{"id":24037,"date":"2016-01-21T15:10:14","date_gmt":"2016-01-21T14:10:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=24037"},"modified":"2016-01-21T16:07:25","modified_gmt":"2016-01-21T15:07:25","slug":"chronik-des-gedenktages-der-vertreibung-der-ungarndeutschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2016\/01\/chronik-des-gedenktages-der-vertreibung-der-ungarndeutschen\/","title":{"rendered":"Chronik des Gedenktages der Vertreibung der Ungarndeutschen"},"content":{"rendered":"<h5>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren?<br \/>\nDr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; <a title=\"Ungarndeutsche Nachrichten\" href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\">Zentrum Facebook-Seite<\/a><\/h5>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Chronik des Gedenktages der Verschleppung und Vertreibung<br \/>\nder Ungarndeutschen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Konferenz zum 70. Jahrestag der Vertreibung der Ungarndeutschen im Rathaus von Wudersch<\/strong><\/p>\n<p>Integration oder weitere Diskriminierung? Eine Konferenz zum 70. Jahrestag der Vertreibung der Ungarndeutschen \u00fcber die Lage der Deutschen im Karpatenbecken in den 1950er Jahren leitete den diesj\u00e4hrigen Gedenktag der Verschleppung und Vertreibung der Ungarndeutschen ein. Gastgeber des Symposiums waren die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, die Konrad-Adenauer-Stiftung, das Jakob-Bleyer-Heimatmuseum zu Wudersch und der Stiftungslehrstuhl f\u00fcr Deutsche Geschichte und Kultur im s\u00fcd\u00f6stlichen Mitteleuropa an der Universit\u00e4t P\u00e9cs.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12491974_1672508769676236_3610885957536921219_o.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-24039 aligncenter\" title=\"Konferenz zum 70. Jahrestag der Vertreibung der Ungarndeutschen im Rathaus von Wudersch\" alt=\"12491974_1672508769676236_3610885957536921219_o\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12491974_1672508769676236_3610885957536921219_o-510x339.jpg\" width=\"510\" height=\"339\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12491974_1672508769676236_3610885957536921219_o-510x339.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12491974_1672508769676236_3610885957536921219_o.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Austragungsort der ganzt\u00e4gigen Gedenkveranstaltung war die Stadt Wudersch, die bez\u00fcglich der Vertreibung eine besondere Rolle spielt: von dieser Stadt fuhr vor 70 Jahren der erste Zug mit aus Ungarn vertriebenen Deutschen nach Deutschland ab.<\/p>\n<p>In seiner feierlichen Konferenzer\u00f6ffnung erkl\u00e4rte Otto Heinek, Vorsitzender der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, dass es eine bewusste Entscheidung gewesen sei, im Rahmen des internationalen Symposiums nicht die Vertreibung selbst zu thematisieren. In den Mittelpunkt wurde n\u00e4mlich das Jahrzehnt danach gestellt: wie sich die Vertriebenen in Deutschland integrieren konnten, und welche Unterschiede und \u00c4hnlichkeiten es im Umgang mit den deutschen Minderheiten in Ungarn und seinen Nachbarl\u00e4ndern gegeben hat. Heinek erinnerte daran, dass man in unserem Land das Thema der Vertreibung der Deutschen seit den 80ern \u00f6ffentlich diskutiere. Er hob hervor: solche Konferenzen seien wichtig, weil sie zur Schaffung eines ehrlichen Bildes \u00fcber die Geschichte beitr\u00fcgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12622166_1672508983009548_7021108086973644970_o.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-24040 aligncenter\" title=\"Otto Heinek, Vorsitzender der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen\" alt=\"12622166_1672508983009548_7021108086973644970_o\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12622166_1672508983009548_7021108086973644970_o-332x500.jpg\" width=\"332\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12622166_1672508983009548_7021108086973644970_o-332x500.jpg 332w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12622166_1672508983009548_7021108086973644970_o.jpg 639w\" sizes=\"auto, (max-width: 332px) 100vw, 332px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Frank Spengler, Leiter des Auslandsb\u00fcros Ungarn der Konrad-Adenauer-Stiftung brachte in seiner Er\u00f6ffnungsansprache zum Ausdruck, dass die Anwesenheit hoher politischer Repr\u00e4sentanten aus Deutschland und Ungarn bei den Gedenkveranstaltungen ein wichtiges Zeichen der Verbundenheit mit den Ungarndeutschen, sowie ein besonderer Ausdruck der Verst\u00e4ndigung und Vers\u00f6hnung in Europa sei. Der Schl\u00fcsselgedanke \u201eIntegration\u201c des Symposiums sei, so Spengler, bez\u00fcglich der Fl\u00fcchtlingskrise auch heute h\u00f6chst aktuell. Er betonte seine Hoffnung darauf, dass Europa aus dem viel Schmerz und Leid, das unschuldigen Menschen angetan wurde, gelernt habe.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12605403_1672509069676206_2003961115108960089_o.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-24041 aligncenter\" title=\"Frank Spengler, Leiter des Auslandsb\u00fcros Ungarn der Konrad-Adenauer-Stiftung\" alt=\"12605403_1672509069676206_2003961115108960089_o\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12605403_1672509069676206_2003961115108960089_o-332x500.jpg\" width=\"332\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12605403_1672509069676206_2003961115108960089_o-332x500.jpg 332w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12605403_1672509069676206_2003961115108960089_o.jpg 639w\" sizes=\"auto, (max-width: 332px) 100vw, 332px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auch der B\u00fcrgermeister von Wudersch begr\u00fc\u00dfte die Tagungsteilnehmer und erl\u00e4uterte kurz die Konsequenzen der Vertreibung auf seine Stadt. Laut Tam\u00e1s Wittinghoff seien im gebrochenen Wudersch lediglich etwa achthundert Menschen geblieben. In Bezug auf die zwanghafte Vertreibung m\u00fcssten, so der B\u00fcrgermeister, zwei Aspekte ber\u00fccksichtigt werden: einerseits der der nach Deutschland Vertriebenen, diese Menschen h\u00e4tten sich n\u00e4mlich aus dem Nichts ein neues Leben aufbauen m\u00fcssen; aber auch der Gesichtspunkt der Hiergebliebenen sei relevant, weil sie bis zu den 80ern keinen Kontakt zu ihren vertriebenen Angeh\u00f6rigen gehabt h\u00e4tten und ihre deutsche Abstammung h\u00e4tten verleugnen m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12604700_1672509149676198_6120694747439569596_o.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-24043 aligncenter\" title=\"Tam\u00e1s Wittinghoff, B\u00fcrgermeister von Wudersch\" alt=\"12604700_1672509149676198_6120694747439569596_o\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12604700_1672509149676198_6120694747439569596_o-332x500.jpg\" width=\"332\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12604700_1672509149676198_6120694747439569596_o-332x500.jpg 332w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12604700_1672509149676198_6120694747439569596_o.jpg 639w\" sizes=\"auto, (max-width: 332px) 100vw, 332px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Prof. Dr. Michael Prosser-Schell vom Institut f\u00fcr Volkskunde der Deutschen des \u00f6stlichen Europa schilderte in seinem Vortrag Ankunft und Integration der ungarndeutschen Vertriebenen in S\u00fcdwestdeutschland zwischen 1946-1960. Laut der vorliegenden Forschungsergebnisse sei die Integration der Vertriebenen in Deutschland grunds\u00e4tzlich von Schwierigkeiten geladen gewesen: sie kamen in ein zerst\u00f6rtes, ruiniertes Deutschland, h\u00e4tten Diskriminierung erfahren m\u00fcssen, und die dort Lebenden h\u00e4tten darauf gehofft, dass sie bald wieder nach Ungarn zur\u00fcckkehren w\u00fcrden. Ihr Glaube und die damit verbundenen religi\u00f6sen Zeremonien wie Wallfahrten h\u00e4tten den Ungarndeutschen die Gelegenheit gegeben, ihre Herkunftskultur zu bewahren. Mit dem f\u00fcr sie charakteristischen Flei\u00df h\u00e4tten sie aber allm\u00e4hlich ihr neues Zuhause aufgebaut und sich am Aufbl\u00fchen Deutschlands beteiligt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12492019_1672509039676209_8777193335737032246_o.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-24044 aligncenter\" title=\"Prof. Dr. Michael Prosser-Schell\" alt=\"12492019_1672509039676209_8777193335737032246_o\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12492019_1672509039676209_8777193335737032246_o-332x500.jpg\" width=\"332\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12492019_1672509039676209_8777193335737032246_o-332x500.jpg 332w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12492019_1672509039676209_8777193335737032246_o.jpg 639w\" sizes=\"auto, (max-width: 332px) 100vw, 332px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Integration im Prinzip \u2013 Diskriminierung in der Praxis. Die Deutschen in Ungarn 1948-1956: zu diesem Thema sprach an der Konferenz Dr. \u00c1gnes T\u00f3th, Leiterin des Stiftungslehrstuhls f\u00fcr Deutsche Geschichte und Kultur im s\u00fcd\u00f6stlichen Mitteleuropa an der Universit\u00e4t P\u00e9cs. In ihrem Vortrag schilderte die Historikerin die politischen Umst\u00e4nde und gesetzlichen Rahmenbedingungen, die nach dem Zweiten Weltkrieg den Ausbau und die Festigung der kommunistischen Diktatur erzielten, und die auf Vertriebene, Hiergebliebene, auf Heimkehr, Familienzusammenf\u00fchrung, Zwangsarbeit und Internierung der Ungarndeutschen eine Wirkung hatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12493456_1672509146342865_7797748513760761087_o.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-24045 aligncenter\" title=\"Dr. \u00c1gnes T\u00f3th\" alt=\"12493456_1672509146342865_7797748513760761087_o\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12493456_1672509146342865_7797748513760761087_o-332x500.jpg\" width=\"332\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12493456_1672509146342865_7797748513760761087_o-332x500.jpg 332w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12493456_1672509146342865_7797748513760761087_o.jpg 639w\" sizes=\"auto, (max-width: 332px) 100vw, 332px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Warum wurden aus dem kommunistischen Rum\u00e4nien die Deutschen nicht ausgesiedelt? \u2013 stellte sich in ihrem Vortrag Hannelore Baier, rum\u00e4niendeutsche Journalistin und Historikerin, die die Anwesenden in die wichtigsten Momente der Geschichte der Deutschen in Rum\u00e4nien zwischen 1944 und 1956 einf\u00fchrte. Etwa 70.000 Rum\u00e4niendeutsche seien laut Baier in die Sowjetunion zur Zwangsarbeit verschleppt worden, abermals so viele interniert. Der Diskriminierungsdruck seitens der Regierung sei auch in Rum\u00e4nien da gewesen, vertrieben seien die Deutschen aus diesem Lande jedoch nicht geworden, obwohl auch die rum\u00e4nische Regierung die Vertreibung jahrelang als \u201ebeste L\u00f6sung\u201c f\u00fcr die Regelung der ethnischen Verh\u00e4ltnisse betrachtet h\u00e4tte. Die Rum\u00e4niendeutschen h\u00e4tten ihr Zur\u00fcckbleiben \u2013 so die Historikerin \u2013 der Unentschlossenheit der rum\u00e4nischen Regierung zu verdanken.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12485861_1672508889676224_8966440535045940072_o.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-24046 aligncenter\" title=\"Hannelore Baier\" alt=\"12485861_1672508889676224_8966440535045940072_o\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12485861_1672508889676224_8966440535045940072_o-510x339.jpg\" width=\"510\" height=\"339\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12485861_1672508889676224_8966440535045940072_o-510x339.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12485861_1672508889676224_8966440535045940072_o.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auch die Deutschen in Jugoslawien haben viel Leid ertragen m\u00fcssen \u2013 dies schilderte Dr. Zoran Janjetovic, leitender Wissenschaftler der geschichtlichen Forschung am deutschen Institut f\u00fcr Neuere Geschichte Serbiens. In der Nachkriegszeit habe alles mit der Enteignung begonnen: Haus und Gut der Deutschen h\u00e4tten die Veteranenpartisanen bekommen. Viele Zehntausende Jugoslawiendeutsche seien in Konzentrationslager gekommen \u2013 um die 50 tausend betrage die Zahl derjenigen, die w\u00e4hrend der Lagerzeit gestorben seien. Auch viele Jugoslawiendeutsche seien in die Sowjetunion zur Zwangsarbeit verschleppt worden, und viele seien in das Deutschland des \u201eWirtschaftswunders\u201c ausgewandert, weil sie ihres Eigentums und ihrer Menschenw\u00fcrde beraubt worden seien.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12487062_1672508999676213_4546829715804705754_o.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-24047 aligncenter\" title=\"Dr. Zoran Janjetovic\" alt=\"12487062_1672508999676213_4546829715804705754_o\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12487062_1672508999676213_4546829715804705754_o-510x339.jpg\" width=\"510\" height=\"339\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12487062_1672508999676213_4546829715804705754_o-510x339.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12487062_1672508999676213_4546829715804705754_o.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>\u201eEs handelt sich um die Geschichte der Verluste. Diese Geschichte muss wissenschaftlich analysiert und in Ehren gehalten werden\u201c \u2013 begann sein zur Konferenz verfasstes Schlusswort Zolt\u00e1n Balog, Minister f\u00fcr Humanressourcen. Nach dem Zweiten Weltkrieg habe man aus Rache Gesetze erbracht, aufgrund derer Menschen deutscher Abstammung automatisch als Kriegsverbrecher gegolten h\u00e4tten. Es d\u00fcrfe niemals vorkommen, formulierte der Minister, dass Gesetze auf Rassenbasis verabschiedet werden, und dass Schuld \u2013 insbesondere vermeintliche Schuld &#8211; mit neuer Schuld getilgt wird. \u201eEigene Verluste f\u00fcr Menschen und Familien, ein gemeinsamer Verlust f\u00fcr die Gesellschaft \u2013 das verursachte die Vertreibung der Ungarndeutschen. Ich frage mich: was haben wir aus den vielen Verlusten und Opfern gelernt? Es muss daraus n\u00e4mlich ein gemeinsames Lernen geben, und Veranstaltungen wie diese Konferenz tragen zum Vorantreiben dessen bei.\u201c Minister Balog wies auch darauf hin, dass das Gelernte auch in die gegenw\u00e4rtige Migrationskrise mit eingebaut werden m\u00fcsse, und dass die Aufarbeitung der Vergangenheit auf gemeinsamer europ\u00e4ischer Ebene erfolgen sollte. \u201eEs irritiert mich, wenn die gegenw\u00e4rtige Fl\u00fcchtlingswelle mit der Aufnahme der vertriebenen Ungarndeutschen in Deutschland verglichen wird\u201c, so Balog. \u201eIm Falle der Ungarndeutschen war n\u00e4mlich eine gemeinsame Basis, der christliche Glaube da, das Gebet der Vertriebenen und das der sie Aufnehmenden stieg in die gleiche Richtung. Unser Europa k\u00f6nnen wir uns nur so vorstellen.\u201c Der Minister f\u00fcr Humanressourcen bezeichnete die im heutigen Ungarn lebende deutsche Volksgruppe als \u201eeinen sonnige Fleck am bew\u00f6lkten Himmel\u201c. Die Ungarndeutschen seien der Regierung sehr wichtig, und die Art und Weise, wie sich Ungarn 2012 \u00f6ffentlich f\u00fcr die Gr\u00e4ueltaten der Vertreibung und Verschleppung \u00f6ffentlich entschuldigt hat, sei europaweit vorbildhaft. Die Aufarbeitung der ungarndeutschen Geschichte sei ebenfalls ein \u201esonniger-Fleck\u201c im Verh\u00e4ltnis zwischen Deutschland und Ungarn, weil diese eine historische Perspektive habe \u2013 meinte Zolt\u00e1n Balog.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12605306_1672508886342891_8565520520149197792_o.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-24049 aligncenter\" title=\"Zolt\u00e1n Balog, Minister f\u00fcr Humanressourcen\" alt=\"12605306_1672508886342891_8565520520149197792_o\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12605306_1672508886342891_8565520520149197792_o-510x339.jpg\" width=\"510\" height=\"339\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12605306_1672508886342891_8565520520149197792_o-510x339.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12605306_1672508886342891_8565520520149197792_o.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>\u201eEs tut gut, bei solchen Tagungen zu sp\u00fcren, dass es keinen tabuisierten Themenaspekt mehr gibt. Ungarns Beziehung zu Deutschland ist enttabuisiert. Das war nicht immer so!\u201c, begann seine Rede Hartmut Koschyk, Beauftragter f\u00fcr Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten der deutschen Bundesregierung. \u201eErinnerung braucht, wenn sie vers\u00f6hnend sein soll, \u00f6ffentlichen Raum. Ungarns Weg in den letzten Jahren will ich w\u00fcrdigen. Das, was wir heute Nachmittag erleben werden, ist ein Zeichen daf\u00fcr, dass sich Ungarn dem gemeinsamen Erinnern und Lernen stellt.\u201c Koschyk w\u00fcrdigte dar\u00fcber hinaus auch die Fortschrittlichkeit ungarischer Minderheitenpolitik. Er sprach sich daf\u00fcr aus, dass Minderheiten positive Diskriminierung ben\u00f6tigten, um sich behaupten zu k\u00f6nnen. Leute d\u00fcrften nicht vor die entweder-oder-Identit\u00e4tsfrage gestellt werden: es sollte m\u00f6glich sein, sich zum \u201eSowohl-als auch\u201c zu bekennen. Europa habe noch einiges dabei zu lernen. Bez\u00fcglich Deutschlands und Ungarns unterschiedlicher Bew\u00e4ltigung der Migrationskrise vertrat Koschyk der Auffassung, man m\u00fcsse unbedingt die Kraft zur Diskussion finden. \u201eNur Reibung erzeugt Energie\u201c, meinte er, und man m\u00fcsse einen Konsens finden, damit Europa auch noch morgen als politischer Faktor wahrgenommen werden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/980449_1672508989676214_3497037276587682083_o.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-24050 aligncenter\" title=\"Hartmut Koschyk, Beauftragter f\u00fcr Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten der deutschen Bundesregierung\" alt=\"980449_1672508989676214_3497037276587682083_o\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/980449_1672508989676214_3497037276587682083_o-332x500.jpg\" width=\"332\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/980449_1672508989676214_3497037276587682083_o-332x500.jpg 332w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/980449_1672508989676214_3497037276587682083_o.jpg 639w\" sizes=\"auto, (max-width: 332px) 100vw, 332px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong> Kranzniederlegung am Landesdenkmal der Vertreibung der Ungarndeutschen im alten Friedhof von Wudersch<\/strong><\/p>\n<p>\u201eNach meiner Heimat zieht\u2019s mich wieder, es ist die alte Heimat noch, dieselbe Luft, dieselben frohen Lieder, und alles ist ein andres doch\u201c \u2013 es war ein herzergreifender Moment, als diese alte ungarndeutsche Volkweise bei der Kranzniederlegung erklang. Hunderte versammelten sich im alten Friedhof von Wudersch, um der Opfer der 70 Jahre zur\u00fcckliegenden Geschehnisse zu gedenken. Viktor Orb\u00e1n, Ministerpr\u00e4sident Ungarns, LdU-Vorsitzender Otto Heinek mit Parlamentssprecher der Ungarndeutschen, Emmerich Ritter, Hartmut Koschyk, Bundesbeauftragter f\u00fcr Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Dr. Manfred P. Emmes, Gesandter der deutschen Botschaft Budapest, Barnab\u00e1s Lenkovics, Pr\u00e4sident des Verfassungsgerichts und Verfassungsrichter Istv\u00e1n Stumpf , Istv\u00e1n Jakab, Vizepr\u00e4sident des ungarischen Parlaments, Zolt\u00e1n Balog, Minister f\u00fcr Humanressourcen, M\u00e1ria Haszonics-\u00c1d\u00e1m, Direktorin des Amtes des Staatspr\u00e4sidenten, Oberstaatsanwalt Ferenc Szab\u00f3, B\u00fcrgermeister Tam\u00e1s Wittinghoff, Parlamentsabgeordneter Zal\u00e1n Zsolt Csenger und zahlreiche Ungarndeutsche legten Kr\u00e4nze der Erinnerung nieder.<\/p>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-24037 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12628370_1672507976342982_3092821450274298484_o.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12628370_1672507976342982_3092821450274298484_o-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12485946_1672507973009649_4144984512857928103_o.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12485946_1672507973009649_4144984512857928103_o-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12593626_1672507966342983_730273449544236060_o.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12593626_1672507966342983_730273449544236060_o-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12486013_1672508136342966_6604783977489532520_o.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12486013_1672508136342966_6604783977489532520_o-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12489313_1672508053009641_8339907285504836611_o.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12489313_1672508053009641_8339907285504836611_o-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12489313_1672508086342971_5248164198113147946_o.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12489313_1672508086342971_5248164198113147946_o-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Deutschsprachige heilige Messe mit anschlie\u00dfender Gedenkveranstaltung in der Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk<\/strong><\/p>\n<p>Nach der Kranzniederlegung versammelten sich viele Hunderte zu der deutschsprachigen heiligen Messe. Der Pfarrer der Budapester deutschen katholischen Gemeinde, Gregor Stratmann hob in seiner Predigt die Wichtigkeit des Glaubens im Leben der Ungarndeutschen hervor: \u201eDass die Kranzniederlegung in der Kirche fortgesetzt wird, erinnert uns daran, dass auch die Vertriebenen damals keine andere Adresse mehr f\u00fcr ihre Klagen \u00fcber Unrecht an Leib und Seele gefunden haben, als sich an Gott zu wenden.\u201c Wir m\u00fcssten bereit sein, uns der Vergangenheit zu stellen, und wir m\u00fcssten die Erinnerungen wach halten, um daraus zu lernen, so der Pfarrer.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12615229_1672509256342854_5922587172514742736_o.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-24059 aligncenter\" title=\"Deutschsprachige heilige Messe in der Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk\" alt=\"12615229_1672509256342854_5922587172514742736_o\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12615229_1672509256342854_5922587172514742736_o-510x339.jpg\" width=\"510\" height=\"339\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12615229_1672509256342854_5922587172514742736_o-510x339.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12615229_1672509256342854_5922587172514742736_o.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wudersch musste vor 70 Jahren den traurigsten Tag seiner Geschichte erleben. Denkmal, Friedenspark und Gr\u00e4ber bewahren die Namen der Opfer von vernunftlosem Gr\u00e4uel\u201c, sagte in seiner Gedenkansprache Tam\u00e1s Wittinghoff, der B\u00fcrgermeister der Stadt. \u201eIch habe mir oftmals die Frage gestellt, was f\u00fcr Ungeheuer denn in der menschlichen Seele wohl leben? Die Antwort wei\u00df ich zwar immer noch nicht, allerdings muss unser Ziel sein, dass wir daraus lernen.\u201c Wittinghoff bedankte sich bei Bretzfeld, der deutschen Partnergemeinde von Wudersch, dass diese die Ungarndeutschen vor sieben Jahrzehnten aufnahm, und bei ganz Deutschland, dass es damals den Vertriebenen \u2013 auch wenn es nach dem Zweiten Weltkrieg in Ruinen lag \u2013 beispielhafte Humanit\u00e4t entgegenbrachte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12622242_1672509183009528_288473993707756174_o.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-24066 aligncenter\" title=\"Gedenkveranstaltung in der Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk\" alt=\"12622242_1672509183009528_288473993707756174_o\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12622242_1672509183009528_288473993707756174_o-510x339.jpg\" width=\"510\" height=\"339\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12622242_1672509183009528_288473993707756174_o-510x339.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12622242_1672509183009528_288473993707756174_o.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nach der Gedenkansprache Wittinghoffs trat ein junger Mann ans Mikrofon und las \u00fcber das Leiden seines Urgro\u00dfvaters, Michael Fr\u00fchwirt aus Wetschesch vor. Anschlie\u00dfend riefen kurze, inszenierte Situationen und Vorlesungen Momente aus dem Leben der Vertriebenen Wuderscher wach.<\/p>\n<p>\u201eMein Vater war der Meinung, dass wir keine S\u00fcnde begangen haben\u201c, zitierte LdU-Vorsitzender Otto Heinek das Lebenstrauma einer Tolnauer Frau, die erst 12 war, als sie mit ihren Eltern und ihrer Schwester vertrieben wurde. Ihre einzige \u201eS\u00fcnde\u201c sei gewesen, so Heinek, dass sie Deutsche waren und ein Verm\u00f6gen hatten, das man ihnen wegnehmen konnte. Es gebe kaum eine ungarndeutsche Familie, die vor den Gr\u00e4ueltaten vor 70 Jahren verschont geblieben w\u00e4re. Das Gemeinsame an ihnen sei, dass die es alle nicht verst\u00fcnden, wie ihre geliebte Heimat mit ihnen so umgehen konnte. Diese Traumata m\u00fcssten in einer neu definierten Erinnerungskultur der Ungarndeutschen aufgearbeitet werden. Die wichtigste Aufgabe der deutschen Nationalit\u00e4t in Ungarn sei die Bewahrung von Muttersprache und kulturellem Erbe, sowie das Aufbauen eines modernen ungarndeutschen Selbstbildes. \u201eKeine leichte Aufgabe\u201c, meinte Otto Heinek, \u201eaber wenn wir zusammenhalten, schaffen wir das.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12485813_1672509329676180_3435925393421766536_o.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-24062 aligncenter\" title=\"\u201eMein Vater war der Meinung, dass wir keine S\u00fcnde begangen haben\u201c, zitierte LdU-Vorsitzender Otto Heinek\" alt=\"12485813_1672509329676180_3435925393421766536_o\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12485813_1672509329676180_3435925393421766536_o-510x339.jpg\" width=\"510\" height=\"339\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12485813_1672509329676180_3435925393421766536_o-510x339.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12485813_1672509329676180_3435925393421766536_o.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auch Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk hielt in der Kirche eine Gedenkansprache und \u00fcberbrachte den Ungarndeutschen die Gr\u00fc\u00dfe von Bundeskanzlerin Merkel, Au\u00dfenminister Steinmeier und Innenminister de Maizi\u00e8re. \u201eKein Unrecht rechtfertigt anderes Unrecht\u201c, zitierte Koschyk Altbundespr\u00e4sidenten Roman Herzog. Er sprach sich daf\u00fcr aus, dass ehrliche Erinnerung von besonderer Bedeutung im gesamteurop\u00e4ischen Verst\u00e4ndnis sei. Die Bundesrepublik Deutschland sei Parlament, Regierung und Bev\u00f6lkerung Ungarns f\u00fcr den vorbildlichen Umgang mit Vertreibung und Deportation dankbar, und es freue Koschyk, dass Deutschlands und Ungarns Beziehungen ehrlich, freundschaftlich und vertraulich seien. Es sei auch erfreulich, dass sich die ungarndeutsche Gemeinschaft dank der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen permanent entwickele. Bundesbeauftragter Koschyk begr\u00fc\u00dfe, dass die Mehrheitsbev\u00f6lkerung Ungarns die Nationalit\u00e4ten als Bereicherung ans\u00e4he, und dass sich die Mehrheitsbev\u00f6lkerung auch bereichern lassen wolle. Dies verst\u00fcnde er unter europ\u00e4ischem Minderheitenverst\u00e4ndnis.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12491825_1672509363009510_3660727842953261941_o.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-24063 aligncenter\" title=\"Auch Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk hielt in der Kirche eine Gedenkansprache\" alt=\"12491825_1672509363009510_3660727842953261941_o\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12491825_1672509363009510_3660727842953261941_o-510x339.jpg\" width=\"510\" height=\"339\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12491825_1672509363009510_3660727842953261941_o-510x339.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/12491825_1672509363009510_3660727842953261941_o.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der ungarische Ministerpr\u00e4sident Viktor Orb\u00e1n wies in seiner Rede unter anderem auch darauf hin, dass man vor siebzig Jahren offiziell von \u201eAussiedlung\u201c gesprochen habe, es habe sich aber um Beraubung der Ungarndeutschen ihres Hauses und ihrer Heimat gehandelt. Niemand h\u00e4tte Widerstand geleistet, ganze V\u00f6lker seien in Viehwagons getrieben. Der Ministerpr\u00e4sident betonte, die ungarndeutsche Gemeinschaft sei unantastbarer Teil der ungarischen Gesellschaft, die w\u00e4hrend der Jahrhunderte mit den Ungarn zusammen f\u00fcr die gemeinsame Heimat gek\u00e4mpft, sowie auch das Land nach den Weltkriegen neu aufgebaut h\u00e4tte.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/882473_1672509393009507_6320354853166146091_o.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-24060 aligncenter\" title=\"Viktor Orb\u00e1n \" alt=\"882473_1672509393009507_6320354853166146091_o\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/882473_1672509393009507_6320354853166146091_o-510x339.jpg\" width=\"510\" height=\"339\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/882473_1672509393009507_6320354853166146091_o-510x339.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/882473_1672509393009507_6320354853166146091_o.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>\u201eDie Ungarndeutschen k\u00f6nnen bis auf den heutigen Tag eine Kultur die ihrige nennen, deren F\u00e4den tief in das Gewebe der ungarischen Kultur eingeflochten sind. Wenn wir diese F\u00e4den herausz\u00f6gen, so w\u00fcrde das gesamte Gewebe zerfallen. Die ungarische schw\u00e4bische Gemeinschaft stellt einen organischen und unver\u00e4u\u00dferlichen Bestandteil der ungarischen Kultur dar. Wenn vor siebzig Jahren die Vertriebenen all das mitgenommen h\u00e4tten, was die Ungarndeutschen oder Menschen deutscher Abstammung seit ihrer Ansiedlung f\u00fcr die ungarische Wirtschaft und Kultur getan hatten, dann w\u00e4re Ungarn heute bedeutend \u00e4rmer. Sie h\u00e4tten zum Beispiel unsere erste nationale Literaturgeschichte \u2013 von Ferenc Toldy \u2013 mitnehmen k\u00f6nnen, unter anderem auch das Parlament \u2013 Imre Steindl \u2013 und das Geb\u00e4ude des Kunsthistorischen Museums \u2013 \u00d6d\u00f6n Lechner \u2013 sowie einen bedeutenden Teil des ungarischen Druckwesens, Maschinenbaus und der Medizin. Ungarn war einst die Heimat von mehr als einer halben Million von Familien, die auf ihre deutschen Wurzeln stolz sowie flei\u00dfig waren und auf ihren eigenen F\u00fc\u00dfen standen. (\u2026) Es hat Millionen von Menschenleben gekostet, bis wir erkannt haben: Wir, die Nationen Europas, sind gemeinsam stark. Der entscheidende Grund f\u00fcr die Vereinigung Europas war gerade, das derart entsetzliche Dinge nie wieder vorkommen d\u00fcrfen. Die europ\u00e4ische Zusammenarbeit war gerade aus der Erkenntnis geboren worden, dass uns, europ\u00e4ische Nationen, viel mehr Dinge verbinden als trennen\u201c, so Orb\u00e1n. Heutzutage zerfalle aber die Sicherheit des Kontinents von Tag zu Tag, die auf christlicher Kultur basierende Lebensweise sei gef\u00e4hrdet. Heutzutage sei die Frage, ob wir Europa besch\u00fctzen k\u00f6nnen, und ob es Europa bald \u00fcberhaupt geben wird. In seinem Schlusswort betonte der Ministerpr\u00e4sident, dass alle Menschen \u2013 inner- und au\u00dferhalb Europas &#8211; das grunds\u00e4tzliche Recht h\u00e4tten, in ihrer eigenen Heimat zu leben. \u201eIm Namen der ungarischen Regierung w\u00fcnsche ich unseren in Ungarn lebenden deutschen Mitb\u00fcrgern, dass sie das Andenken ihrer Ahnen bewahren und ihre Kinder als in der deutschen Kultur aufgewachsene gute Ungarn erziehen sollen. Ehrfurcht den Opfern. Geb\u00fchrende Erinnerung an die Leidenden. Ein Verneigen vor der Erinnerung an die Unschuldigen. Anerkennung und Ruhm jenen, die den in Not geratenen Ungarndeutschen geholfen hatten. Alles Gute unseren mit uns zusammenlebenden deutschen Mitb\u00fcrgern!\u201c, schloss er seine Ansprache.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2016\/01\/mein-vater-war-der-meinung-dass-wir-keine-sunden-begangen-haben-dass-man-uns-vollig-ungerecht-ausgesiedelt-hat\/\" target=\"_blank\">Otto Heineks Gedenkrede in der Wuderscher Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk am 19. Januar 2016, an der Vertreibungs-Gedenkveranstaltung >>><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren? Dr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; Zentrum Facebook-Seite Chronik des Gedenktages der Verschleppung und Vertreibung der Ungarndeutschen Konferenz zum 70. Jahrestag der Vertreibung der Ungarndeutschen im Rathaus von Wudersch Integration oder weitere Diskriminierung? Eine Konferenz zum 70. Jahrestag der Vertreibung der Ungarndeutschen \u00fcber die Lage der Deutschen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"","_seopress_robots_index":"","ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[92],"tags":[373,1229,374,1234,397,311,860,1321,501],"class_list":{"0":"post-24037","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","6":"category-schnellnachrichten","7":"tag-aussiedlung","8":"tag-gedenktag","9":"tag-gedenkveranstaltung","10":"tag-kas-de","11":"tag-konferenz","12":"tag-ldu","13":"tag-verschleppung","14":"tag-vertreibung","15":"tag-wudersch"},"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24037","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=24037"}],"version-history":[{"count":18,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24037\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24118,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24037\/revisions\/24118"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=24037"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=24037"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=24037"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}