{"id":21478,"date":"2015-10-14T15:47:30","date_gmt":"2015-10-14T13:47:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=21478"},"modified":"2015-10-14T16:17:12","modified_gmt":"2015-10-14T14:17:12","slug":"osterreich-ist-frei-osterreichtag-60-jahre-nach-dem-staatsvertrag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2015\/10\/osterreich-ist-frei-osterreichtag-60-jahre-nach-dem-staatsvertrag\/","title":{"rendered":"\u201e\u00d6sterreich ist frei\u201d &#8211; \u00d6sterreichtag 60 Jahre nach dem Staatsvertrag"},"content":{"rendered":"<h5>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren?<br \/>\nDr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; <a title=\"Ungarndeutsche Nachrichten\" href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\">Zentrum Facebook-Seite<\/a><\/h5>\n<p>Jeden Oktober seit 2011 veranstalten das \u00d6sterreichische Kulturforum (\u00d6KF) und der Bund Ungarndeutscher Schulvereine (BUSCH) den \u00d6sterreichtag, an dem neben historischen und kulturellen Vortr\u00e4gen die G\u00e4ste auch von den Neuigkeiten im Bereich des ungarndeutschen Nationalit\u00e4tenunterrichts h\u00f6ren k\u00f6nnen. Dieses Jahr fand die Veranstaltung am 9. Oktober unter dem Motto \u201e15. Mai 1955 &#8211; \u00d6sterreich ist frei\u201d statt.<\/p>\n<p>Nach den Begr\u00fc\u00dfungsworten von Dr. Susanne Bachfischer, der Direktorin des \u00d6KF Budapest gaben die beiden Moderatoren, Robert Wild (BUSCH) und Dr. Heinz Bernart (Austria Literatur) das Programm bekannt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_0642_Fotor.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-21490 aligncenter\" title=\"Robert Wild (BUSCH), Dr. Heinz Bernart (Austria Literatur) und Dr. Susanne Bachfischer (\u00d6KF) (Foto: \u00d6KF)\" alt=\"IMG_0642_Fotor\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_0642_Fotor-510x382.jpg\" width=\"510\" height=\"382\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_0642_Fotor-510x382.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_0642_Fotor.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Als erste Mitwirkenden stellten die Sch\u00fcler der Budapester \u00d6sterreichisch-Ungarischer Europaschule ihre Gedanken bez\u00fcglich des Begriffs <em>Freiheit<\/em> dar. In ihrer Pr\u00e4sentation wurde \u00d6sterreichs Weg zur Unabh\u00e4ngigkeit skizziert, danach zogen sie Parallele zwischen diesem und den ungarischen Ereignissen des Herbsts 1956.<\/p>\n<p>Im darauf folgenden Vortrag von Christian Mertens, Mitarbeiter der Wienbibliothek wurden die Umst\u00e4nde des Staatsvertrags 1955 im internationalen Kontext untersucht. Zuerst wurde am Leinwand das zur Ikone gewordene Foto von Erich Lessing gezeigt, auf dem der damalige \u00f6sterreichische Au\u00dfenminister Leopold Figl den vor kurzem unterschriebenen Staatsvertrag bei Anwesenheit der Vertreter der alliierten Besatzungsm\u00e4chte der vor dem Schloss Belvedere stehenden Menschenmenge vorzeigt. Die legend\u00e4ren Worte \u201e\u00d6sterreich ist frei\u201d ert\u00f6nten im Gegensatz zur allgemeinen Meinung nicht auf dem Balkon, sondern bereits im Saal. Mertens stellte die \u00f6sterreichische Geschichte vom Kriegsende bis zum Staatsvertrag vor. Die Beurteilung des Landes war nach der deutschen Kapitulation nicht einheitlich: es wurde als Opfer vom NS-Deutschland behandelt, jedoch von den Alliierten besetzt. \u00d6sterreich und Wien wurden \u00e4hnlich wie Deutschland und Berlin in vier Zonen aufgeteilt. Verschiedene Konzeptionen wurden \u00fcber die m\u00f6gliche Zukunft des Landes erarbeitet, unter ihnen auch die st\u00e4ndige Vierteilung sowie die Ost- und Westvarianten, das hei\u00dft, das \u00d6sterreich entweder zu dem Verb\u00fcndeten der Sowjetunion oder dem der Westm\u00e4chte wird. Die Verhandlungen nahmen viel Zeit in Anspruch. Eine der problematischen Fragen bezog sich auf das Schicksal des fr\u00fcher von Deutschland in Besitz genommene Industriezweigen, zum Beispiel was mit der von den Sowjets enteigneten Erd\u00f6labbau geschehen sollte. Auch die Verz\u00f6gerungstaktik der Sowjetunion verl\u00e4ngerte den Prozess. Nach dem westdeutschen Eintritt ins NATO im Jahre 1954 beschleunigten sich die Ereignisse. Letztendlich wurde f\u00fcr die Einheit und die Neutralit\u00e4t \u00d6sterreichs entschieden. Am 15. Mai 1955 wurde der Staatsvertrag unterzeichnet, am 29. Oktober wurde die Neutralit\u00e4t auch im Verfassungsgesetz festgesetzt. Es ist wichtig zu betonen, dass es sich dabei nie um eine ideologische, sondern nur um eine milit\u00e4rische Neutralit\u00e4t handelte. Die ungarische Revolution von 1956 war eine wahre Bew\u00e4hrungsprobe f\u00fcr \u00d6sterreich, da sowjetische Truppen an seiner Grenze eingesetzt wurden. Am 29. Oktober forderte die neue ungarische Regierung auch einen dem \u00f6sterreichischen \u00e4hnelnden Status. Nach dem Niederschlag des Freiheitskampfes fl\u00fcchteten um die 200 000 Ungarn nach \u00d6sterreich, von denen 70 000 auch im Land geblieben sind. Es wurde sogar eine Briefmarke f\u00fcr die Ungarnhilfe herausgegeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_0668_Fotor.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-21481 aligncenter\" title=\"Die Sch\u00fcler der \u00d6sterreichisch-Ungarischen Europaschule (Foto: \u00d6KF)\" alt=\"IMG_0668_Fotor\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_0668_Fotor-510x382.jpg\" width=\"510\" height=\"382\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_0668_Fotor-510x382.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_0668_Fotor.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dr. Nina Linke, Mitarbeiterin der Wienbibliothek schilderte das Alltagsleben der \u00d6sterreicher in den 50er Jahren anhand von Plakaten aus der reichen Sammlung der Bibliothek. An die 50er Jahre wird heute oft als die Zeit der Amerikanisierung gedacht. Das trifft aber vor allem dem Ende der Epoche zu, als \u00d6sterreich die Kriegssch\u00e4den schon hinter sich hatte. Bis 1953 mussten die Lebensmittel rationiert werden, auch sp\u00e4ter betonten die Werbungen die M\u00f6glichkeit zur Teilzahlung (auch bei Kleidungsst\u00fccken!), denn die Gehalte damals ziemlich niedrig waren. Mehrere der gezeigten Plakate popularisierten das Projekt \u201eSoziale Wohnkultur\u201d, in dessen Rahmen die \u00f6sterreichischen Wohnungen mit modernen, praktischen M\u00f6beln ausgestattet werden sollten. Das Ideal der Epoche war die Hausfrau, die sich enorm \u00fcber die neuen Haushaltsger\u00e4ten freut. Zu Weihnachten wurden auch vor allem praktische Geschenke, wie zum Beispiel K\u00fchlschr\u00e4nke oder gar Schuhe empfohlen. Der Fremdenverkehr wurde Ende des Jahrzehnts auch intensiver, aber ein Skiurlaub in den Alpen konnten nur noch wenige sich leisten.<\/p>\n<p>Der \u00d6sterreichische Buchklub wurde von zwei Deutschlehrerinnen des Lesekompetenzzentrums Stuhlwei\u00dfenburg\/Sz\u00e9kesfeh\u00e9rv\u00e1r, Em\u00edlia Dobos und Be\u00e1ta Pakodi vorgestellt. Die Mitgliedsinstitutionen des Klubs erhalten f\u00fcr eine niedrige Jahresgeb\u00fchr dessen gesamtes Jahresangebot, zu dem vor allem die Deutschlernen fordernden B\u00fccher und Zeitschriften geh\u00f6ren. Das Motto des Klubs lautet \u201eAlles f\u00fcrs Lesen\u201d, in diesem Sinne ist er bestrebt das Lesen den Schulkindern beliebt zu machen, Materialien f\u00fcr die P\u00e4dagogInnen vorzubereiten und die Eltern auf ihre entscheidende Rolle darin bewusst zu machen, dass ihr Kind ein Leser wird. Im Lesekompetenzzentrum wurden mehrere Schulprojekte mit Hilfe der Materialien des Buchklubs durchgef\u00fchrt, die Ergebnisse sind imposant.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_0687.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-21482 aligncenter\" title=\"Auch f\u00fcr Heinz Bernart ist die Bildungplatform Baja eine Herzensangelegenheit (Foto: \u00d6KF)\" alt=\"IMG_0687\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_0687-510x382.jpg\" width=\"510\" height=\"382\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_0687-510x382.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_0687.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Als letzte Referentin berichtete Dr. Adelheid Manz, Lehrstuhlleiterin an der J\u00f3zsef-E\u00f6tv\u00f6s-Hochschule Baja \u00fcber die Neuigkeiten von der Bildungsplattform Baja. Das wichtigste Ziel der Plattform ist, solche Nationalit\u00e4tenlehrerInnen auszubilden, die nicht nur Deutsch als Fremdsprache, sondern auch andere F\u00e4cher in Deutsch unterrichten k\u00f6nnen. Das Pilotprojekt startete 2013. An der J\u00f3zsef-E\u00f6tv\u00f6s-Hochschule, an das Zentrum der Bildungsplattform, werden ab 2014 auch sogenannte VolksschullehrerInnen und Kinderg\u00e4rtnerInnen in deutscher Sprache ausgebildet, sogar f\u00fcr ein staatlich finanziertes Fernstudium gibt es M\u00f6glichkeit. Auch BUSCH und die \u00d6sterreichische Landsmannschaft sind unter den F\u00f6rderern der Bestrebungen.<\/p>\n<p>Zum Ausklang der Veranstaltung wurde der Geist der 50er Jahre mit feurigen Rock and Roll-Melodien heraufbeschw\u00f6rt.<br \/>\n<em><br \/>\nIstv\u00e1n Mayer<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das \u00d6sterreichische Kulturforum (\u00d6KF) und der Bund Ungarndeutscher Schulvereine (BUSCH) veranstaltete den \u00d6sterreichtag dieses Jahr zum f\u00fcnften Mal, unter dem Motto \u201e15. 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