{"id":24321,"date":"2016-01-26T13:24:50","date_gmt":"2016-01-26T12:24:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=24321"},"modified":"2016-01-26T13:25:21","modified_gmt":"2016-01-26T12:25:21","slug":"gedenksymposium-mit-parallelen-und-unterschieden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2016\/01\/gedenksymposium-mit-parallelen-und-unterschieden\/","title":{"rendered":"Gedenksymposium mit Parallelen und Unterschieden"},"content":{"rendered":"<h5>Szeretne rendszeresen h\u00edrekr\u0151l, cikkekr\u0151l \u00e9rtes\u00fclni?<br \/>\nL\u00e1jkolja \u00d6n is a \u2013&gt; <a title=\"Magyarorsz\u00e1gi n\u00e9met h\u00edrek\" href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\">Zentrum Facebook oldal\u00e1t<\/a><\/h5>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Erinnerung im \u00f6ffentlichen Raum<\/strong><\/p>\n<p>Gemeinsames Lernen und gemeinsames Erinnern ohne Tabus hob der Bundesbeauftragte der Bundesregierung Hartmut Koschyk beim Gedenksymposium \u201eIntegration oder weitere Diskriminierung?\u201c hervor, das im Rahmen der zentralen Gedenkfeier zum 70. Jahrestag der Vertreibung der Ungarndeutschen am 19. J\u00e4nner im Rathaus von Wudersch\/Buda\u00f6rs stattfand.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/gedenksymposium-400x225.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-24323\" title=\"Erinnerung im \u00f6ffentlichen Raum - Gedenksymposium mit Parallelen und Unterschieden (Foto: I. F.)\" alt=\"gedenksymposium-400x225\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/gedenksymposium-400x225.jpg\" width=\"400\" height=\"225\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Erinnerung im \u00f6ffentlichen Raum, wie Ungarn sie praktiziert, lobte Hartmut Koschyk. Der Minister f\u00fcr Humanressourcen Zolt\u00e1n Balog bezeichnete die Ungarndeutschen als \u201esonnigen Flecken\u201c in den deutsch-ungarischen Beziehungen und meinte, die doppelte Identit\u00e4t weise in die Zukunft. Der Minister erw\u00e4hnte die \u201ebahnbrechende Rolle\u201c der ehemaligen Parlamentspr\u00e4sidentin Katalin Szili, die 2007 die denkw\u00fcrdige Gedenkfeier an die Vertreibung im Parlament organisierte.<\/p>\n<p>Das Jahrzehnt danach \u2013 etwa die Zeitspanne vom Kriegsende bis etwa 1960 \u2013 stand im Fokus der vier hochinteressanten Referate. Entgegen landl\u00e4ufiger \u00dcberzeugungen war die Integration der Vertriebenen und Fl\u00fcchtlinge in Deutschland schwierig, stellte Prof. Dr. Michael Prosser-Schell vom Institut f\u00fcr Volkskunde der Deutschen des \u00f6stlichen Europa in Freiburg fest, und sie ist bei den durchaus unterschiedlichen Gruppen aus dem Osten und S\u00fcdosten v\u00f6llig unterschiedlich verlaufen. Bei einer zeitgen\u00f6ssischen Umfrage betrachteten 51 Prozent der Befragten die Vertriebenen als Zwangsg\u00e4ste, die nicht wesensgleich seien. Ein \u201ebanales Detail\u201c: Ursache f\u00fcr andauernde Konflikte war die gemeinsame Benutzung des K\u00fcchenherdes, so dass man durch \u201eHerdselbsthilfeaktionen\u201c das Problem zu bew\u00e4ltigen suchte. Eine besondere Rolle bei der Integration spielten die Wallfahrten in der neuen Heimat. Sie unterlagen n\u00e4mlich nicht den strengen Auflagen f\u00fcr politische oder landsmannschaftliche Bet\u00e4tigung.<\/p>\n<p>Integration im Prinzip \u2013 Diskriminierung in der Praxis betitelte ihren Vortrag Dr. \u00c1gnes T\u00f3th, Leiterin des Stiftungslehrstuhls f\u00fcr Deutsche Geschichte und Kultur im s\u00fcd\u00f6stlichen Mitteleuropa an der Universit\u00e4t F\u00fcnfkirchen. Sie behandelte die Zeit der Ausgrenzung und der Aufhebung der diskriminierenden Gesetze und beleuchtete die Lage der Deutschen von 1948 bis 1956. Interessante Parallelen und Unterschiede taten sich im Vergleich Rum\u00e4nien und Ungarn auf. Hannelore Baier, renommierte Journalistin und Historikerin, gab einen aufschlussreichen \u00dcberblick \u00fcber die Situation der Deutschen in Rum\u00e4nien von 1944 bis 1956. Die Verschleppung betraf die Rum\u00e4niendeutschen gleichwie die Ungarndeutschen, allerdings konnte dann die rum\u00e4nische F\u00fchrung die Arbeitskr\u00e4fte in Binnenlagern \u201eeinsetzen\u201c. Baier sprach auch die oft gestellte Frage an, wieso aus Rum\u00e4nien keine Vertreibung stattfand. Die politische F\u00fchrung war durchaus gewillt, die etwa 400 000 Deutschen zu vertreiben (etwa 100 000 fl\u00fcchteten schon zuvor). Es gab aber \u201eZweifel im Politb\u00fcro\u201c. Stalin hatte das \u201esowjetische Modell des Vielv\u00f6lkerstaates\u201c im Auge mit dem Zuschlagen von Siebenb\u00fcrgen an Rum\u00e4nien. Und auch wirtschaftliche Gr\u00fcnde spielten mit, so die fortgeschrittenere Zivilisation in Siebenb\u00fcrgen und im Banat. Die Deutschen erhielten deutsche Schulen, sogar Berufsschulen, Theater, Zeitung. Allerdings zog Baier das Fazit: Im kommunistischen Rum\u00e4nien f\u00fchlte sich die deutsche Minderheit nicht integriert, aber auch nicht diskriminiert. Eine n\u00fcchterne Darstellung zur Geschichte der Deutschen in Jugoslawien von 1948 bis 1960 pr\u00e4sentierte der leitende Wissenschaftler der geschichtlichen Forschung am deutschen Institut f\u00fcr neuere Geschichte Serbiens, Zoran Janjetovic: die Gleichschaltung im Krieg, Flucht, die AVNOJ-Bestimmungen, die Enteignung, die f\u00fcrchterlichen Lager. Aber Anfang der 50er Jahre gab es in 30 Schulen Deutschunterricht, in Mariatheresiopel sogar eine Ausbildung zu Deutschlehrern \u2013 erfuhr man. Wir warten gespannt auf die Ver\u00f6ffentlichung der Konferenzbeitr\u00e4ge.<\/p>\n<p>\u00dcber den Verlauf der Gedenkfeier auf dem Alten Friedhof von Wudersch und der deutschsprachigen Messe mit der Rede von Ministerpr\u00e4sident Viktor Orb\u00e1n berichten wir in der n\u00e4chsten Nummer.<\/p>\n<p>Johann Schuth<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Szeretne rendszeresen h\u00edrekr\u0151l, cikkekr\u0151l \u00e9rtes\u00fclni? L\u00e1jkolja \u00d6n is a \u2013&gt; Zentrum Facebook oldal\u00e1t Erinnerung im \u00f6ffentlichen Raum Gemeinsames Lernen und gemeinsames Erinnern ohne Tabus hob der Bundesbeauftragte der Bundesregierung Hartmut Koschyk beim Gedenksymposium \u201eIntegration oder weitere Diskriminierung?\u201c hervor, das im Rahmen der zentralen Gedenkfeier zum 70. Jahrestag der Vertreibung der Ungarndeutschen am 19. 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