{"id":23694,"date":"2016-01-07T09:18:27","date_gmt":"2016-01-07T08:18:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=23694"},"modified":"2016-01-07T09:19:49","modified_gmt":"2016-01-07T08:19:49","slug":"frauenschicksale","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2016\/01\/frauenschicksale\/","title":{"rendered":"Frauenschicksale"},"content":{"rendered":"<h5>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren?<br \/>\nDr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; <a title=\"Ungarndeutsche Nachrichten\" href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\">Zentrum Facebook-Seite<\/a><\/h5>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Erinnerungen von Alojsia Finta aus Elek<\/strong><\/p>\n<p>Der 25. November ist der offizielle Gedenktag der in die Sowjetunion deportierten politischen H\u00e4ftlinge und Zwangsarbeiter. Am 11. Januar 1945 wurde Alojsia Finta (Foto mit Nachbarin) aus Elek mit 17 f\u00fcr zweieinhalb Jahre nach Kriwoj Rog zur Zwangsarbeit verschleppt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/ja-mbor-lujza-mit-nachbarin-160104094442-332x266.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-23695\" title=\"Alojsia Finta mit ihrer Nachbarin Ilona Singer, die sie unterst\u00fctzt und zum Gespr\u00e4ch \u00fcberredet hat.\" alt=\"ja-mbor-lujza-mit-nachbarin-160104094442-332x266\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/ja-mbor-lujza-mit-nachbarin-160104094442-332x266.jpg\" width=\"332\" height=\"266\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.5em;\">Finta Elekn\u00e9 geb. Alojsia J\u00e1mbor (03. 04. 1927, Elek, Mutter: Alojsia Hoffmann, Vater ein Ungar aus Jula) ist jetzt zufrieden. 30 000 Ft Rentenzuschuss als Wiedergutmachung f\u00fcr die zweieinhalb Jahre Zwangsarbeit in der Sowjetunion ist eine echte Hilfe f\u00fcr sie. In Elek leben nur noch f\u00fcnf Frauen, die ihr Schicksal teilen, die sich aber nicht gern an diese grausame Zeit erinnern.<\/span><\/p>\n<p>\u201eAm 2. Januar haben die Kleinrichter der Gemeinde in der Fr\u00fch mit Trommelschlag bekannt gegeben, dass alle Frauen von 17 bis 35 und alle M\u00e4nner von 16 bis 48 Jahren verpflichtet sind, sich an den vorgegebenen Sammelstellen zu melden, mit Verpflegung und warmer Kleidung und Bettzeug f\u00fcr drei Wochen.\u201c Es gehe um eine kleine Arbeit, \u201eMalenki Robot\u201c im Lande, in Zuckerfabriken oder beim Maisbrechen \u2013 hie\u00df es zuerst.<\/p>\n<p>\u201eIm eigenen Ort waren wir neun Tage in diesen Sammellagern eingesperrt und von russischen Soldaten bewacht. Bald erfuhren wir auch, dass wir in die Sowjetunion zur Aufbauarbeit transportiert werden, dort aber als freie Arbeiter leben k\u00f6nnen. In die \u201eSoldatenkiste\u201c meines Vaters habe ich mir also auch ein sch\u00f6nes Kleid mit Seidenschal eingepackt, was ich dann sp\u00e4ter f\u00fcr Essen verkaufte\u201c, f\u00e4ngt Luisi n\u00e9ni mit dem Erz\u00e4hlen an.<\/p>\n<p>Heute w\u00fcrde eine Siebzehnj\u00e4hrige fragen, wieso man diesen Befehlen ohne Widerrede gefolgt ist? Die schrecklichen vorhergehenden Monate geben darauf eine Antwort. Diese Geschehnisse sind in Elek auch heute noch nicht allgemein bekannt. Schon am 24. September haben die Russen Elek, als den ersten Ort im Land besetzt. Pl\u00fcnderungen, Vergewaltigungen, im Oktober zwei Wochen lang schreckliche Stra\u00dfenk\u00e4mpfe zwischen den Ungarn und der Roten Armee \u2013 in der Bev\u00f6lkerung herrschte nat\u00fcrlich gro\u00dfe Angst. Am 1. Januar 1945 wurde Elek von der GPU-Mannschaft hermetisch abgesperrt.<\/p>\n<p>Luisi n\u00e9ni erinnert sich weiter: \u201eDie Fahrt nach Kriwoj Rog hat 21 Tage gedauert, und aus den paar Wochen sind zweieinhalb Jahre geworden. Im Sommer 1947 bin ich 45 kg \u201aschwer\u2019 zur\u00fcckgekehrt. Ein Gl\u00fcck, dass ich es \u00fcberleben konnte und dass meine Eltern w\u00e4hrend dieser Zeit nicht aus Elek vertrieben wurden. Und wie konnte ich es \u00fcberleben? Es gab ja kaum etwas zu essen, keine richtige Unterkunft, keine Heizung, keine Hygiene \u2013 nur schwere Arbeit und immer mehr Krankheiten. Die Frauen haben noch am Anfang eine Spritze bekommen, damit ihre Periode ausbleibt. Es wurde empfohlen, auch sp\u00e4ter eine Zeit lang kein Kind zur Welt zu bringen. Viele sind f\u00fcr immer kinderlos geblieben. Andererseits wurden im Lager aber auch Kinder geboren. Einmal wurde ein Transport Kleinkinder mit M\u00fcttern nach Hause geschickt, von den Kindern ist \u2013 wegen der schrecklichen Verh\u00e4ltnisse \u2013 nur eins am Leben geblieben. Leider haben wir verstorbene S\u00e4uglinge auch im Plumpsklo gesehen.<\/p>\n<p>Mit der Arbeit hatte ich ein bisschen Gl\u00fcck. Ich war in einer Zementfabrik, au\u00dferdem habe ich eine russische Frau kennen gelernt, bei der ich im Haushalt helfen konnte, und so manchmal etwas mehr zum Essen hatte, zum Beispiel Kartoffeln. Sonst haben wir aus Kirschbaumzweigen Tee, aus Brennesseln Suppe gekocht. Mit einem Lastwagen wurden wir zur Arbeit gefahren. \u201aDawai, dawai!\u2019\u2013 auch heute h\u00f6re ich noch den Befehl.<\/p>\n<p>Ob wir junge Frauen etwas Unterhaltung gehabt h\u00e4tten? Die gr\u00f6\u00dfte Hilfe war unser Glaube, und an Abenden haben wir gemeinsam gesungen.<\/p>\n<p><em>\u201eIn dem Lande, wo man keinen Sonntag find\u2018t,<\/em><br \/>\n<em> wo die L\u00e4use wachsen wie das gr\u00fcne Gras,<\/em><br \/>\n<em> wo man alle Tage nur mit dem Trager schwingt,<\/em><br \/>\n<em> da ist meine Heimat, da bin ich zu Haus.\u2019\u201c<\/em><\/p>\n<p>Bei der letzten Zeile flie\u00dfen ihr schon die Tr\u00e4nen\u2026<\/p>\n<p><em>Kl\u00e1ra Mester<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren? Dr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; Zentrum Facebook-Seite Erinnerungen von Alojsia Finta aus Elek Der 25. November ist der offizielle Gedenktag der in die Sowjetunion deportierten politischen H\u00e4ftlinge und Zwangsarbeiter. Am 11. 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