{"id":24098,"date":"2016-01-22T11:27:58","date_gmt":"2016-01-22T10:27:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=24098"},"modified":"2016-01-22T12:27:27","modified_gmt":"2016-01-22T11:27:27","slug":"konferenz-zum-jahrestag-der-vertreibung-der-ungarndeutschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2016\/01\/konferenz-zum-jahrestag-der-vertreibung-der-ungarndeutschen\/","title":{"rendered":"Konferenz zum Jahrestag der Vertreibung  der Ungarndeutschen"},"content":{"rendered":"<h5>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren?<br \/>\nDr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; <a title=\"Ungarndeutsche Nachrichten\" href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\">Zentrum Facebook-Seite<\/a><\/h5>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>70 Jahre Vertreibung der Ungarndeutschen<\/strong><br \/>\n<em><span style=\"line-height: 1.5em;\">Symposium mit 170 Teilnehmern<\/span><\/em><\/p>\n<p>Am 19. Januar 1946 mussten in Buda\u00f6rs, in der N\u00e4he von Budapest, die ersten Ungarndeutschen in Viehwaggons ihre ungarische Heimat Richtung Deutschland verlassen. Damit begann die Vertreibung von \u00fcber 200.000 Ungarndeutschen. Bereits ab Dezember 1944 wurden Ungarndeutsche in die Sowjetunion zur Zwangsarbeit verschleppt. Die Einf\u00fchrung eines offiziellen Gedenktages in Ungarn jeweils am 19. Januar f\u00fcr die vertriebenen und verschleppten Ungarndeutschen ist eine einzigartige Geste der Vers\u00f6hnung in Europa.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/kas_83438-1609-1-30_90.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-24140 aligncenter\" title=\"70 Jahre Vertreibung der Ungarndeutschen - Symposium mit 170 Teilnehmern (Foto: KAS - Auslandsb\u00fcro Ungarn)\" alt=\"kas_83438-1609-1-30_90\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/kas_83438-1609-1-30_90.jpg\" width=\"470\" height=\"313\" \/><\/a><\/p>\n<p>In Zusammenarbeit mit der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, dem Jakob Bleyer Heimatmuseum und dem Stiftungslehrstuhl f\u00fcr Deutsche Geschichte und Kultur im s\u00fcd\u00f6stlichen Mitteleuropa der Universit\u00e4t P\u00e9cs\/F\u00fcnfkirchen veranstaltete die Konrad-Adenauer-Stiftung ein Gedenksymposium am 70. Jahrestages der Vertreibung der Ungarndeutschen mit \u00fcber 170 Teilnehmern. Im Fokus der Veranstaltung standen die Integration der Vertriebenen, der Umgang der ungarischen Regierung mit den unterschiedlichen Nationalit\u00e4ten und die Lage der Deutschen in den einzelnen Regionen.<\/p>\n<p>In seiner Er\u00f6ffnungsrede lobte Otto Heinek, Vorsitzender der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, die Kooperation mit den Partnerorganisationen und hob die besondere Bedeutung der Veranstaltung und des offiziellen Gedenktages hervor.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/kas_83433-1609-1-30_90.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-24137 aligncenter\" title=\"Otto Heinek, Vorsitzender der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (Foto: KAS - Auslandsb\u00fcro Ungarn)\" alt=\"kas_83433-1609-1-30_90\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/kas_83433-1609-1-30_90.jpg\" width=\"470\" height=\"313\" \/><\/a><\/p>\n<p>Frank Spengler, Leiter des Auslandsb\u00fcros Ungarn der Konrad-Adenauer-Stiftung, betonte in seiner Er\u00f6ffnungsrede, \u201edass die Anerkennung von Minderheitenrechten heute ein wichtiger Grundstein in jeder Gesellschaft f\u00fcr das friedliche Zusammenleben in ethnischer und kultureller Vielfalt ist\u201c. Ferner erkl\u00e4rte er, dass \u201edie Aufarbeitung der Geschichte ein wichtiger Faktor ist, um aus der Katastrophen der Vergangenheit die richtigen Schl\u00fcsse ziehen zu k\u00f6nnen und dass solche tragische Entwicklung sich nie mehr wiederholen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/kas_83432-1609-1-30_90.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-24136 aligncenter\" title=\"Frank Spengler, Leiter des Auslandsb\u00fcros Ungarn der Konrad-Adenauer-Stiftung (Foto: KAS - Auslandsb\u00fcro Ungarn)\" alt=\"kas_83432-1609-1-30_90\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/kas_83432-1609-1-30_90.jpg\" width=\"470\" height=\"313\" \/><\/a><\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend richtete der B\u00fcrgermeister, Tam\u00e1s Wittinghoff, ein Gru\u00dfwort an die geladenen G\u00e4ste und ging dabei auf die Entwicklungen w\u00e4hrend der Vertreibung in Buda\u00f6rs ein. Die Gemeinde war danach wie ausgestorben, da lediglich 800 Leute in ihrer Heimat blieben. Der B\u00fcrgermeister stellte klar, dass sich nicht nur das Leben der Vertriebenen schwierig gestaltete, sondern auch die Verbliebenen schwere Zeiten durchlebten. So mussten sie ihre Herkunft verheimlichen und ihren Nachnamen \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Prof. Dr. Prosser-Schell vom Institut f\u00fcr Volkskunde der Deutschen des \u00f6stlichen Europa, ging im ersten wissenschaftlichen Beitrag auf die Umst\u00e4nde der Ankunft der ungarndeutschen Vertriebenen in S\u00fcdwestdeutschland und deren Integration in den Jahren 1946\u20131960 ein. So sollten die Vertriebenen nur kurz in Auffanglagern verbleiben und auf verschiedene Gemeinden aufgeteilt werden. Zu dieser Zeit bestand, so der Professor, Versammlungs- und Demonstrationsverbot f\u00fcr die Volksgruppe. Dies zielte letztendlich auf eine Zwangsassimilation ab. Zudem kannten viele Einheimische die Vertriebenen nicht als deutsche B\u00fcrger an, nur 19 % dachten, dass diese dauerhaft in Deutschland sesshaft w\u00fcrden. Jedoch wurden zur selben Zeit Organisationen gegr\u00fcndet, um den Wohnungsbau der Vertriebenen zu unterst\u00fctzen und Wallfahrten zu organisieren, in welchen die Ungarndeutschen ihre Traditionen und Herkunft pflegen konnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/kas_83434-1609-1-30_90.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-24138 aligncenter\" title=\"Prof. Dr. Michael Prosser-Schell (Foto: KAS - Auslandsb\u00fcro Ungarn)\" alt=\"kas_83434-1609-1-30_90\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/kas_83434-1609-1-30_90.jpg\" width=\"470\" height=\"313\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die rechtliche Situation der in Ungarn verbliebenen Deutschen in den Jahren 1948\u20131956 stand im Mittelpunkt des Vortrages von \u00c1gnes T\u00f3th, die am Stiftungslehrstuhl f\u00fcr Deutsche Geschichte und Kultur im s\u00fcd\u00f6stlichen Mitteleuropa der Universit\u00e4t P\u00e9cs forscht. Darin betonte sie, dass die Ungarndeutschen zuerst als Minderheit nicht anerkannt, ihrem Verm\u00f6gen beraubt und ihren politischen Rechten entzogen wurden. Mit der Zeit besserte sich die Stellung der Ungarndeutschen in der Gesellschaft, unterst\u00fctzt wurde die R\u00fcckkehr in ihre Heimat durch die Regierung aber nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/kas_83436-1609-1-30_90.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-24139 aligncenter\" title=\"70 Jahre Vertreibung der Ungarndeutschen - Symposium mit 170 Teilnehmern (Foto: KAS - Auslandsb\u00fcro Ungarn)\" alt=\"kas_83436-1609-1-30_90\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/kas_83436-1609-1-30_90.jpg\" width=\"470\" height=\"313\" \/><\/a><\/p>\n<p>Hannelore Baier, rum\u00e4niendeutsche Journalistin, Historikerin und \u201elange Weggef\u00e4hrtin der KAS\u201c, besch\u00e4ftigte sich in ihrem Beitrag mit der Situation der Deutschen in Rum\u00e4nien zwischen 1944 und 1956. Die Volksgruppe war in der Anfangszeit der Volksrepublik Rum\u00e4nien als solche nicht anerkannt und von Enteignung und Verstaatlichung im Rahmen einer kollektiven Bestrafung durch sog. antifaschistische Gegenma\u00dfnahmen betroffen. Die politisch Verantwortlichen erkannten fr\u00fch den \u201efortgeschrittenen Zivilisierungsgrad\u201c der Regionen Banat und Siebenb\u00fcrgen, in welchen die Deutschen vor allem ans\u00e4ssig waren. Die Tatsache, dass die Rum\u00e4niendeutschen nicht ausgewiesen wurden, f\u00fchrt Baier auf die Unentschlossenheit der rum\u00e4nischen Regierung zur\u00fcck.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/kas_83441-1609-1-30_90.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-24142 aligncenter\" title=\"70 Jahre Vertreibung der Ungarndeutschen - Symposium mit 170 Teilnehmern (Foto: KAS - Auslandsb\u00fcro Ungarn)\" alt=\"kas_83441-1609-1-30_90\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/kas_83441-1609-1-30_90.jpg\" width=\"470\" height=\"313\" \/><\/a><\/p>\n<p>\u201eNoch bis in die 1990er Jahre hinein, war es nicht popul\u00e4r, ein Deutscher zu sein. Man kann nicht von einer staatlichen Diskriminierung sprechen, praktisch fand diese jedoch statt\u201c, so Dr. Zoran Janjetovic, leitender Wissenschaftler der geschichtlichen Forschung am deutschen Institut f\u00fcr Neuere Geschichte Serbiens. Im Rahmen seines Beitrages berichtete er von den Deutschen in Jugoslawien zwischen 1948 und 1960. Auch wenn gro\u00dfe Teile der Volksgruppe nach dem Krieg Zwangsarbeit verrichten mussten, gab es schon 1949 erste deutsche Schulen und \u201eIntegrationsversuche\u201c durch die sozialistische Regierung.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/kas_83440-1609-1-30_90.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-24141 aligncenter\" title=\"Frank Spengler, Zolt\u00e1n Balog, Hartmut Koschyk (Foto: KAS - Auslandsb\u00fcro Ungarn)\" alt=\"kas_83440-1609-1-30_90\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/kas_83440-1609-1-30_90.jpg\" width=\"470\" height=\"313\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die beiden Abschlussreden wurde von Zolt\u00e1n Balog, Minister f\u00fcr Humanressourcen, und Hartmut Koschyk MdB, dem Beauftragten der Bundesregierung f\u00fcr Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, gehalten. Balog lobte die \u201elebendige Erinnerungsgemeinschaft, die der Toten gedenkt\u201c und betonte: \u201eJeder sollte seine eigene Identit\u00e4t als Quelle seines Stolzes und Bewusstseins pflegen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/kas_83442-1609-1-30_90.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-24143 aligncenter\" title=\"Zolt\u00e1n Balog, Minister f\u00fcr Humanressourcen (Foto: KAS - Auslandsb\u00fcro Ungarn)\" alt=\"kas_83442-1609-1-30_90\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/kas_83442-1609-1-30_90.jpg\" width=\"470\" height=\"313\" \/><\/a><\/p>\n<p>Hartmut Koschyk erw\u00e4hnte abschlie\u00dfend die Wichtigkeit, gemeinsam aus geschichtlichen Erinnerungen zu lernen, um auch mit gegenw\u00e4rtigen Situationen umgehen zu k\u00f6nnen. Er sprach anerkennend \u00fcber die Einf\u00fchrung des offiziellen Gedenktages und die Erinnerungskultur, die im Lande betrieben werde. Dabei sprach er auch den Dank Deutschlands f\u00fcr die Begehung des 70. Jahrestages aus. Er hob zudem die steigende Zahl von Ungarndeutschen hervor, die sich zu ihrem Deutschtum bekennen. Dies sei der \u201ebeste Erfolg der Minderheitenpolitik\u201c. Abschlie\u00dfend erkl\u00e4rte er in Zusammenhang mit der doppelten Identit\u00e4t, dass es eine gute Sache sei, \u201eungarischer Staatsb\u00fcrger sein zu k\u00f6nnen, ohne seine Identit\u00e4t leugnen zu m\u00fcssen\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/kas_83443-1609-1-30_90.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-24144 aligncenter\" title=\"Hartmut Koschyk MdB, Beauftragter der Bundesregierung f\u00fcr Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten (Foto: KAS - Auslandsb\u00fcro Ungarn)\" alt=\"kas_83443-1609-1-30_90\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/kas_83443-1609-1-30_90.jpg\" width=\"470\" height=\"313\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am Nachmittag fand die offizielle Gedenkveranstaltung statt. Es wurden Kr\u00e4nze an der Gedenkst\u00e4tte in Buda\u00f6rs abgelegt. Im Anschluss an eine Messe in der Kirche hielten der ungarische Ministerpr\u00e4sident Viktor Orb\u00e1n und der Beauftragte der Bundesregierung f\u00fcr Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten Hartmut Koschyk sowie Otto Heinek in Vertretung der Ungarndeutschen die Gedenkreden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren? Dr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; Zentrum Facebook-Seite 70 Jahre Vertreibung der Ungarndeutschen Symposium mit 170 Teilnehmern Am 19. Januar 1946 mussten in Buda\u00f6rs, in der N\u00e4he von Budapest, die ersten Ungarndeutschen in Viehwaggons ihre ungarische Heimat Richtung Deutschland verlassen. 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