{"id":18594,"date":"2015-06-19T10:18:24","date_gmt":"2015-06-19T08:18:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=18594"},"modified":"2015-07-17T11:02:23","modified_gmt":"2015-07-17T09:02:23","slug":"die-1100-jahre-der-deutsch-ungarischen-kontakte-teil-3-die-ansiedlung-der-siebenburger-sachsen-und-das-andreanum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2015\/06\/die-1100-jahre-der-deutsch-ungarischen-kontakte-teil-3-die-ansiedlung-der-siebenburger-sachsen-und-das-andreanum\/","title":{"rendered":"Die Ansiedlung der Siebenb\u00fcrger Sachsen und das Andreanum"},"content":{"rendered":"<h5>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren?<br \/>\nDr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; <a title=\"Ungarndeutsche Nachrichten\" href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\">Zentrum Facebook-Seite<\/a><\/h5>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Die 1100 Jahre der deutsch-ungarischen Kontakte Teil 3: Die Ansiedlung der Siebenb\u00fcrger Sachsen und das Andreanum<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend seiner Geschichte beheimatete Siebenb\u00fcrgen immer viele Volksgruppen. Laut einigen Meinungen lebten die Sz\u00e9kler bereits vor der Landnahme im Karpatenbecken, viele rum\u00e4nische Historiker f\u00fchren die Urspr\u00fcnge ihrer Nation gerade bis zu den Bewohnern der Provinz Dacia zur\u00fcck. Es scheint mehr oder weniger sicher zu sein, dass die Deutschen sich ab dem 12. Jahrhundert in dem Gebiet niederlie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/800px-Feheregyhaza2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-18598 aligncenter\" title=\"S\u00e4chsiche Festungskirche in Wei\u00dfkirch bei Sch\u00e4\u00dfburg (Foto: mercuriustour.ro)\" alt=\"800px-Feheregyhaza2\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/800px-Feheregyhaza2-510x382.jpg\" width=\"510\" height=\"382\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/800px-Feheregyhaza2-510x382.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/800px-Feheregyhaza2.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Obwohl es von keinem zeitgen\u00f6ssischen Dokument bezeugt wird, nahm nach dem heutigen Standpunkt der Geschichtswissenschaft die deutsche Besiedlung Siebenb\u00fcrgens unter der Herrschaft von G\u00e9za II. ihren Anfang. Wie in vielen anderen Epochen, waren die ungarisch-deutschen Beziehungen auch damals von vielen Konflikten belastet, der deutsche K\u00f6nig Konrad III. h\u00e4tte zum Beispiel anstatt G\u00e9za gerne Boris, den Sohn der versto\u00dfenen Braut Kolomans des Klerikers, auf dem ungarischen Thron gesehen. Er z\u00f6gerte nicht, den Thronbewerber auch milit\u00e4risch zu unterst\u00fctzen. 1146 musste der ungarische K\u00f6nig zuerst Pressburg von Boris zur\u00fcckerobern, danach ein \u00f6sterreichisch-bayerisches Heer in der Schlacht an der Laitha besiegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/iigeza.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-18601 aligncenter\" title=\"G\u00e9za II. auf dem Bild von B\u00e9la Vizkelety (Bild: dka.oszk.hu)\" alt=\"iigeza\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/iigeza-359x500.jpg\" width=\"359\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/iigeza-359x500.jpg 359w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/iigeza.jpg 719w\" sizes=\"auto, (max-width: 359px) 100vw, 359px\" \/><\/a><\/p>\n<p>1147 kamen deutsche Truppen nach Ungarn &#8211; gl\u00fccklicherweise nur als Durchreisende. Der zweite Kreuzzug nahm seinen Anfang, auch Konrad nahm daran teil. Rund 1 Million Kreuzritter durchquerten das Land, letztendlich ist es gelungen, dies ohne ernstere Zwischenf\u00e4lle zu schaffen. Das Heer wurde von einem der ber\u00fchmtesten mittelalterlichen Historiker, Otto von Freising, begleitet, der ein widerspr\u00fcchliches Bild von Ungarn zeichnete. Der Bischof war von den paradiesischen Landschaften begeistert, aber war tief dar\u00fcber emp\u00f6rt, dass diese solche \u201eMonster in Menschengestalt\u201d besitzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Otto_of_freising.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-18600 aligncenter\" title=\"Otto von Freising (Bild: aeiou.at)\" alt=\"Otto_of_freising\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Otto_of_freising.jpg\" width=\"485\" height=\"500\" \/><\/a><\/p>\n<p>Als eines der Ergebnisse des Kreuzzugs wurde Ungarn in der westlichen Welt bekannter. Im ganzen Mittelalter galt es als gastfreundlicher Staat, im Zeichen des hospitalitas ermunterte der Hof das Kommen der Siedler ausgesprochen. Als Erstes kamen wahrscheinlich Dorfbewohner nach Siebenb\u00fcrgen. Es handelte sich dabei um eine ethnisch gemischte Volksgruppe: darunter waren Flamen, Vallonen, Italiener und Leute aus verschiedenen westdeutschen Gebieten. Sachsen geh\u00f6rten nicht dazu, urspr\u00fcnglich wurden sie <em>Flandrenses<\/em> genannt. Die Bezeichnung \u201eSachse\u201d erscheint zum ersten Mal in einer Urkunde aus 1206, sie stammt wahrscheinlich daher, dass sich die sp\u00e4teren siebenb\u00fcrgischen Siedler, von dem Kreuzzug entt\u00e4uscht, einige Zeit bei der Elbe aufhielten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/szaszbetelepules.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-18599 aligncenter\" title=\"Die Einsiedlung der Sachsen (Bild: siebenbuergersachsen.de)\" alt=\"szaszbetelepules\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/szaszbetelepules.gif\" width=\"390\" height=\"408\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Ansiedler kamen in ihrer neuen Heimat in Gruppen an, die von <em>Lokatoren<\/em> genannten Unternehmern gef\u00fchrt wurden. Sie bev\u00f6lkerten das sp\u00e4tere s\u00e4chsische Siedlungsgebiet von Westen aus, zuerst lie\u00dfen sie sich in der N\u00e4he von Broos nieder. Bis zur Zeit B\u00e9la III. bev\u00f6lkerten sie bereits die Umgebung von Hermannstadt, wovon auch eine Urkunde aus dem Jahr 1191 Zeugnis macht, diese Schrift erw\u00e4hnt das <em>Ecclesia Theutonicorum Ultrasilvanorum<\/em>. Das Dokument, das als erstes den Namen Hermannstadt nennt, verordnet die Gr\u00fcndung einer selbstst\u00e4ndigen s\u00e4chsischen Propstei. Die neuen Siedler waren mehrheitlich Landarbeiter und Handwerker, aber es gab auch Adelige und Priester unter ihnen. Die f\u00fchrende Schicht bildeten die sogenannten <em>Gr\u00e4ven<\/em>, die auch im Rechtswesen und in den Beziehungen zu der Staatsmacht eine Rolle spielten. Noch im 13. Jahrhundert kamen in gr\u00f6\u00dferer Anzahl deutsche Bergm\u00e4nner in Siebenb\u00fcrgen an, unter anderem in der Umgebung von Bistritz und Roden.<\/p>\n<p>Die s\u00e4chsischen Siedlungen verf\u00fcgten von Anfang an \u00fcber eine Art von Selbstverwaltung, die Vereinheitlichung ihrer Rechte fand aber erst mit dem 1224 herausgegebenen Andreanum statt. Das Originalexemplar der auch als \u201egoldener Freibrief\u201d bekannten Schrift ist nicht erhalten geblieben, aber seine Anordnungen wurden im Laufe der Jahrhunderten mehrmals best\u00e4tigt, zuerst im Jahre 1317. Die Rechtsg\u00fcltigkeit des Dokuments umfasste die Provinz Hermannstadt, dass hei\u00dft das Gebiet zwischen Broos und Bar\u00f3t, wo es eine weitl\u00e4ufige Autonomie f\u00fcr die Bewohner sicherte. Sie konnten ihre Richter und Priester, sogar den Grafen von Hermannstadt selbst w\u00e4hlen. Das Ma\u00df der Steuer und der Milit\u00e4rdienst wurden festgelegt. Die Sachsen erhielten das Markt- und Handelsrecht, die Felder und W\u00e4lder konnten sie gleichfalls frei nutzen. Der Freibrief war in dem damaligen Ostmitteleuropa einzigartig, ein \u00e4hnlich detailliertes Dokument \u00fcber Siedlungsrechte ist aus der Region nicht bekannt.<\/p>\n<p><em>Istv\u00e1n Mayer<\/em><\/p>\n<p><em><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/de\/tag\/1100-jahre-der-deutsch-ungarischen-kontakte\/\" target=\"_blank\">Die bisherigen Teile unserer historischen Reihe &gt;&gt;&gt;<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ab dem 12. 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