn, die rechte Hand zu benutzen. Diese F\u00e4higkeit ist besonders bei der Arbeit an gro\u00dfen Statuen vom Vorteil, weil wenn eine Hand m\u00fcde wird, kann er einfach zur andere wechseln.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMGP5966.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-17774 aligncenter\" title=\"Der K\u00fcnstler spricht gerne \u00fcber seine Werke\" alt=\"IMGP5966\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMGP5966-510x337.jpg\" width=\"510\" height=\"337\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMGP5966-510x337.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMGP5966.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die meisten im Haus der Ungarndeutschen gezeigten Ausstellungsst\u00fccke sind Teil eines Projekts, in dem der K\u00fcnstler ein gesamtes ungarndeutsches Dorf in einem Lebensbild zusammenfassen will. Diese Werke zeigen traditionelle d\u00f6rfliche Gewerben &#8211; unter anderem eine Schuster- und ein K\u00fcferwerkstatt &#8211; und bezeichnende T\u00e4tigkeiten der Dorfbewohner. Das zentrale St\u00fcck, ein Bauernhaus wird gerade beendet. Au\u00dfer diesen konnten die Besucher des Abends noch zwei weitere Schnitzereien bewundern: eine ist eine \u201eSchwabenschicksal\u201d genannte Komposition, die andere eine Maquette einer Ulmer Schachtel. Um diese und die andere, die Vergangenheit der Ungarndeutschen bearbeitenden Kunstwerke wahrheitstreu gestalten zu k\u00f6nnen, studierte der Meister die Geschichte der Volksgruppe eingehend. Er sprach dar\u00fcber, wie die Einwanderer im 18. Jahrhundert nach Ungarn reisten: die Reise sei im Gegenteil zu den allgemeinen Vermutungen riskant und lang gewesen.<\/p>\n<p>Auf eine Zuschauerfrage antwortete Ern\u0151 Moser, dass er noch keine Dokumentation \u00fcber all seine bisherigen Werke habe. Es war gut zu h\u00f6ren, dass er schon bis zum n\u00e4chsten Dezember \u201eausgebucht\u201d ist, was zeigt, dass das Interesse an die Schnitzkunst sehr hoch ist.<br \/>\n<em><br \/>\nIstv\u00e1n Mayer<\/em><\/p>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-17739 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMGP5905.png'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMGP5905-150x150.png\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMGP5896.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMGP5896-150x150.jpg\" 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