{"id":26299,"date":"2016-04-26T15:43:08","date_gmt":"2016-04-26T13:43:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=26299"},"modified":"2016-04-26T15:45:52","modified_gmt":"2016-04-26T13:45:52","slug":"lenau-preis-an-professor-dr-josef-schwing","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2016\/04\/lenau-preis-an-professor-dr-josef-schwing\/","title":{"rendered":"Lenau-Preis an Professor Dr. Josef Schwing"},"content":{"rendered":"<h5>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren?<br \/>\nDr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; <a title=\"Ungarndeutsche Nachrichten\" href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\">Zentrum Facebook-Seite<\/a><\/h5>\n<p>Der Kulturpreis Nikolaus Lenau wurde 1991 gegr\u00fcndet. Es werden damit in-\u001e und ausl\u00e4ndische Personen bzw. Gemeinschaften geehrt, die Unverg\u00e4ngliches f\u00fcr und um die ungarndeutsche Volksgruppe geleistet haben. Der Vorstand des Kulturvereins Nikolaus Lenau e.V., F\u00fcnfkirchen, hat in seiner Sitzung einstimmig beschlossen, dem aus Ungarn stammenden Germanistikprofessor der Universit\u00e4t Mannheim, Dr. Josef Schwing, in Anerkennung seiner unverg\u00e4nglichen Verdienste um das Ungarndeutschtum den Kulturpreis Nikolaus Lenau 2015 zu verleihen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/13055323_1712773332316446_4494287577942903321_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-26303 aligncenter\" title=\" Prof. Dr. Josef Schwing\" alt=\"13055323_1712773332316446_4494287577942903321_n\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/13055323_1712773332316446_4494287577942903321_n-510x286.jpg\" width=\"510\" height=\"286\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/13055323_1712773332316446_4494287577942903321_n-510x286.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/13055323_1712773332316446_4494287577942903321_n.jpg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die feierliche Preisverleihung fand am 8. April in F\u00fcnfkirchen\/P\u00e9cs statt. Um die musikalische Umrahmung sorgten die Mitglieder des Boschoker Chores, die mit den sch\u00f6nsten Heimatliedern dem aus ihrem Dorf stammenden Preistr\u00e4ger und auch dem Publikum gro\u00dfe Freude bereiteten.<\/p>\n<p>Lorenz Kerner, Vorsitzender des Lenau Vereins, begr\u00fc\u00dfte die zahlreich erschienenen G\u00e4ste. Danach gab er die Entscheidung des Vorstandes \u00fcber den Lenau-Preis 2015 bekannt und <a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Prof-Josef-Schwing-Lenau-Preis-Laudatio.pdf\" target=\"_blank\">hielt die Laudatio<\/a>. Zu Beginn skizzierte er den Lebenslauf, danach w\u00fcrdigte er die wissenschaftliche und soziale T\u00e4tigkeit des Ausgezeichneten wie folgt:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/DSCF9578.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-26307 aligncenter\" title=\"Lorenz Kerner\" alt=\"DSCF9578\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/DSCF9578-510x382.jpg\" width=\"510\" height=\"382\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/DSCF9578-510x382.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/DSCF9578.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Josef Schwing wurde 1932 in dem rein deutschen Dorf Boschok\/Palotabozsok im Komitat Baranya in einer wohlhabenden Bauernfamilie geboren. Seine Eltern: Johann Schwing und Anna H\u00fcfner. Die Volksschule besuchte er im Heimatort, das Gymnasium bis zur 6 Klasse in Moh\u00e1cs und Budapest. 1948 wurde auch das Verm\u00f6gen der Eltern Schwing enteignet, so musste der Sohn Josef die Lernt\u00e4tigkeit leider beenden. Er war Aushilfskraft bei der Gemeindeverwaltung Palotabozsok, dann Angestellter bei der Ungarischen Eisenbahn. 1952 erhielt er ein Stipendium f\u00fcr das Zalka-M\u00e1t\u00e9-Koll\u00e9gium in Budapest, franz\u00f6sisch-deutscher Klassenzug, wo er das Abitur mit Auszeichnung bestand. Sein Studium setzte er an der ELTE-Universit\u00e4t fort, wo er Franz\u00f6sisch und Ungarisch studierte. Er hatte das Studium noch nicht beendet, als 1956 der Aufstand ausbrach.<\/p>\n<p>Josef Schwing floh in den Westen und kam in die Pfalz. Hier f\u00fchlte er sich, wie er sagte, von der ersten Stunde an heimisch. Die Pf\u00e4lzer Mundart beherrschte er nach kurzer Zeit und verstand sich mit den Pf\u00e4lzern. Weil er keine Beweisdokumente hatte, konnte er das Studium in Deutschland nicht fortsetzen und beenden. Er ging zur BASF, absolvierte eine kaufm\u00e4nnische Ausbildung und wurde Industriekaufmann. Hier lernte er auch seine Frau Hannelore kennen. Aus ihrer Ehe stammen zwei T\u00f6chter: Laura und Stefanie. Sie haben zwei Enkelkinder.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/DSCF9567.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-26305 aligncenter\" title=\"Lenau-Preis an Professor Dr. Josef Schwing\" alt=\"DSCF9567\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/DSCF9567-510x382.jpg\" width=\"510\" height=\"382\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/DSCF9567-510x382.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/DSCF9567.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>1962 lie\u00df Josef Schwing seine Eltern aus Bozsok nach Deutschland kommen. 1964 gr\u00fcndete er ein eigenes Unternehmen und stellte Dichtungsringe f\u00fcr Betonrohre her. Inzwischen konnte er aus Ungarn auch seine Studienunterlagen besorgen und so das lang ersehnte Germanistikstudium, zuerst in Heidelberg, dann zus\u00e4tzlich Phonetik und Phonologie in Saarbr\u00fccken absolvieren. 1979 hat Herr Schwing seinen Betrieb aufgel\u00f6st um in Kaiserslautern beim Pf\u00e4lzischen W\u00f6rterbuch als wissenschaftlicher Mitarbeiter anzufangen. Das Pf\u00e4lzische W\u00f6rterbuch ist das einzige gro\u00dfr\u00e4umige W\u00f6rterbuch in Deutschland, in dem auch das Wortgut der Auslandspf\u00e4lzer exemplarisch erfasst wurde. Bei Prof. Dr. Max Mangold (Verfasser des DUDEN-Aussprachew\u00f6rterbuchs), Universit\u00e4t des Saarlandes, promovierte er mit magna cum laude.<\/p>\n<p>Im Alter von 76 Jahren habilitierte er sich an der Universit\u00e4t Mannheim und wurde Privatdozent. 2011 erhielt er den Titel eines apl. Professors. Seitdem lehrt er hier. Die Zugeh\u00f6rigkeit zur Universit\u00e4t Mannheim er\u00f6ffnete die M\u00f6glichkeit f\u00fcr die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit anderen Forschungseinrichtungen, z. B. mit der Universit\u00e4t Debrecen.<\/p>\n<p>Seine Jahrzehnte langen selbstlosen Redaktionsarbeiten f\u00fcr das \u201eSuevia-Archiv\u201c, f\u00fcr das Organ der Donaudeutschen Landsmannschaft \u201eDonaudeutsche Nachrichten\u201c, f\u00fcr verschiedene Festschriften und weitere Publikationen sind legend\u00e4r. Die gro\u00dfe Liebe zu seiner alten Heimat \u201eSchw\u00e4bische T\u00fcrkei\u201c manifestiert sich vor allem in der wissenschaftlichen Erforschung ihrer deutschen Mundarten und Volkskultur \u2013 nach wie vor seine Hauptbesch\u00e4ftigung.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/DSCF9565.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-26304 aligncenter\" title=\"Lenau-Preis an Professor Dr. Josef Schwing\" alt=\"DSCF9565\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/DSCF9565-510x382.jpg\" width=\"510\" height=\"382\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/DSCF9565-510x382.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/DSCF9565.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Aufgrund seiner lexikographischen Erfahrung durch seine T\u00e4tigkeit beim Pf\u00e4lzischen W\u00f6rterbuch wollte Josef Schwing eines doch endlich verwirklicht sehen: die Bearbeitung der deutschen Mundartlandschaft seiner alten ungarischen Heimat. Schon einige Zeit zuvor hatte er in deutschen Ortschaften Ungarns im Rahmen des Projekts \u201eKontinentalgermanische Winzerterminologie\u201c Feldaufnahmen durchgef\u00fchrt. Zu Beginn der neunziger Jahre unter Nutzung der vorhandenen technischen M\u00f6glichkeiten ging Josef Schwing zielstrebig an die Arbeit und zeichnete die Mundarten auf Tonkassetten auf. W\u00fcrden all seine erfassten Daten auf CD-ROM gespeichert werden, so w\u00fcrden diese eine Regalfl\u00e4che von elf Metern f\u00fcllen \u2013 \u00fcber viertausend Stunden Tonaufnahmen aus mehr als 200 D\u00f6rfern!<\/p>\n<p>Und noch immer bricht der 84j\u00e4hrige Schwing mit dem Auto nach Ungarn auf, um in verschiedenen D\u00f6rfern mit Tonaufnahmen seine umfangreiche ungarndeutsche Mundartsammlung zu erg\u00e4nzen. Diese Aufgabe ist gar nicht so einfach, weil es sich bei den deutschen Mundarten in S\u00fcdungarn um einen bunten Flickenteppich handelt. Hier finden sich fast alle Mundarten Mittel\u001e und S\u00fcddeutschlands, wobei die rheinfr\u00e4nkischen Mundarten den Schwerpunkt bilden. Wie sollten nun all diese Mundarten in einem W\u00f6rterbuch, erfasst werden, das ja nach Artikelw\u00f6rtern aufgebaut ist? Josef Schwing fand Dank der modernen Technik die L\u00f6sung. Aufgrund seiner Arbeit geh\u00f6rt die Schw\u00e4bische T\u00fcrkei zu den am besten erfassten neuzeitlichen deutschen Sprachinseln. Daneben entstand auch ein Mundartw\u00f6rterbuch seines Heimatortes: \u201eW\u00f6rterbuch der deutschen Mundart von Palotabozsok\/Boschok\u201c, welches derzeit \u00fcber Tausend Seiten umfasst.<\/p>\n<p>\u201eAll das tat er f\u00fcr Gottes Lohn, selbstlos, still und flei\u00dfig\u201c, schrieb der aus M\u00e1rk\u00f3 (Komitat Veszpr\u00e9m) stammende, bekannte ungarndeutsche Operettentenor, Ferry Seidl, in seiner W\u00fcrdigung zum 80. Geburtstag seines Freundes Joschka Schwing.<\/p>\n<p>Doch Josef Schwing interessierte sich nicht nur f\u00fcr die Sprache, sondern auch f\u00fcr die Volkskunde, das allt\u00e4gliche Leben, das weltliche und kirchliche Brauchtum, die Arbeitswelt, die Baudenkm\u00e4ler in den D\u00f6rfern der Schw\u00e4bischen T\u00fcrkei. Zu all diesen Themen hat er Tausende Fotos gesammelt und selbst aufgenommen, darunter au\u00dferordentlich wertvolle historische Bilder. Diese Bilddokumentation ist eine wahre Fundgrube f\u00fcr die ungarndeutsche Volkskunde. Da finden sich Bilder von historischen H\u00e4usern, Kirchen, Menschen in ihren Trachten und vielem mehr. Ein ganz wertvoller Teil der Sammlung sind die 117 Originalaufnahmen der Ru\u00dflandverschleppten von 1944\u20131948. Alle Bilder sind in einer Datenbank erfasst und werden demn\u00e4chst auch im Internet zug\u00e4nglich sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/DSCF9584.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-26308 aligncenter\" title=\"Lorenz Kerner und Josef Schwing\" alt=\"DSCF9584\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/DSCF9584-510x382.jpg\" width=\"510\" height=\"382\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/DSCF9584-510x382.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/DSCF9584.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Eine fast hundertj\u00e4hrige Forderung der ungarndeutschen Germanistik, die Erfassung und Deutung der ungarndeutschen Ortsnamen, ging mit der Ver\u00f6ffentlichung \u201eDie deutschen mundartlichen Ortsnamen S\u00fcdtransdanubiens\u201c in Erf\u00fcllung. Es erschien im Universit\u00e4tsverlag Debrecen. Im Vorwort schreibt Josef Schwing: \u201eDie auf den Ortseingangsschildern stehenden deutschen Ortsnamen sind zum Gro\u00dfteil falsch in die deutsche Schriftsprache transportiert. Diese unbefriedigende Situation lie\u00df in mir den Entschluss reifen, die Ortsnamen nicht in einem W\u00f6rterbuch, sondern einem selbst\u00e4ndigen Buch zu dokumentieren. In den Komitaten Baranya, Tolna und Somogy wurden in 220 Orten Tonaufnahmen durchgef\u00fchrt.\u201c<\/p>\n<p>Gro\u00dfe Anerkennung der internationalen Fachwelt wurde ihm zuteil f\u00fcr sein vor f\u00fcnf Jahren zweisprachig erschienenes interdisziplin\u00e4res Werk \u00fcber \u201eDie Namen der Stadt P\u00e9cs\u201c. Professor Dr. Istv\u00e1n Hoffmann von der Universit\u00e4t Debrecen sagte: \u201eP\u00e9cs ist die Stadt der B\u00fccher\u201c, die einzige Stadt Ungarns, \u00fcber deren historische Namen ein ganzes Buch erschienen ist. Das Buch wurde am 15. Dezember 2009 in der F\u00fcnfkirchner Komitatsbibliothek vorgestellt. Im Vorwort des Buches schreibt Josef Schwing: \u201eDie Di\u00f6zese feiert heute \u2013 im Jahre 2009 \u2013 ihr tausendj\u00e4hriges Bestehen, und 2010 wird das mit dem Titel, \u201eWeltkulturerbe\u201c ausgezeichnete P\u00e9cs \u201eEurop\u00e4ische Kulturhauptstadt\u201c. Zu diesen besonderen Ereignissen m\u00f6chte ich mit meinem Beitrag dieser gro\u00dfartigen abendl\u00e4ndisch gepr\u00e4gten Stadt in meiner alten Heimat, die ich schon seit fr\u00fcher Kindheit bewunderte und liebte, die Ehre erweisen.\u201c<\/p>\n<p>Die umfangreiche Sammlung aus den vergangenen drei Jahrhunderten von J\u00f3zsef Madas \u00fcber die Grundst\u00fccke, H\u00e4user und Gassen von F\u00fcnfkirchen wurde erst mit ihrer Digitalisierung, Strukturierung in einer Datenbank (viersprachig, 40.000 Datens\u00e4tze, 11.000 Personennamen, 700 Berufsbezeichnungen u. v. m.) und ihrer Ver\u00f6ffentlichung im Internet durch Josef Schwing f\u00fcr die Forschung zug\u00e4nglich.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/WP_20160408_007.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-26312 aligncenter\" title=\"Lorenz Kerner und Josef Schwing\" alt=\"WP_20160408_007\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/WP_20160408_007-510x287.jpg\" width=\"510\" height=\"287\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/WP_20160408_007-510x287.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/WP_20160408_007.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Josef Schwing hat auch ein \u201esehr gro\u00dfes Herz\u201c, er hat sich jahrelang mit Erfolg f\u00fcr die kostenlose Beschaffung von Computern mit Zubeh\u00f6r, Bildschirmen, Druckern, Kopierern und Scannern f\u00fcr zahlreiche Institutionen bem\u00fcht. Die Universit\u00e4ten F\u00fcnfkirchen, Veszpr\u00e9m und Debrecen erhielten insgesamt \u00fcber 400 komplette Computerausstattungen. Der Malteser Hilfsdienst und die Caritas in Ungarn sowie bed\u00fcrftige Menschen erhielten pers\u00f6nlich mit diesen Transporten beachtliche Mengen an Kleidung. Sein Wagen war w\u00e4hrend der Fahrt nach Ungarn stets voll beladen mit B\u00fcchern f\u00fcr Schulen sowie mit Kleidern. Nach der Wende 1990 beteiligte er sich an den gro\u00dfangelegten Hilfsaktionen landwirtschaftlicher Ger\u00e4te und Saatgut f\u00fcr deutsche Landwirte in Ungarn, die ihr Feld zur\u00fcckbekamen und selbst bewirtschafteten.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">F\u00fcr seine vielf\u00e4ltigen Verdienste wurde Professor Dr. Josef Schwing mehrfach geehrt:<\/span><br \/>\n<em>2007 erhielt er vom Johann-Eimann-Kulturrat die Johann-Eimann-Plakette.<\/em><br \/>\n<em> 2008 wurde er vom Bundespr\u00e4sidenten Prof. Dr. Horst K\u00f6hler mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.<\/em><br \/>\n<em> 2015 bekam er vom Innenminister Baden W\u00fcrttembergs, Reinhold Gall, den Donauschw\u00e4bischen Kulturpreis des Landes Baden-W\u00fcrttemberg.<\/em><\/p>\n<p>Vorsitzender Lorenz Kerner betonte, dass so eine erfolgreiche Laufbahn ohne einen festen famili\u00e4ren Hintergrund unvorstellbar w\u00e4re. Frau Hannelore steht ihrem Mann bis heute treu, verst\u00e4ndnis\u001e- und liebevoll zur Seite, sie ist Ehefrau, Mutter, Hausfrau und von Anfang an unerm\u00fcdliche Mitarbeiterin in einer Person.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/DSCF9606.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-26311 aligncenter\" title=\"Josef Schwing und Lorenz Kerner, im Hintergrund die Mitglieder des Boschoker Chors \" alt=\"DSCF9606\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/DSCF9606-510x382.jpg\" width=\"510\" height=\"382\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/DSCF9606-510x382.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/DSCF9606.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nach der Preis\u00fcberreichung vom Vorsitzenden stellte sich der Geehrte tief ger\u00fchrt vor das Mikrofon und bedankte sich f\u00fcr die Auszeichnung: \u201eDie Gef\u00fchle, die ich empfinde, lassen sich nicht mit Worten beschreiben. Diese Auszeichnung hat f\u00fcr mich ein besonderes Gewicht, weil sie die erste in meiner alten Heimat ist, in einer Stadt, die zweitausend Jahre abendl\u00e4ndische Kultur ausstrahlt.\u201c<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend hielt er einen mit gro\u00dfem Interesse aufgenommenen Festvortrag \u00fcber ber\u00fchmte deutsche Pers\u00f6nlichkeiten in der Schw\u00e4bischen T\u00fcrkei, K\u00fcnstler, Wissenschaftler, die \u201eaus unseren Reihen\u201c, aus dem Dorf, aus einfachen Verh\u00e4ltnissen kamen und Gro\u00dfes geleistet haben: u. a. Heinrich Stephan und Stefan Kerner (M\u00e1riak\u00e9m\u00e9nd), Josef Schobert Sebes (Nagypall), Johann Evangelist Fu\u00df (Tolna), Anton Uhl (Baranyaszentgy\u00f6rgy), Josef Schober (G\u00f6dre). Auch aus Deutschland stammende gro\u00dfe Pers\u00f6nlichkeiten, denen Ungarn sehr viel zu verdanken hat, wurden vorgestellt: der aus Hessen stammende Freiheitsk\u00e4mpfer Karl August Graf zu Leiningen-Westerburg (einer der in Arad hingerichteten 13 Gener\u00e4le), der ebenfalls aus Hessen stammende Sprachwissenschaftler Josef Budenz, Begr\u00fcnder der modernen finnisch-ugrischen Sprachwissenschaft, und schlie\u00dflich ein gro\u00dfer Sohn der Pfalz, Wilhelm Koppenbach von Bergzabern (damals Grafschaft Zweibr\u00fccken), 1360\u20131374 Bischof der Di\u00f6zese F\u00fcnfkirchen\/P\u00e9cs und dort Gr\u00fcnder der ersten Universit\u00e4t Ungarns.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a0<a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/DSCF9586.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-26313 aligncenter\" title=\"Prof. Dr. Josef Schwing\" alt=\"DSCF9586\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/DSCF9586-510x382.jpg\" width=\"510\" height=\"382\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/DSCF9586-510x382.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/DSCF9586.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zum Schluss dankte der Vorsitzende des Lenau-Vereins, Lorenz Kerner, dem Geehrten mit folgenden Worten:<br \/>\n<em>\u201eGeehrter Herr Prof. Dr. Josef Schwing, lieber Landsmann, lieber Freund,<\/em><br \/>\n<em> heute, am 8. April 2016, dankt Dir das heimatverbliebene deutsche Volk Ungarns mit dem Lenau-Preis 2015<\/em><br \/>\n<em> f\u00fcr deine uns erwiesene verantwortungs-\u001e und liebevolle Verbundenheit,<\/em><br \/>\n<em> f\u00fcr deinen \u201eDienst an der Heimat und f\u00fcr die Landsleute\u201c, wie Du es in deinem Wahlspruch formuliert hast,<\/em><br \/>\n<em> f\u00fcr deinen unerm\u00fcdlichen, gro\u00dfartigen und selbstlosen Einsatz f\u00fcr die Bewahrung unserer Muttersprache, Traditionen und Tugenden.<\/em><br \/>\n<em> Kurzum: mit deinen unverg\u00e4nglichen Verdiensten f\u00fcr und um unser Ungarndeutschtum hast Du den Kulturpreis Nikolaus Lenau mehr als verdient.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Die Veranstaltung endete mit einem Empfang in den Pf\u00e4lzer Stuben, wo die G\u00e4ste den von Herrn Schwing mitgebrachten Pf\u00e4lzer Wein (nat\u00fcrlich die Sorte Kerner Sp\u00e4tlese aus Bergzabern!) kosten konnten. Im Foyer lagen B\u00fccher in gro\u00dfer Auswahl, u. a. die neueste Ausgabe des Archivs der Suevia Pannonica, zum Mitnehmen bereit.<br \/>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-26299 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/DSCF9602.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/DSCF9602-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/DSCF9593.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/DSCF9593-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/DSCF9573.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/DSCF9573-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure>\n\t\t<\/div>\n<br \/>\n<em>Zum Schluss m\u00f6chte ich als Chronist pers\u00f6nlich werden. W\u00e4hrend seiner Feldaufnahmen in der Schw\u00e4bischen T\u00fcrkei stand ich Josef \u00fcber Jahrzehnte zur Seite. Ich besuchte um die zweihundert deutschen Orte und lernte sehr viele gastfreundliche und hilfsbereite Landsleute kennen.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00dcber eine angenehme, harmonische Zusammenarbeit mit Dir, lieber Josef, entwickelte sich in dieser Zeit eine gro\u00dfartige, unvergessliche Freundschaft. Ich w\u00fcnsche Dir noch viele Jahre gute Gesundheit und wissenschaftliches Vergn\u00fcgen zu Deinem monumentalen Projekt.<\/em><\/p>\n<p><em>Josef Sch\u00e4ffer<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren? Dr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; Zentrum Facebook-Seite Der Kulturpreis Nikolaus Lenau wurde 1991 gegr\u00fcndet. Es werden damit in-\u001e und ausl\u00e4ndische Personen bzw. Gemeinschaften geehrt, die Unverg\u00e4ngliches f\u00fcr und um die ungarndeutsche Volksgruppe geleistet haben. Der Vorstand des Kulturvereins Nikolaus Lenau e.V., F\u00fcnfkirchen, hat in seiner Sitzung [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"","_seopress_robots_index":"","ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[91],"tags":[312,1111,369,308,315,896,74,908,55],"class_list":{"0":"post-26299","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","6":"category-nachrichten","7":"tag-auszeichnung","8":"tag-dialekt","9":"tag-forschung","10":"tag-pecs-de","11":"tag-lenau-haus","12":"tag-lenau-preis","13":"tag-preis","14":"tag-preisverleihung","15":"tag-sprache"},"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26299","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=26299"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26299\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":26321,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26299\/revisions\/26321"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=26299"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=26299"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=26299"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}