{"id":21186,"date":"2015-10-08T11:18:07","date_gmt":"2015-10-08T09:18:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=21186"},"modified":"2015-10-08T11:32:02","modified_gmt":"2015-10-08T09:32:02","slug":"ansiedlung-in-der-erinnerungskultur-vortrag-von-marta-fata-an-der-elte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2015\/10\/ansiedlung-in-der-erinnerungskultur-vortrag-von-marta-fata-an-der-elte\/","title":{"rendered":"Ansiedlung in der Erinnerungskultur: Vortrag von M\u00e1rta Fata an der ELTE"},"content":{"rendered":"<h5>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren?<br \/>\nDr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; <a title=\"Ungarndeutsche Nachrichten\" href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\">Zentrum Facebook-Seite<\/a><\/h5>\n<p>Die ber\u00fchmte Forscherin der donauschw\u00e4bischen Vergangenheit, Mitarbeiterin des Instituts f\u00fcr Donauschw\u00e4bische Geschichte und Landeskunde in T\u00fcbingen, Dr. M\u00e1rta Fata war am 6. Oktober Gast der Lor\u00e1nd-E\u00f6tv\u00f6s-Universit\u00e4t. F\u00fcr die anwesenden Studenten und Interessenten sprach sie dar\u00fcber, welches Bild man von den einstigen Ansiedlern gehabt hatte bzw. in welcher Form dies erhalten blieb.<\/p>\n<p>Erinnerungskultur ist heute in Konjunktur. Besonders durch die T\u00e4tigkeit von dem Ehepaar Assmann wurde sie ein popul\u00e4res Forschungsfeld. M\u00e1rta Fata nahm sich vor, den Spuren der Donauschwaben in den Epochen nach der Ansiedlung nachzugehen.<\/p>\n<p>Im ersten Teil des Vortrags sprach die Forscherin \u00fcber konkurrierende Narrativen. Als Beispiel wurde zuerst das bekannte Feszty-Rundbild gezeigt. Das kolossale Gem\u00e4lde, welches zum ungarischen Millennium angefertigt wurde, ist ein Symbol des ungarischen nationalen Bewusstseins. Es inspirierte wenigstens zwei weitere Werke: ein serbisches Gem\u00e4lde und das bekannte Bild von Stefan J\u00e4ger, das die Einwanderung der Deutschen nach Ungarn darstellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/jagerkozep.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-21202 aligncenter\" title=\"Stefan J\u00e4ger: Die Einwanderung der Donauschwaben (Exzerpt) (Bild: dvhh.org)\" alt=\"jagerkozep\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/jagerkozep.jpg\" width=\"549\" height=\"297\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/jagerkozep.jpg 549w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/jagerkozep-510x275.jpg 510w\" sizes=\"auto, (max-width: 549px) 100vw, 549px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Als die Ansiedlungen nach den T\u00fcrkenkriegen begannen, wurde den sp\u00e4teren Kolonisten ein falsches Bild von den ungarischen Verh\u00e4ltnissen vermittelt. Man sprach von der Fruchtbarkeit des Landes, \u00fcber die bezaubernde Natur, es wurde aber nie betont, dass es mehrheitlich um \u00d6dland oder Sumpf handelt und das es kaum von jemandem bewohnt wird. Keine \u00dcberraschung, dass die Siedler entt\u00e4uscht waren. Dies bezeugen vor allem aus dieser Zeit erhalten gebliebene Briefe, Berichte wie zum Beispiel der Reisebericht von Francesco Griselini aus dem sp\u00e4ten 18. Jahrhundert.<\/p>\n<p>Parallel zur Entwicklung des Landes wurde auch dessen Bild positiver. Als 1784 in der Pfalz gegen die Auswanderung nach Ungarn agitiert wurde, wussten die k\u00fcnftigen Ansiedler bereits, dass das Land in Wirklichkeit durchaus bewohnbar ist.<\/p>\n<p>Im n\u00e4chsten Teil des Vortrag wurde die Rolle literarischer Werke bzw. Schriften in der kollektiven Erinnerung untersucht. Als Erstes wurde die sogenannte Bog\u00e1roser Petition besprochen. In diesem Dokument aus dem Jahr 1849 erscheinen bereits die meisten Topoi, die man mit den Donauschwaben verbindet.<\/p>\n<p>Im 19. und 20. Jahrhundert entwickelten sich zwei Richtungen anhand der Einstellung gegen\u00fcber der ungarischen Mehrheit. Eine der Gruppen war der Meinung, dass die Deutschen sich in die ungarischen Kultur integrieren sollen, und betrachteten die deutschen Leistungen in Ungarn als Teil der ungarischen Geschichte. Ein typischer Vertreter der anderen, deutschnationalen Partei war der geb\u00fcrtige Banater Schriftsteller, Adam M\u00fcller-Guttenbrunn, in dessen Romanen erst die Deutschen die Kultur ins halbbarbarische Land brachten.<\/p>\n<p>In der Zwischenkriegszeit wurde besonders die opferreiche Arbeit der einstigen Kolonisten betont, zum Beispiel vonJakob Bleyer. Franz Anton Basch nannte dies einen \u201ePionierkampf\u201d. In dem s\u00fcdlichen Teil der Batschka hatten die Feste anl\u00e4sslich des Jubil\u00e4ums der Ansiedlung f\u00fcr die Identit\u00e4tsbildung eine besondere Bedeutung. Es wurden auch Denkm\u00e4ler errichtet: fr\u00fcher gab es in diesen Orten nur sakrale Skulpturen.<\/p>\n<p>Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet wieder die famili\u00e4re Erinnerung in Vordergrund. F\u00fcr den Erhalt der donauschw\u00e4bischen Identit\u00e4t waren auch die von den Vertriebenen ver\u00f6ffentlichten Heimatb\u00fccher von gro\u00dfer Bedeutung.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/budakeszi1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-21206 aligncenter\" title=\"Die Einweihung des Ansiedlungsdekmals in Wudigess (Foto: Tam\u00e1s Ugrits)\" alt=\"budakeszi\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/budakeszi1-510x377.jpg\" width=\"510\" height=\"377\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/budakeszi1-510x377.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/budakeszi1.jpg 791w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am Ende des Vortrages wurden die Geschehnisse der letzten Jahren behandelt. Zahlreiche Ansiedlungsdenkm\u00e4ler wurden gebaut, es gibt wieder Jubil\u00e4umsfeierlichkeiten. Die ungarndeutsche Geschichte wird neu, als Teil der ungarischen interpretiert. In der Zukunft bleibt dennoch die Familie der Tr\u00e4ger der nationalen Identit\u00e4t.<\/p>\n<p><em>Istv\u00e1n Mayer<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren? Dr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; Zentrum Facebook-Seite Die ber\u00fchmte Forscherin der donauschw\u00e4bischen Vergangenheit, Mitarbeiterin des Instituts f\u00fcr Donauschw\u00e4bische Geschichte und Landeskunde in T\u00fcbingen, Dr. M\u00e1rta Fata war am 6. Oktober Gast der Lor\u00e1nd-E\u00f6tv\u00f6s-Universit\u00e4t. 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